Wer entscheidet über die Zukunft von Kindern?

© SOS-Kinderdorf e.V. / Maximilian Geuter

In Deutschland leben 21 Prozent aller Kinder über mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in Armut*. Auch wenn glücklicherweise kein Kind wegen Armut hierzulande verhungern muss, entscheidet die Lebenssituation über die Zukunftsperspektiven von Kindern.

Kinderarmut kann materieller Art sein. Kinderarmut kann aber auch bedeuten, dass niemand da ist, der einem Kind Liebe, Halt und Geborgenheit vermittelt. Armen Kindern fehlen wichtige Dinge, um gesund aufzuwachsen, ihre Potentiale zu entfalten und so Chancen auf eine glückliche Zukunft zu haben. Armut ist ein Teufelskreis – und wird oftmals von Generation zu Generation weitergegeben.

Aus armen Kindern werden chancenlose Erwachsene.

*Quelle: Bertelsmann-Stiftung 2017: Kinderarmut ist in Deutschland oft ein Dauerzustand.

Was bedeutet Kinderarmut in Deutschland?

Kein
Sport

41% der Kinder,
die in Armut leben,
treiben keinen Sport.

Schlechte
Gesundheit

Arme 14- bis 17-Jährige
sind 3x häufiger
übergewichtig
als bessergestellte
Gleichaltrige.

Schlechtere
Schulnoten

Schon in der Grundschule
haben arme Kinder deutlich
schlechtere Noten und
bleiben öfter sitzen
als bessergestellte
Klassenkameraden.

Weniger
Abschlüsse

41,9% ohne
Abschluss

Mehr als ein Drittel der
Kinder erreicht keinen
Berufsabschluss.
Nur 7,2% schließen eine
Fachhochschule ab.

Quelle: Bertelsmann Stiftung, Destatis, Bundesregierung

Spenden werden zum Beispiel
für Folgendes eingesetzt:

Unterstützen Sie SOS-Kinderdorf.
Für mehr Chancengerechtigkeit in Deutschland.

Kinderarmut hat viele Gesichter

Wir bieten den Kindern einen sicheren Ort

Sabine Genther, Leiterin des SOS-Mütterzentrums Salzgitter

„Um den Teufelskreis Kinderarmut zu durchbrechen, müssen wir bei den Eltern ansetzen. Wenn die Eltern es schaffen, ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben zu leben, geben sie das an ihre Kinder weiter. Ein zentraler Faktor dafür ist, dass sich die Menschen bei uns wertgeschätzt fühlen. Durch die Anerkennung, die wir ihnen geben, entwickeln sie eigene Aktivitäten und erleben dadurch eine Selbstwirksamkeit – das Gefühl, dass sie etwas können. Und das gibt Zutrauen für die nächsten Schritte. Bei uns bekommen alle Menschen eine Chance, etwas mitzumachen, was sie für sich als sinnvoll erleben.
Und den Kindern bieten wir einen sicheren Ort, an dem sie das Gefühl haben, sie sind wichtig. Wir nehmen sie so und schätzen sie, wie sie sind – egal, was sie machen. Wir bieten ihnen Sicherheit und Beziehung. Wir wollen sie so weit stärken und unterstützen, dass sie auch unabhängig von ihren Eltern aus dem Teufelskreis rauskommen – eben weil sie hier lernen, dass sie wichtig sind und dass sie was können.“

Spenden Sie für einen fairen Start ins Leben

38 Einrichtungen an 230 Standorten unterstützen junge Menschen und ihre Familien in schwierigen Lebenslagen mit 800 Angeboten – von der Kita über ambulante Hilfen bis hin zu stationärer Betreuung.

SOS-Kinderdörfer und Wohngruppen

Wenn Eltern nicht in der Lage sind, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern und das Wohl der Kinder gefährdet ist, entscheidet das Jugendamt, wo sie bestmöglich betreut werden können. Eine Möglichkeit ist die Aufnahme in einem SOS-Kinderdorf. Hier wachsen die Kinder in der Geborgenheit einer SOS-Familie auf: liebevoll umsorgt von ihrer SOS-Kinderdorfmutter, zusammen mit vier bis sechs Geschwistern. Sie bekommen den Halt und die stabile Begleitung, die sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Bundesweit gibt es in 16 SOS-Kinderdörfern 111 Kinderdorffamilien und rund 600 Plätze. Andere stationäre Unterbringungsmöglichkeiten bei SOS-Kinderdorf sind Wohngruppen oder Erziehungsstellen.

Offene Angebote in Familienzentren

Familien stärken, Hilfe zur Selbsthilfe leisten: Das sind die Ziele der SOS-Familien- und Mütterzentren. Mit ihren präventiven Angeboten und flexiblen Hilfen richten sich die Zentren an Familien in schwierigen Lebenssituationen. Durch offene Angebote und Möglichkeiten, sich ungezwungen auszutauschen und zu informieren, werden Eltern in ihren Kompetenzen gestärkt und Kinder in ihrer Entwicklung unterstützt. Zu den offenen Angeboten zählen Familiencafés, Säugling-Treffs, Gruppenangebote wie Töpfern und Spielgruppen sowie Informations-, Vernetzungs- und Vortragsveranstaltungen.

Ambulante Hilfen für belastete Familien

Wenn die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen gefährdet ist und Familien es nicht schaffen, die aktuelle Situation gemeinsam zu bewältigen, bietet SOS-Kinderdorf ambulante flexible Hilfen. Im Rahmen des zeitlich befristeten Angebots beraten und begleiten Familienhelfer die Familien in deren häuslichen Umfeld. Das Ziel ist es, den Eltern bei Problemen zu helfen und eine stationäre Unterbringung der Kinder zu vermeiden. Betroffene Familien werden beraten und begleitet, erhalten Familienhilfe; zudem können Kinder und Jugendliche an Gruppenangeboten teilnehmen.

Frühe Hilfen bis Bildungsarbeit

Weitere Schwerpunkte liegen in der frühen Unterstützung von Familien. Eltern frühzeitig in ihrer erzieherischen Kompetenz zu stärken, ist das Anliegen der Frühen Hilfen. Zu den Angeboten gehören Schreibabyambulanzen, Familienhebammen, Kinderbetreuung für Kinder von zwei bis sechs Jahren, Mutter-Kind-Beratung und Elternberatung. Als weitere Angebote bieten wir Kindertagesbetreuungen in unseren SOS-Krippen, Kindergärten, Hortgruppen und Tagesgruppen. Schulkinder erreichen wir mit unseren schulbezogenen Hilfen. Dazu zählen u.a. Schulsozialarbeit, Projektarbeiten, offene Ganztagesbetreuung inklusive Hausaufgabenunterstützung und Angebote beim Übergang von der Schule in den Beruf. Ziel dieser Angebote ist, durch Bildungs-, Beratungs- und Vernetzungsmöglichkeiten, sozial benachteiligte Schüler/-innen in den Unterricht und Klassenverband zu integrieren.

* Namen, biografische Details und Abbildungen wurden aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen geändert.

Copyright Headerbild: © SOS-Kinderdorf e.V. / Maximilian Geuter