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SOS-Kinderdorf in Haiti

SOS-Kinderdorf in Haiti

Bandengewalt in Haiti außer Kontrolle

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In Haiti hat die Bandengewalt ein beispielloses Ausmaß erreicht. UN-Zahlen zufolge wurden mehr als 130.000 Menschen aufgrund von Angriffen gewalttätiger Banden, die in ihren Vierteln randalieren, vertrieben. Mehr als 2.400 Menschen wurden seit Anfang des Jahres getötet, über 900 gekidnappt. Die fortwährende Gewalt und Straffreiheit haben dazu geführt, dass Bürgerwehren in mehreren Stadtvierteln von Port-au-Prince entstanden sind, um die Sicherheit wiederherzustellen, da die Polizei die Kontrolle verloren hat.  

„Viele Familien kämpfen ums Überleben und sind auf unsere Hilfe angewiesen“, sagt Faimy Carmelle Loiseau, die Nationaldirektorin von SOS-Kinderdorf in Haiti. Das Land zählt laut Weltbank zu den zehn am stärksten von der Inflation der Lebensmittelpreise betroffenen Ländern. Das UN-Welternährungsprogramm meldet eine Ernährungskrise, von der fast die Hälfte der Bevölkerung betroffen ist und die die Situation zusätzlich verschärft.

Die von SOS-Kinderdorf betreuten Kinder und Jugendlichen in Haiti sind glücklicherweise in Sicherheit. Der Unterricht an der Schule in Port-au-Prince, die von SOS-Kinderdorf betrieben wird, kann fortgesetzt werden. „Manche Kinder kommen nur in die Schule, um etwas zu essen zu bekommen“, erzählt Faimy Carmelle Loiseau.
Update vom 05.10.2023

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Seit Sommer 2021 kämpfen Banden in Haiti brutal um die Kontrolle des Landes und der Hauptstadt Port-au-Prince. Inzwischen ist die Zahl der Entführungen im Vergleich zu Mitte 2022 deutlich zurückgegangen, doch teils kommt es immer noch zu Entführungen oder Vergewaltigungen auf offener Straße. Es herrscht ein Mangel an Gütern und Ressourcen, etwa Trinkwasser und Benzin. Die Preise für Wasser und Lebensmittel sind in die Höhe geschossen. Zehntausende Menschen haben nicht genug zu essen, manche sterben an den Folgen der Hungersnot. An vielen Orten fehlt der Strom und aufgrund der sich rivalisierenden Gangs auf den Straßen können die Menschen nicht zur Arbeit gehen. Zahlreiche Kinder konnten monatelang nicht zur Schule gehen. Hinzu kommt ein neuer Cholera-Ausbruch. Doch infolge der Gewalt können Krankenhäuser nur eingeschränkt arbeiten.
Zusätzlich leidet Haiti, das immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, immer noch an den Folgen des schweren Erdbebens vom August 2021. Mehr als 137.000 Häuser und 60 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. Schätzungsweise 650.000 Menschen waren auf sofortige humanitäre Hilfe angewiesen. Dabei litten viele Familien noch unter den Folgen des verheerenden Bebens von 2010, bei dem etwa 220.000 Menschen ums Leben gekommen waren, und den Zerstörungen durch Hurrikan Matthew im Jahr 2016.

Haiti gilt als Armenhaus Amerikas. Rund 80 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, viele haben keinen Zugang zu Strom oder sanitären Einrichtungen. Die Gesundheitsversorgung ist schlecht, die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Viele Kinder gehen nicht zur Schule, und Kinderarbeit ist an der Tagesordnung. Familien und junge Menschen haben mit der schlechten wirtschaftlichen Lage im Land zu kämpfen, die sich durch COVID-19 noch weiter verschlimmert hat.

SOS-Kinderdorf leistet in seinen Programmen gezielte Hilfe vor Ort. Die Familien aus dem SOS-Kinderdorf in Santo mussten das Gelände verlassen und wohnen jetzt in angemieteten Häusern in der Stadt. Die Situation war schlichtweg zu gefährlich. SOS-Kinderdorf hat mit allen Familien regelmäßig Kontakt.
Schwieriger ist die Situation im Familienstärkungsprogramm. Vielerorts fehlt der Strom, Benzin ist Mangelware, die Straßen sind unsicher. SOS-Kinderdorf hält per WhatsApp den Kontakt zu den Familien, soweit die Internetverbindungen dies zulassen. Die Kinder erhalten darüber Aufgaben zu Lernzwecken und zur Beschäftigung. Sobald sich die Verhältnisse auf den Straßen verbessern, plant SOS-Kinderdorf, die Familien mit Lebensmitteln zu versorgen.
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SOS-Kinderdorf in Haiti

SOS-Kinderdorf ist seit 1978 auf Haiti tätig. Derzeit unterhält unsere Organisation ein SOS-Kinderdorf in Port-au-Prince Santo. Des weiteren unterstützen wir hier Kinder, Jugendliche und Familien durch einen SOS-Kindergarten, eine Hermann-Gmeiner-Schule, ein Jugendprogramm und die SOS-Familienstärkung. Mit unseren Nothilfeprogrammen liefern wir kurzfristige Hilfen in akuten Notlagen.

Kinder, Jugendliche und Eltern in 959 Familien wurden unterstützt.

Kinder und Jugendliche aus unseren Programmen erhielten eine qualitativ hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung.

Jugendliche wurden von unserem Jugendprogramm begleitet.

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