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Weihnachtsbräuche in Deutschland
Eure Fragen - unsere Antworten

Kennt Ihr diese Weihnachtsbräuche?

Weihnachten feiern wir Jahr für Jahr und zelebrieren selbstverständlich, was zu Weihnachten gehört. Doch: Warum gibt es überhaupt einen Weihnachtsbaum? Weshalb werden Geschenke geschenkt? Auf diese und andere Fragen haben wir Wissenswertes zusammengestellt.

Der Weihnachtsbaum

Über den ersten Weihnachtsbaum lassen sich verschiedene Jahreszahlen finden. Das jüngste Datum geht bereits auf 1419 zurück. Demnach soll dieser mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen behängt, im Freiburger Heilig-Geist-Spital gestanden haben und durfte an Neujahr geplündert werden. Weihnachtsbäume galten im Mittelalter ebenso wie grüne Misteln, Tannen- oder Eibenzweige als Zeichen für Hoffnung und neues Leben. Böse Geister sollten vertrieben werden. Während der Weihnachtsbaum im Mittelalter hauptsächlich im Freien aufgestellt wurde, zog er bei protestantischen Familien erst um ca. 1800 in die Wohnzimmer ein. Bei den Katholiken war die Krippe das bedeutsamste Weihnachtsrequisit. Der Weihnachtsbaum war ursprünglich ein Privileg der Wohlhabenden. Erst im 19. Jahrhundert konnten sich mehr und mehr Familien ein Bäumchen leisten, da vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden. Die Tradition des Weihnachtsbaumes kommt also aus Deutschland und wurde von dort aus in die ganze Welt verbreitet.

Die Weihnachtsgeschenke

Die Anfänge des Brauchs liegen im 13. Jahrhundert. Hier brachte der (Heilige) Nikolaus am 6. Dezember kleine Gaben, zum Beispiel Nüsse und Früchte. Es war Martin Luther, der die Tradition im 16. Jahrhundert auf den 24. Dezember verlegte und das Überreichen von Geschenken durch den Heiligen Christ einführte. Die Symbolik der Bescherung erinnert daran, dass die drei Heiligen Könige die Geburt Christie mit den Gaben Myrrhe, Gold und Weihrauch zollten. Geschenke werden heute zumeist als Zeichen der Freundschaft und Liebe, als Anerkennung und als Ausdruck einer besonderen Beziehung zwischen der schenkenden und der beschenkten Person verstanden. Während die Geschenke in Deutschland vom Weihnachtsmann und an Heilig Abend gebracht werden, gibt es diese zum Beispiel in Spanien erst am 6. Januar von den Heiligen Drei Königen. In Italien bringt die Geschenke am gleichen Tag die gute Hexe Befana. In Island werden die Geschenke von 13 rauen Gesellen, den so genannten Jólasveinar gebracht, die in den drei letzten 13 Tagen vor Weihnachten aus den Bergen herabkommen und dann einer nach dem anderen wieder verschwinden. 

Der Weihnachtsmann

Der heutige Weihnachtsmann ist eine Fantasiefigur und soll durch die Niederländer als Sinterklaas nach Amerika – konkret nach New Amsterdam, das heutige New York - gebracht worden sein. Es ist ein weit verbreiteter Irrglauben, dass der Weihnachtsmann in seinem roten Gewand eine Erfindung von Coca Cola ist. Die berühmte Werbekampagne des Getränkeherstellers basierte nämlich auf einer Vorlage des Karikaturisten Thomas Nast aus dem Jahre 1863.

Der Adventskranz

Ganz ursprünglich bestand der Adventskranz aus Holz und insgesamt 24 Kerzen. Er soll von Hinrich Wichern, einem evangelischen Theologe und Erzieher aus Hamburg, im Jahr 1839 erfunden worden sein. Somit zählt der Adventskranz zu den jungen Bräuchen. Hinrich Wichern wollte mit seiner Erfindung den Schützlingen im "Rauhen Haus" das Warten auf Weihnachten zu verkürzen. Die Zöglinge konnten dann selbst abzählen, wie viele Tage sie noch auf das Weihnachtsfest warten mussten. An jedem Morgen wurde ein neues Lichtlein angezündet. Erst später wurde der Kranz aus grünen Zweigen hergestellt und mit vier Kerzen für die Adventssonntage versehen. Eine Verbreitung in ganz Deutschland erfolgte um 1900.

Der Weihnachtskalender

Die Idee des Weihnachtskalenders soll auf die Mutter von Gerhard Lang aus Malbronn in Baden-Württemberg zurückgehen. Um ihrem Sohn das Warten auf Weihnachten zu erleichtern, nähte sie auf einen Karton mit nummerierten Feldern 24 kleine Gebäckstücke auf. So gab es jeden Tag eine Süßigkeit und einen Tag weniger bis Weihnachten zu zählen. Noch im Erwachsenenalter erinnerte sich der inzwischen zum Münchner Unternehmer avancierte Gerhard Lang an diese tolle Wartehilfe. Es motivierte ihn deshalb 1904 zum Druck eines Kalenders mit Texten und 24 Feldern, auf die Kinder bunte Bilder kleben konnten. Erst Jahrzehnte später versteckte sich hinter den Türchen im Kalender Schokolade, was ebenfalls eine Idee von Lang war.

Der Weihnachtsmarkt

Der älteste Markt zur Adventszeit stammt aus Wien. In 1296 erteilte der Herzog von Österreich Albrecht I. den Wiener Händlern die Erlaubnis zur Durchführung eines „Dezembermarktes“, um die Versorgung der Wiener Bevölkerung in der Weihnachtszeit und für den kalten Winter mit Lebensmitteln sicherzustellen. Später durften auch Handwerker, Spielzeugmacher und Süßwarenhändler ihre Waren anbieten. Allerlei Unterhaltung kam hinzu. Die Ursprünge des Weihnachtsmarktes in Deutschland sollen auf das 14. Jahrhundert zurückgehen. Zu den ältesten Weihnachtsmärkten in Deutschland gehören der Striezelmarkt in Dresden und der Christkindlesmarkt in 
Nürnberg
. Heute werden allein in Deutschland jährlich über 2500 dieser Märkte in der Vorweihnachtszeit aufgebaut. Mittlerweile findet man Weihnachtsmärkte überall auf der Welt.
 

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