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„Beziehung ist der Anfang von allem, was Kinder lernen.“

Reyhane, Erzieherin in der Kinderkrippe „Krümelkiste“ im SOS-Kinderdorf Augsburg

Einblicke in die Arbeit in der Krippe

Ursprünglich habe ich Philosophie studiert, mich dann aber bewusst für die Arbeit mit kleinen Kindern entschieden. Für mich passt beides gut zusammen: Kinder begegnen der Welt mit Neugier, stellen grundlegende Fragen und entdecken jeden Tag Neues. Diese Entwicklung zu begleiten, macht meine Arbeit für mich besonders wertvoll.

Ein typischer Tag in der Krippe

Der Tag beginnt mit einer ruhigen Ankommenszeit. Im Morgenkreis singen wir gemeinsam, anschließend frühstücken die Kinder zusammen.
Im Mittelpunkt steht danach das Freispiel: Die Kinder wählen selbst, womit sie sich beschäftigen – drinnen oder draußen, kreativ oder in Bewegung. Feste Rituale im Alltag geben Orientierung und Sicherheit.
Nach dem Mittagessen folgt eine Ruhephase mit individuellen Einschlafritualen. Am Nachmittag spielen die Kinder oft gemeinsam, bevor sie nach und nach abgeholt werden.
Wichtig ist dabei: Wir beziehen die Kinder aktiv mit ein, sie dürfen mitentscheiden und Dinge selbst ausprobieren. So entwickeln sie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Was meine Arbeit besonders macht

Besonders wichtig ist der Raum, den Kinder bekommen, um sich individuell und sozial zu entwickeln. Jedes Kind darf seinen eigenen Weg gehen, Potentiale zu entdecken und zu entfalten – für sich selbst und als Teil der Gemeinschaft.
Im Zentrum steht der Beziehungsaufbau: Eine vertrauensvolle Bindung ist die Grundlage für alles Lernen. Wir begegnen den Kindern auf Augenhöhe und nehmen ihre Bedürfnisse ernst.
Auch die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Ein offener Austausch hilft dabei, jedes Kind bestmöglich zu begleiten.

Herausforderungen und besondere Momente

Die Arbeit erfordert viel Einfühlungsvermögen – besonders in der Eingewöhnung, wenn Kinder erstmals von ihren Eltern getrennt sind.
Ein prägender Moment war die Eingewöhnung eines Kindes, das große Schwierigkeiten hatte, Vertrauen zu fassen. Schließlich haben wir, beim ersten Trennungsversuch, gemeinsam jeder sein Lieblingskuscheltier gemalt und dazu eine kleine Geschichte erfunden. Indem ich sein Interesse aufgegriffen habe, konnte ich es erreichen und beruhigen. Als das Kind später von sich aus Nähe suchte, wurde deutlich: Vertrauen braucht Zeit – und wächst Schritt für Schritt.

Woran ich merke, dass meine Arbeit wirkt

Erfolge zeigen sich oft in kleinen Momenten: ein neues Wort, ein selbstständiger Schritt oder der Mut, etwas auszuprobieren.
Besonders berührend ist es, wenn Kinder Vertrauen entwickeln – wenn sie Nähe suchen, sich trösten lassen oder mit einem Lächeln auf ihre Bezugsperson zugehen.

Mein Wunsch für die Kinder

Ich wünsche mir, dass die Kinder ihre Neugier und Freude behalten und ihren eigenen Weg gehen.
Sie sollen sich angenommen fühlen, Vertrauen in sich selbst entwickeln und ihre Einzigartigkeit als Stärke in der Gemeinschaft erleben. Die Zeit in der Krippe soll ihnen als sicherer Ort in Erinnerung bleiben – ein Ort voller Geborgenheit, erster Freundschaften und wichtiger Erfahrungen fürs Leben.

Unsere Kinderkrippe Krümelkiste