Aktuelles
Jahresrückblick 2025
11. Dezember 2025
Ein Jahr voller Begegnungen und Dankbarkeit
Liebe Freundinnen und Freunde des SOS-Kinderdorfes Vorpommern,
wenn der Duft von Tannengrün in der Luft liegt und das Jahr langsam zur Ruhe kommt, entsteht Raum für Dankbarkeit. In diesen stilleren Tagen wird uns besonders bewusst, wie sehr unser Alltag von Begegnungen getragen ist – von Kinderlachen, von mutigen Schritten junger Menschen, von Momenten der Nähe in Familien und von den leisen, aber bedeutenden Fortschritten unserer erwachsenen Bewohner*innen. Jeder dieser Augenblicke erzählt eine eigene Geschichte, und gemeinsam zeichnen sie ein Bild von einem lebendigen Ort, an dem Menschen ein Zuhause finden, wachsen dürfen, begleitet werden und miteinander stark werden.
Danke für Ihre Unterstützung & Verbundenheit
2025 war reich an solchen Momenten. Es war ein Jahr voller neuer Impulse, voller Kreativität, voller Engagement und manchmal auch voller Herausforderungen – doch gerade diese haben uns gezeigt, wie verlässlich und tragfähig unsere Gemeinschaft ist. Und all das wäre nicht möglich ohne Menschen wie Sie. Sie schenken uns nicht nur Unterstützung – Sie schenken Vertrauen. Sie ermöglichen nicht nur Projekte – Sie eröffnen Perspektiven. Sie leisten nicht nur praktische Hilfe – Sie wirken im Herzen vieler Menschen.
Für dieses Vertrauen, für Ihre Begleitung, Ihre Verbundenheit und Ihre oft still ausgeübte Solidarität möchten wir Ihnen gerade zum Jahresende ganz besonders danken.
Lebendige Teilhabe im SOS-Familienzentrum Barth
In unseren SOS-Familienzentren Barth und Grimmen war 2025 ein Jahr voller lebendiger Beteiligung und echter Teilhabe. Besonders das SOS-Familienzentrum Barth zeigte eindrucksvoll, was Kinder- und Jugendbeteiligung bewirken kann, wenn junge Menschen wirklich ernst genommen werden. Das Reallabor Jugendpartizipation stellte im Frühjahr sein erstes großes Projekt vor – eine Filmpremiere vor über hundert Gästen. Dabei wurden nicht nur kreative Arbeiten präsentiert, sondern vor allem sichtbar, wie viel Selbstvertrauen entstehen kann, wenn Jugendliche ihre Themen, Gedanken und Perspektiven auf einer großen Bühne wiederfinden. Viele von ihnen standen zum ersten Mal in ihrem Leben vor einem so großen Publikum – und verließen die Bühne erhobenen Kopfes und mit spürbarem Stolz. Die Teilnahme am Barther Kinderfest oder die Müllsammelaktion im Stadtteil Barth-Süd zeigten, wie sehr Kinder und Jugendliche bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
Kreativität im Fokus: Jugendmedienfest & europäische Beteiligung
Beim Jugendmedienfest LATÜCHT erlebten einige von ihnen erstmals, wie es sich anfühlt, wenn eigene Filme öffentlich gezeigt und diskutiert werden – ein Moment, der nicht nur Mut machte, sondern auch Perspektiven öffnete.
Besonders bewegend war die Reise dreier Barther Jugendlicher nach Brüssel zur EU Children’s Participation Platform. Dort sprachen sie mit jungen Menschen aus ganz Europa über Themen, die sie selbst betreffen: mentale Gesundheit, digitale Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit. Dieser Austausch verlieh ihren Stimmen Gewicht und zeigte ihnen, dass ihre Sichtweisen gehört und gebraucht werden.
Ein neuer Treffpunkt: Der Bauwagen im SOS-Familienzentrum Grimmen
Im SOS-Familienzentrum Grimmen war die Energie des Jahres ebenso stark spürbar. Mit der Eröffnung des renovierten Bauwagens entstand ein neuer, mit viel Liebe gestalteter Treffpunkt für Jugendliche – ein Raum, der von ihnen selbst mitgestaltet wurde und ihnen gehört. Der Bauwagen ist mehr als ein Ort: Er ist ein Symbol dafür, dass Jugendliche gesehen, ernst genommen und eingeladen werden, ihr Umfeld mitzugestalten. Dass er im Sommer durch einen Graffiti-Workshop ein kreatives und selbstbewusstes Erscheinungsbild erhielt, passt zu dieser Entwicklung: bunt, lebendig, offen.
Ferienprogramme voller Freude, Abenteuer und Gemeinschaft
Auch die Ferienprogramme in beiden SOS-Familienzentren trugen dazu bei, dass Kinder und Jugendliche ihre Ferien als Zeit voller Freude und Möglichkeiten erleben konnten. Sie kletterten hoch hinaus, bauten Instrumente, entdeckten Tiere im Vogelpark, lernten Schwimmen in der Ostsee, tobten im Hochseilgarten oder waren kreativ in unterschiedlichsten Workshops. Und nicht zuletzt sorgten gemeinsame Aktivitäten wie Bowlen oder Basteltage dafür, dass Freundschaften entstanden oder vertieft wurden. In der Zusammenarbeit mit den ambulanten Hilfen zur Erziehung zeigte sich erneut, wie wichtig eine ganzheitliche Begleitung ist: Viele Familien profitieren davon, dass die Angebote sinnvoll ineinandergreifen und Kinder die Unterstützung genau dort bekommen, wo sie im Alltag am meisten gebraucht wird.
Neuer Schub für Familienarbeit: Start der Servicestelle KiFaZ M-V
Ein weiterer bedeutender Moment in diesem Jahr war die feierliche Auftaktveranstaltung der neuen Servicestelle Kinder- und Familienzentren M-V (KiFaZ M-V), die im März im SOS-Familienzentrum Grimmen stattfand. Mit der Übergabe der ersten Förderbescheide durch Ministerin Stefanie Drese wurde sichtbar, welche große sozialpolitische Bedeutung dieses Projekt für Mecklenburg-Vorpommern hat. Die neuen KiFaZ´e sollen Familien künftig dort unterstützen, wo sie im Alltag ohnehin präsent sind – mit offenen Türen, niedrigschwelligen Angeboten und einem Rahmen, der es leichter macht, Hilfe anzunehmen. Dass das SOS-Familienzentrum Grimmen hierbei die landesweite Servicestelle übernimmt, erfüllt uns mit besonderem Stolz. Es bedeutet, dass wir nicht nur vor Ort wirken, sondern auch andere Einrichtungen im gesamten Land begleiten, vernetzen und stärken können, damit möglichst viele Familien von diesem wertvollen Ansatz profitieren.
„Sozialraum-Kids“: Junge Menschen zeigen ihre Sicht auf die Welt
Ein weiterer besonderer Höhepunkt im Sommer war die Eröffnung einer Fotoausstellung im Landratsamt Stralsund. Im Rahmen des Projekts „Sozialraum-Kids“ haben Kinder und Jugendliche über drei Jahre hinweg ihre Lebenswelt fotografisch festgehalten – mit Aufnahmen, die eindrucksvoll zeigen, wie junge Menschen ihren Alltag zwischen Möglichkeiten und Begrenzungen erleben. Zu sehen waren 20 ausgewählte Fotografien, ergänzt durch persönliche Audiobeiträge der Jugendlichen. Einige von ihnen stellten ihre Werke bei der Eröffnung selbst vor und berichteten, wie sehr sie das Projekt gestärkt hat – im Selbstbewusstsein, im Gemeinschaftsgefühl und darin, ihre Anliegen sichtbar zu machen. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie unserer setzt Sozialraum-Kids ein wichtiges Zeichen: Junge Menschen werden gesehen, ernst genommen und aktiv beteiligt.
Ein buntes Kita-Jahr voller Geschichten, Feste und gemeinsamer Erlebnisse
In unserer Kita im Lavendelweg und in der Waldgruppe prägten das ganze Jahr über fröhliche Stimmen, neugieriges Entdecken und gemeinsames Lernen den Alltag. Das Gute-Nacht-Fest zu Jahresbeginn war ein liebevoll gestalteter Auftakt, der die Kinder in eine kleine Phantasiewelt entführte. Die Vorlesewoche ließ Geschichten lebendig werden – dank vieler engagierter Unterstützer*innen, die den Kindern die Magie des Lesens näherbrachten. Beim Zirkus-Fasching zeigte sich erneut, mit wie viel Herz das Team arbeitet: fantasievolle Kostüme, liebevoll vorbereitete Details und strahlende Kinderaugen machten das Fest zu einem besonderen Erlebnis. Auch Ostern wurde in unserer Kita bunt gefeiert – mit gefärbten Eiern, selbstgebastelten Körbchen und fröhlichem Suchen auf dem Gelände. Der Oma-und-Opa-Nachmittag bot wertvolle Momente zwischen den Generationen, und der Kindertag mit Sport, Spiel, Tattoos und Seifenblasen war ein fröhliches Fest, bei dem die Lebensfreude buchstäblich durch die Luft schwebte. Ein besonders emotionaler Höhepunkt war der Schlauki-Abschluss. Mit einem Theaterstück, einem gemeinsamen Grillnachmittag, einem Besuch auf dem Piratenspielplatz, einer Kutschfahrt und der Übergabe der liebevoll gestalteten Schultüten wurde der Übergang von der Kita in die Schule zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Strahlende Kinderaugen beim Michaeli-Fest
Unvergessen bleibt auch der Auftritt unserer Kita-Kinder zur Eröffnungsfeier des Michaeli-Festes im September. Auf der großen Bühne zu stehen und vor so vielen Besucher*innen zu singen, war für alle eine aufregende und stolze Erfahrung. Der kräftige Applaus zeigte den Kindern, wie sehr ihr Auftritt das Publikum begeisterte – und ließ sie sichtbar strahlen. Im Anschluss konnten sie die vielen Angebote wie Riesenseifenblasen, Kinderschminken, Glitzertattoos oder die beliebten Kutschfahrten genießen.
Ambulante Hilfen: Wertvolle Unterstützung für Familien
Auch die ambulanten Hilfen zur Erziehung leisteten im ganzen Jahr wertvolle Arbeit. Ob Strandtage, Kletterausflüge, Zoobesuche oder ein gemeinsamer Tag im Hansa Park – diese Erlebnisse standen immer im Dienst der Familien. Sie schufen Räume, in denen Eltern und Kinder Kraft tanken, Nähe erleben und gemeinsam neue Erinnerungen schaffen konnten. Die Fachkräfte arbeiteten eng zusammen, nutzten Fortbildungen, tauschten sich intensiv aus und konnten durch einen Teamzuwachs im Sommer vor allem in Barth noch flexibler unterstützen.
Arbeiten & Wohnen: Kreativität, Erfolgserlebnisse und Gemeinschaft
In unseren Bereichen Arbeiten und Wohnen prägten Kreativität, gegenseitige Unterstützung und Gemeinschaftsgefühl das Jahr. Die Werkstätten in Hohenwieden waren Orte, an denen Menschen ihre Talente entfalten, Selbstbewusstsein stärken und sichtbare Erfolge erzielen konnten. Die Vorbereitung für die Märkte war intensiv – und der Stolz über die Präsentation der handgefertigten Produkte entsprechend groß. Besucher*innen zeigten echte Bewunderung für die Qualität und Einzigartigkeit der Arbeiten.
Kulturelle Highlights: Musik, Theater und künstlerische Projekte
Musikalisch und künstlerisch setzte das Jahr weitere Akzente: Die Hohenwiedener Band begeisterte das Publikum in Grischow und beim Michaeli-Fest, die Theatergruppe im Wohnbereich brillierte im September mit der Premiere von „Udo’s Tortenfabrik“. Die Begeisterung vor und hinter der Bühne zeigte einmal mehr, wie sehr kreative Projekte das Selbstvertrauen stärken.
Gemeinschaft erleben: Ausflüge, Feste und besondere Momente
Der Wohnbereich erlebte zudem einen Sommer voller gemeinsamer Aktivitäten. Die Camperfreizeit, die trotz stürmischem Wetter zu einem besonderen Erlebnis wurde, stärkte Teamgeist und Abenteuerlust. Ein weiteres Highlight war der Auftritt unserer Rap-Gruppe beim Sommerfest des F.C. Hansa Rostock – ein unvergesslicher Moment, der lange nachwirkte. Auch die Discoabende im Treffpunkt Europas, inzwischen eine feste Tradition, sorgten im Frühjahr und Herbst für fröhliche Stunden voller Musik, Tanz und Begegnungen.
Strategische Meilensteine und Zukunftsperspektiven
Auch in der strategischen Ausrichtung ging es voran. Das neue Marketingkonzept wurde fertiggestellt, das geplante Hof-Ladencafé in der alten Käserei nahm klare Formen an und ein LEADER-Förderantrag wurde eingereicht. Der erstmals durchgeführte Unternehmerstammtisch in Grimmen stärkte die Vernetzung mit lokalen Unternehmen, auch der eigene Stand auf der Grünen Woche 2025 war ein voller Erfolg. Wir freuen uns schon jetzt darauf, auch 2026 dort wieder präsentieren zu können, was hier in Vorpommern mit Herz und Engagement entsteht.
Ein Jahr voller Mut, Zusammenhalt und Zuversicht
Dieses Jahr hat uns erneut gezeigt, wie wertvoll Unterstützung, Gemeinschaft und der Mut zur Veränderung sind. Sie stehen an unserer Seite, wenn Kinder ihre ersten Schritte in die Welt wagen, wenn Jugendliche Verantwortung übernehmen, wenn Familien neue Wege finden und wenn Menschen mit Beeinträchtigung ihre Talente entfalten. Dafür danken wir Ihnen – von Herzen.
Weihnachtliche Wünsche & ein hoffnungsvolles neues Jahr
Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein Weihnachtsfest voller Licht, Wärme und Zuversicht und einen guten Start in ein gesundes und hoffnungsvolles Jahr 2026. Möge es ein Jahr voller Verbundenheit und guter Begegnungen werden – für Sie ebenso wie für die Menschen im SOS-Kinderdorf Vorpommern.
Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen
Ihr Team vom SOS-Kinderdorf Vorpommern
Ihr Team vom SOS-Kinderdorf Vorpommern