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Sudan
SOS-Kinderdorf im Sudan

SOS-Kinderdorf im Sudan

SOS-Kinderdorf Khartum evakuiert

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Im Sudan sind nach UN-Angaben rund sechs Millionen Menschen auf der Flucht. Das macht es zum Land mit der höchsten Zahl an Binnenvertriebenen weltweit. Grund dafür sind die Kämpfe zwischen der Militärregierung und der paramilitärischen Gruppierung „Rapid Support Forces“. Die Kämpfe hatten bereits tausende Todesopfer zur Folge. Laut UNICEF haben zwei Drittel der Bevölkerung keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Ein Ende der Kämpfe ist bislang nicht in Sicht.
SOS-Kinderdorf Sudan hat alle 15 betreuten Familien mit insgesamt 92 Personen evakuiert und zum zweiten Mal umgesiedelt. Das Team arbeitet an einem Plan, um alle Familien an einem Ort im Ostsudan zu vereinen. Eine Familie lebt derzeit in einem anderen Bundesstaat. Im Sudan gibt es keine Schulen oder Bildungsaktivitäten, so dass die Betreuer*innen nach Wegen suchen müssen, um die Kinder und Jugendlichen zu Hause zu beschäftigen. „Die Kinder sind traumatisiert von dem, was passiert ist und was sie gesehen haben“, berichtet SOS-Kinderdorfleiter Mowia Abdelkarim. „Sie haben psychische Probleme und brauchen dringend Unterstützung.“
Zu Beginn des Konflikts konnten die Familien aus dem Familienstärkungsprogramm mit Bargeld unterstützt werden. Als sich die Situation verschlechterte, flohen viele der Familien auf der Suche nach Sicherheit. Seitdem ist der Kontakt abgebrochen und die Familien können nicht weiter unterstützt werden.
Stand: 12.02.2024
Seit 1978 unterstützt SOS-Kinderdorf im Sudan Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.

Warum SOS-Kinderdorf im Sudan tätig ist 


Die Lage im Land hat sich zwar leicht verbessert, doch gibt es nach wie vor Probleme, die sich negativ auf Kinder auswirken. Viele Familien wurden getrennt, da sie aufgrund des Konflikts gezwungen waren, zu fliehen. Kinder ohne elterliche Betreuung sind besonders gefährdet. Die Infrastruktur, z. B. die sanitären Einrichtungen oder der Zugang zu Wasser, ist mangelhaft, was das Risiko der Übertragung von Krankheiten erhöht, die für Kinder besonders gefährlich sind. Der Konflikt, die Unterentwicklung und das geringe Bewusstsein für die Bedeutung von Bildung führen auch dazu, dass viele keine Schule besuchen können.

Kinderarbeit


Die Geschichte der bewaffneten Konflikte im Sudan hat das Leben vieler Menschen beeinträchtigt. Die Kämpfe haben Millionen das Leben gekostet und noch mehr wurden innerhalb des Landes vertrieben. Tatsächlich hat der Sudan eine der höchsten Raten an Binnenvertriebenen weltweit: Rund vier Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen und leben oft unter extrem schlechten Bedingungen. Viele Kinder wurden von ihren Familien getrennt. Rund 20 Prozent der Kinder unter 17 Jahren leben nicht in einem familiären Umfeld. 

Bildung


Im Sudan gibt es mit die meisten Kinder, die in der Region Naher Osten und Nordafrika nicht zur Schule gehen. Schätzungen zufolge sind das über drei Millionen. Während etwa zwei von drei Kindern im Grundschulalter eine Schule besuchen, sinkt diese Zahl in den darauffolgenden Schulstufen. Nur noch jedes dritte Kind besucht die Sekundarstufe. Wenn Kinder zur Schule gehen, liegt die Qualität des Unterrichts oft unter den erforderlichen Standards. Ohne eine angemessene Schulbildung haben die Kinder Schwierigkeiten, dem Kreislauf der Armut zu entkommen. 


Die Programme von SOS-Kinderdorf im Sudan

Die Bildungsmaßnahmen von SOS-Kinderdorf wie frühkindliche Erziehung, schulische und berufliche Ausbildung sowie die Maßnahmen im Rahmen der Familienstärkung sind für viele Kinder und Jugendliche die einzige Chance auf Bildung. 
SOS-Kinderdorf bietet Familien, die in Not geraten sind, Unterstützung, damit sie zusammenbleiben können. Die betreuten Familien leben unter sehr schwierigen sozialen und finanziellen Bedingungen. Das Programm setzt auf Kinderbetreuung sowie Entwicklung und Förderung der sozialen und beruflichen Kompetenzen der Eltern. 
Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich nicht um sie kümmern können, wachsen im SOS-Kinderdorf in familiärer Umgebung mit ihren Geschwistern auf. Ein geregelter Tagesablauf, gemeinsame Mahlzeiten und die Liebe der SOS-Kinderdorfmutter geben den Kindern Schutz und ein stabiles Umfeld.

Sudan

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Der Sudan liegt im Nordosten Afrikas und hat eine geschätzte Bevölkerung von über 40 Millionen Menschen. Die bewaffneten Konflikte in der Geschichte des Sudan haben sich auf alle Bereiche des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens ausgewirkt. Sie haben in den letzten fünfzig Jahren über 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet, und noch viele mehr wurden vertrieben oder mussten in die Nachbarländer fliehen. Der Sudan ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt. Die Infrastruktur ist nicht nur durch den jahrelangen Konflikt zerstört, sondern das Land wird zu allem Überfluss auch noch häufig von Naturkatastrophen heimgesucht.
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