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Mädchen in Lateinamerika lachen und geben sich die Hand
Unsere Erfolge im Jahr 2021

Familien stärken in Lateinamerika und der Karibik

Die soziale Schere in Lateinamerika und der Karibik* klafft weit auseinander. Zahlreiche Familien haben mit Armut und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Vieles, was für uns selbstverständlich ist, bleibt für sie unerreichbar. Gerade Familien leiden unter diesen Bedingungen. Während der letzten zwei Jahre kamen die Auswirkungen der Coronapandemie verschlimmernd hinzu, und Länder, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängig ist, wurden besonders hart getroffen.

Vor allem in Zentralamerika ist Kriminalität ein schwerwiegendes Problem, das viele Menschen zur Flucht zwingt. Familien brechen auseinander, Kinder bleiben oft alleine zurück. Wir helfen Betroffenen u.a. mit medizinischer sowie psychologischer Beratung, mit Kinderbetreuung und durch Förderung der sozialen und beruflichen Kompetenzen.

2021 haben 3.521 Kinder, Jugendliche und Eltern in 4 Ländern in Lateinamerika und der Karibik an 5 Standorten im Rahmen der Familienstärkungsprogramme Hilfsangebote erhalten.**

Haiti – Hilfe für Familien in der Not

Kartenausschnitt von der Karibik mit Fokus auf Haiti
  • Mehr als ein Drittel der Bevölkerung Haitis kann weder lesen noch schreiben.
  • Über drei Viertel der Bevölkerung haben keinen Zugang zu fließendem Wasser.
  • 65,9 Prozent der städtischen Bevölkerung leben in Slums.***

Haiti gilt als Armenhaus Amerikas und wird immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, wie zuletzt von dem schweren Erdbeben im August 2021. Rund 80 Prozent der Bevölkerung leben in Armut.

SOS-Kinderdorf ist seit 1983 in Haiti aktiv. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit dort ist es, zu verhindern, dass Familien aufgrund von Armut auseinanderbrechen. Daher bietet das Familienstärkungsprogramm in Port-au-Prince Santo u.a. eine Tagesbetreuung für Kinder. Dort können die Eltern ihre Kleinen in sicherer Obhut belassen, während sie selbst den Lebensunterhalt für die Familie verdienen.

Die Kinder bekommen Essen und pädagogisch hochwertige Betreuung. Den Eltern bieten wir Schulungen für ihre sozialen und beruflichen Kompetenzen sowie psychologische Beratung, damit sie ihre Familien aus eigener Kraft aus der Armut führen können.

Soforthilfe nach dem Erdbeben 2021

Nach dem letzten schweren Erdbeben im Jahr 2010, von dem sich das Land noch immer nicht restlos erholt hatte, wurde Haiti am 14. August 2021 erneut von einem Beben der Stärke 7,2 getroffen. Über 130.000 Häuser wurden zerstört oder beschädigt, viele Kinder wurden von ihren Eltern getrennt und der Wiederaufbau geht nur schleppend voran. SOS-Kinderdorf leistete mit zahlreichen Maßnahmen Soforthilfe vor Ort. Die Unterstützung hält bis heute an: Betroffene Familien – auch solche, die nicht am Familienstärkungsprogramm teilnehmen – erhalten u.a. Nahrungsmittel, Corona-Schutzausrüstung, Medikamente und Kleidung. Zudem kümmern wir uns um Familienzusammenführungen.
 
Viele Menschen wurden durch das Beben traumatisiert. Hier setzt ein weiteres unserer Nothilfeprojekte an: In Les Cayes und Camp-Perrin wurden vier Schutzräume für Kinder eröffnet, in denen die Kleinen psychosoziale Unterstützung bekommen. An den kommunikativen, kreativen und sportlichen Aktivitäten während der Eröffnungen nahmen über 200 Kinder teil. Unsere Mitarbeitenden nutzten die Gelegenheit, auch den Eltern psychologische Unterstützung zukommen zu lassen. 

Erfolgsgeschichte aus Bolivien: Besser aufwachsen

Karte vom südlichen Lateinamerika mit Fokus auf Bolivien
  • 2,1 Prozent aller Kinder sterben noch vor dem Erreichen des ersten Lebensjahrs.
  • 37 Prozent der Bevölkerung gelten als arm.
  • 40 Prozent der Bevölkerung haben keinen Sekundarschulabschluss.
  • 49 Prozent der städtischen Bevölkerung leben in Slums.***

Was uns selbstverständlich erscheint, ist für viele Menschen in Bolivien ein unerreichbarer Luxus: Bildung und sauberes Trinkwasser. Unser SOS-Familienstärkungsprogramm schafft Abhilfe.

Virtueller Unterricht und Trinkwasser für Arpeñas Familie

Arpeña und ihr Mann Paulino leben mit ihren vier Kindern in einem kleinen Haus in der Nähe der Stadt Potosí. Die Coronapandemie traf das Land hart, auch Arpeña und ihre Familie waren betroffen. Die Kinder hatten keine Möglichkeit, am virtuellen Unterricht teilzunehmen. Ein weiteres Problem war die prekäre Wasserversorgung: Das Brauch- und Trinkwasser der Familie kam aus belasteten Brunnen oder Seen, sodass alle sechs häufig an Magen-Darm-Infekten litten.

Dann stellte SOS-Kinderdorf im Rahmen des landesweiten Digitalisierungsprojekts Wi-Fi und Smartphones zur Verfügung, damit die Kinder regelmäßig am virtuellen Unterricht teilnehmen konnten. Mindestens genauso wichtig war die Installation von fließendem Trinkwasser, die unser Familienstärkungsprogramm finanzierte. Der Speichertank ist so groß, dass auch die Nachbarhäuser angeschlossen werden konnten und das ganze Dorf davon profitiert.

Zugang zu Grundrechten

„Wir bekommen keine Magen-Darm-Erkrankungen mehr und können uns endlich regelmäßig die Hände waschen“, erzählt Arpeña glücklich. „Wir haben etwas, von dem wir nicht dachten, dass es je wahr werden würde. Unsere Kinder können jetzt besser aufwachsen“, ergänzt ihr Mann Paulino. Mit der Unterstützung unseres Familienstärkungsprogramms konnte die Familie sich Zugang zu Grundrechten verschaffen, die in Bolivien leider keine Selbstverständlichkeit sind. 

Kinder in Bolivien an einem Brunnen mit fließendem Wasser

Fließendes, sauberes Wasser ist eine Grundvoraussetzung für Gesundheit.
 

* Im Folgenden schließt die Bezeichnung „Lateinamerika“ die Länder der Karibik ein.

**Daten geben den Stand im Juni 2022 wieder. Die Zahl der tatsächlich geförderten Personen und Projekte kann aufgrund nicht erfasster Daten höher sein als angegeben. Quelle: Programmmonitoring-Datenbank von SOS-Kinderdorf International 2022.

***Quellen: UNDP Human Development Report, Weltbank (2020)