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YOUtopia öffnet seine Türen – und zeigt, was daraus werden kann

24. September 2026

Ein neuer Jugendclub für Barth

Der neue Jugendclub YOUtopia in Barth eröffnete am 10. September offiziell seine Türen. Bei bestem spätsommerlichem Wetter kamen Jugendliche, Familien, Bartherinnen und Barther, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und sozialen Einrichtungen sowie viele neugierige Gäste zusammen, um die Neueröffnung feierlich zu würdigen.
YOUtopia ist zuerst ein Ort für Jugendliche. Ihr Raum. Aber kein abgeschlossener Raum. Einer, von dem aus Gemeinschaft entstehen kann. Einer, der sagt: Das hier ist unser Ort – und ihr alle dürft und sollt mit dabei sein.
Genau dieses Gefühl war an diesem Nachmittag spürbar.
Draußen standen Menschen miteinander im Gespräch, drinnen wurden Räume gezeigt und erkundet. Es wurde gegessen, gedruckt, fotografiert, Musik gehört, gelacht und diskutiert. Unterschiedliche Generationen kamen ganz selbstverständlich zusammen.
Für einige Stunden konnte man sehen, was aus diesem Ort werden kann.

Die Jugendlichen im Mittelpunkt

Der Tag der offenen Tür war Teil des Reallabors JUGEND.GESTALTET.ZUKUNFT.
Dabei geht es nicht darum, für Jugendliche einen fertigen Ort zu planen und ihn ihnen anschließend zu übergeben. Sie sollen von Anfang an mitreden, mitentscheiden und mitgestalten.
Das wurde auch beim offiziellen Teil deutlich.
Ayat und Finn, die Vorsitzenden des Kinder- und Jugendrates des SOS-Kinderdorf Vorpommern und selbst aktive „Reallaboranten“, übernahmen die Moderation. Unterstützt wurden sie im Hintergrund von den Mitarbeitenden des SOS-Familienzentrums – aber vorne standen die Jugendlichen.
„Chaotisch, liebevoll, lebendig“ - so beschreiben die beiden ihren Club, für den sie sich in den vergangenen drei Jahren eingesetzt haben. Nach ihrer gemeinsamen Eröffnungsrede ist ihnen ihr Stolz deutlich anzumerken. „Unser größter Wunsch ist, dass wir die Clubräume auch künftig behalten können. Wir sind hier zu einer richtigen Gemeinschaft zusammengewachsen und haben echte Freunde gefunden. Es sollen auch nach uns Jugendliche die Chance haben, sich hier zu treffen und eine unbeschwerte Zeit miteinander zu verbringen.“
Zu den Gästen am Tag der offenen Tür gehörten unter anderem Staatssekretär Heiko Miraß, Landrat Dr. Stefan Kerth und Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig sowie Vertreterinnen und Vertreter des SOS-Kinderdorfes Vorpommern, der Stadt, des Landkreises und verschiedener Einrichtungen und Netzwerkpartner. Auch Prof. Dr. Thomas Markert von der Hochschule Neubrandenburg kam zum Tag der offenen Tür nach Barth. Gemeinsam mit Studierenden hatte er das Reallabor-Projekt im vergangenen Jahr wissenschaftlich begleitet.
Bei allen Grußworten zog sich ein Gedanke durch den Nachmittag: Junge Menschen brauchen nicht nur Räume. Sie brauchen Vertrauen. Und sie brauchen die Erfahrung, dass ihre Ideen nicht nur angehört, sondern ernst genommen werden.
Eine Haltung begleitet das Reallabor deshalb von Beginn an:
„Wir trauen euch zu, dass ihr etwas könnt, was wir Erwachsenen noch nicht können. In euch liegt die Innovation.“
Das ist mehr als ein schöner Satz. Es ist ein Anspruch.

Ein Ort, der noch wachsen darf

YOUtopia ist nicht fertig. Und das ist gewollt. Die Jugendlichen wollen diesen Ort künftig selbst mit Leben füllen. Sie wollen ausprobieren, verändern, neue Ideen entwickeln und herausfinden, was ihr Jugendclub sein kann.
Es soll Platz geben zum Chillen, Feiern, Reden, Kreativsein, Musikmachen, Spielen, Lernen oder einfach nur zum Dasein.
Beim Tag der offenen Tür konnte man davon schon einiges erleben. Beim Siebdruck entstanden Shirts und Beutel, die Fotobooth wurde ausgiebig genutzt, es gab Musik, Essen und Getränke und immer wieder Gespräche über das, was im YOUtopia künftig passieren könnte.
Auch die Jugendlichen selbst übernahmen Verantwortung. Sie halfen bei Vorbereitung und Aufbau, empfingen Gäste, moderierten, übernahmen Aufgaben und sorgten dafür, dass sich Menschen willkommen fühlten. Damit wurde an diesem Tag sichtbar, was Beteiligung bedeuten kann: nicht nur gefragt zu werden, sondern tatsächlich etwas in der Hand zu haben.

Viele haben mit angepackt

Dass dieser Tag so stattfinden konnte, war nur möglich, weil im Vorfeld viele Menschen mitgedacht und mit angepackt haben.
Es wurde organisiert, aufgebaut, transportiert, improvisiert und an vielen Stellen kurzfristig nach Lösungen gesucht. Zahlreiche Partner, Kolleginnen und Kollegen und Unterstützer haben dazu beigetragen, dass aus der Idee ein besonderer Nachmittag werden konnte.
Und dann war da noch etwas, das sich nicht organisieren lässt: die Atmosphäre.
Sie war offen, leicht und zugleich besonders. Jugendliche neben älteren Menschen, Familien neben Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung, Gespräche zwischen Menschen, die sich vorher vielleicht noch nie begegnet waren.
Für einen Nachmittag war sichtbar, was YOUtopia werden kann. Kein fertiges Konzept. Kein Raum, der von Erwachsenen bis ins Letzte definiert ist. Sondern ein Ort, der wachsen darf. Mit den Jugendlichen, die ihn mit Leben füllen wollen. Und mit einer Stadtgesellschaft, die an diesem Tag gezeigt hat, dass sie bereit ist, dabei zu sein.
Der Tag der offenen Tür war kein Abschluss. Er war der Anfang.