Erdbeben in Nepal: Drei Jahre danach

SOS-Kinderdorf setzte die bei dem Erdbeben 2015 gesammelten Erfahrungen um und hilft Kindern und Familien, die Opfer der Überschwemmungen im Sommer 2017 wurden.

Am 25. April jährte es sich zum dritten Mal, dass Nepal von einem schweren Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala heimgesucht wurde. Das Erdbeben richtete in der Hauptstadt Kathmandu und den umliegenden Regionen verheerende Schäden an. Tausende verloren dabei ihr Leben.

Am 25. April jährte es sich zum dritten Mal, dass Nepal von einem schweren Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 auf der Richterskala heimgesucht wurde. Das Erdbeben richtete verheerende Schäden an. Tausende verloren dabei ihr Leben. An die 600.000 Häuser wurden komplett zerstört.

SOS-Nepal hat mehr als 50 Kinder in seinen Einrichtungen aufgenommen, die bei dem Erdbeben ihre Eltern verloren haben. Fast 350 Kinder werden im Rahmen unserer Familienfürsorge-Programme unterstützt. Ein Projekt zum Bau neuer Häuser ist fast abgeschlossen, ebenso das Projekt zum Wiederaufbau von Schulen.

SOS-Kinderdorf bietet auch Betreuung in Kindertagesstätten, Einkommensförderung für Familien, „Home-in-a-Box“-Starterkits, um bedürftige Familien mit dem Notwendigsten zu versorgen sowie Bildungsprojekte für Kinder.

Sujal ist wieder
ein glücklicher Junge

Drei Jahre ist es her, dass der kleine Sujal bei dem Erdbeben in Nepal verletzt wurde und sich sein Leben fortan verändern sollte. Mittlerweile sind seine Verletzungen gut verheilt, und der Junge lebt glücklich bei seinem Vater und seiner neuen Familie. Als am 25. April 2015 um 11:56 Uhr Ortszeit in Nepal die Erde bebte, veränderte sich für tausende Menschen innerhalb eines Augenblicks ihr Leben. Rund 8.800 Menschen starben, Zehntausende wurden verletzt und Abertausende verloren ihr Zuhause – darunter viele Kinder wie auch der kleine Sujal. Heute gilt das Erdbeben als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals.

Im Rahmen der Soforthilfemaßnahmen nach dem Erdbeben unterstütze SOS-Kinderdorf Nepal den damals zweijährigen Sujal während der Behandlung seines gebrochenen Beines. Bei dem katastrophalen Erdbeben stürzte das Haus, indem Sujal mit seiner Mutter lebte, ein. Sie starb dabei. Sein Vater arbeitete zu dieser Zeit im Ausland. SOS-Kinderdorf machte eine Tante ausfindig, bei der der kleine Junge leben konnte.
Während er bei der Schwester seines Vaters untergebracht war, unterstützte SOS-Kinderdorf Nepal Sujal im Rahmen des Familienfürsorge-Programmes, welches nach dem Erdbeben ins Leben gerufen wurde. Fast 350 Kinder, die bei ihren Großfamilien leben, werden über das Familienfürsorge-Programm unterstützt. Und mehr als 50 Kinder, die bei dem Erdbeben ihre Eltern verloren haben, haben in einem SOS-Kinderdorf in Nepal ein neues Zuhause gefunden.

Sujals Vater Raju hat einige Zeit nach der Katastrophe erneut geheiratet. Der kleine Sujal lebt nun zusammen mit seinem Vater, seiner Stiefmutter Niru und seiner Stiefschwester Binisha. „Wir haben die Familie besucht. Ihnen geht es sehr gut, sie sind glücklich“, freut sich Ishwori Prasad Sharma, Nationaler Direktor von SOS-Kinderdorf Nepal. Vater Raju arbeitet weiterhin im Ausland, und Sujals Stiefmutter Niru hat ein kleines Geschäft. Die Familie kann für sich selbst sorgen und ist im Januar 2018 erfolgreich aus dem Familienfürsorge-Programm ausgeschieden.

Elitsa Dincheva, eine Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer, lernte Sujal nach dem Erdbeben kennen. Als sie im April 2016 wieder nach Nepal kam, besuchte sie Sujal im Haus seiner Tante in Jorpati. Elitsa Dincheva fand einen glücklichen Jungen voller Freude und Tatendrang wieder. „Er sprang herum wie ein kleiner Tiger, der Bruch war vollständig verheilt. Diesmal verließ ich Nepal mit einem deutlich besseren Gefühl, weil ich wusste, dass es Sujal gut geht.“ Auch als sie ihn erneut bei ihrem Besuch im Jahr 2017 wiedertraf, bestätigte sich ihr Eindruck. „Es ging ihm gut, er war voller Energie.“

Finanzierungs-
beispiele
Familienstärkungs-
programm Nepal

SOS-Kinderdorf unterstützt im Rahmen der Familienstärkung in Kavre (Nepal) besonders bedürftige Familien mit Nahrungsmittelpaketen, medizinischer Versorgung und hilft bei Bildungsfragen.

Jede Spende zählt, z. B.:

Unterstützen Sie
SOS-Kinderdorf.
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in Nepal und weltweit.

3 Jahre nach dem Erdbeben in Nepal:

Mayas Geschichte

„Durch unser Nothilfeprogramm
halfen wir 28.000 Menschen“

SOS-Kinderdorf setzte die bei dem Erdbeben 2015 gesammelten Erfahrungen um und hilft
Kindern und Familien, die Opfer der Überschwemmungen im Sommer 2017 wurden.

In den nachfolgendem Interview erklärt Ishwori Prasad Sharma (Direktor SOS-Nepal) die SOS-Nothilfemaßnahmen in Nepal.

1. Frage:

Das verheerende Erdbeben liegt nun drei Jahre zurück. Wirkt sich die Katastrophe weiterhin auf die Kinder aus?

Den Kindern, die zum Zeitpunkt des Erdbebens in unserer Betreuung waren, geht es gut. Unsere Kinderdörfer und sonstigen Einrichtungen wurden kaum beschädigt. Das ermöglichte es uns, sofort Nothilfemaßnahmen umzusetzen und Kinder in den betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Was das Wohlbefinden und den Lebensstandard der betroffenen Regionen angeht, so haben weiterhin viele Familien mit den Folgen des Erdbebens zu kämpfen. Gut ist, dass die Nepalesen einen starken Familienzusammenhalt und ein engmaschiges soziales Netz haben, was dabei hilft, das Trauma zu überwinden. Es gibt jedoch noch viele Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind.

2. Frage:

Was hat SOS-Kinderdorf Nepal aus der Unterstützung von Kindern und gefährdeten Familien nach dem Erdbeben gewonnen?

Vertrauen. Die SOS-Organisation genoss bereits vor dem Erdbeben ein hohes Ansehen in Nepal. Nach dem Erdbeben konnten wir mit den verschiedenen Programmen, die wir ins Leben gerufen haben, ein hohes Maß an Vertrauen bei den unterstützten Gemeinden und Regierungsorganisationen gewinnen. Im Rahmen unseres Nothilfeprogramms halfen wir mehr als 28.000 Menschen mit dem, was wir am besten können, nämlich Betreuung für Kinder und Unterstützung gefährdeter Familien.

3. Frage:

Inwieweit unterscheiden sich die Maßnahmen von SOS-Kinderdorf von denen der vielen anderen Hilfsorganisationen, die nach dem Erdbeben Unterstützung anboten?

Manche größere Organisationen und Vereine verließen Nepal ein paar Monate nach dem Erdbeben. Wir arbeiten mit den Gemeinden zusammen, wir binden die Bewohner bestmöglich ein. Wir sind tief in den Nachbarschaften, in denen wir helfen, verwurzelt. Das unterscheidet uns von den anderen.
Unsere Organisation ist auch äußerst transparent. Unser Hausbauprogramm orientiert sich an den Bewohnern. Die (örtliche) Schulverwaltung ist direkt in unser Wiederaufbauprogramm von Schulen eingebunden. Wir haben die Behörden vor Ort eingebunden, um die bedürftigsten Familien zu identifizieren, ganz gleich ob es um die Errichtung von Kindertagesstätten ging oder darum, potenzielle Familien für unser Selbsthilfeprogramm oder sonstige Maßnahmen auszuwählen. Kinder und Unterstützung gefährdeter Familien.

4. Frage:

SOS-Kinderdorf bot auch Unterstützung im Bildungsbereich. Was hat SOS konkret geleistet?

Wir haben den Wiederaufbau von drei (öffentlichen) Schulen mit finanziert und Interimsklassenzimmer für neun Schulen geschaffen. Diese Interimsklassen können auch langfristig genutzt werden. Wir haben auch mehr als 4.300 Kinder mit Schuluniformen, Schulmaterial und Hygieneartikeln wie Seife, Zahnbürste und Zahnpasta versorgt. Unser Nothilfeprogramm konnte weitere 1.400 Kinder dabei unterstützen, die versäumten Unterrichtsstunden nachzuholen.

5. Frage:

Nepal wird häufig von Naturkatastrophen getroffen. Welche Maßnahmen ergreift SOS, um besser auf Ereignisse wie das Erdbeben von 2015 und die Überschwemmungen von 2017 vorbereitet zu sein?

Wir haben bereits mit SOS-Familien, Jugendeinrichtungen und Mitarbeitern zusammengearbeitet, um sie hinsichtlich unserer Nothilfemaßnahmen zu schulen. Wir gingen in den Gemeinden, mit denen wir arbeiten, genauso vor. Wir haben darüber gesprochen, wie wir Kinder während eines Notfalls schützen, wie Eltern mehr leisten können, um ihre Kinder zu schützen. Wir haben die Bewohner geschult, damit sie nach einer Katastrophe schneller ins Leben zurückfinden.
Da wir in verschiedenen Regionen des Landes vertreten sind, sind wir in der idealen Lage, auf Notfälle zu reagieren. Seit dem Erdbeben haben fast alle unsere Mitarbeiter Erfahrung damit gesammelt, wie man Kindern und der örtlichen Bevölkerung hilft. Es ist hilfreich, dass uns diese Gemeinden kennen und vertrauen. Ganz gleich was wir tun, Kinder stehen immer im Mittelpunkt.

Zahlen, Daten, Fakten

So konnte SOS-Kinderdorf in Nepal dank Ihrer Spende helfen:

Menschen wurden bisher im Rahmen der Nothilfemaßnahmen unterstützt

Kindertagestätten wurden geschaffen, in denen täglich bis zu 2.000 Kinder betreut werden

Waisenkinder fanden ein bleibendes Zuhause im SOS-Kinderdorf

Kinder erhielten Schuluniformen, Schulmaterialien und Hygieneartikel, wie z.B. Zahnbürsten

von den Überschwemmungen betroffene Familien werden in Selbsthilfeprogrammen unterstützt

Familien wurden mit Materialien zum Wiederaufbau ihrer Häuser und Notunterkünften versorgt

Spenden Sie für einen fairen Start ins Leben

Viele Familien haben immer weniger finanzielle Mittel, um an dem Leben teilzuhaben, das um sie herum stattfindet. SOS-Kinderdorf sorgt mit Ihrer Unterstützung für benachteiligte Kinder.

Ihre Hilfe kommt an

Rund 88% Ihrer Spende fließen direkt in die Projekte von SOS-Kinderdorf.