Aktuelles

Weltflüchtlingstag

20. Juni 2019

Geflüchtet

Heute, am 20. Juni, ist Weltflüchtlingstag. Seit 2001 soll geflüchteten Menschen aus der ganzen Welt vor allem an diesem Tag Solidarität gezeigt werden. Solidarität für den Mut und das Durchhaltevermögen, das Zuhause zu verlassen, sich auf einen gefährlichen und meist langen Weg zu begeben, um in der Fremde Sicherheit und eine neue Zukunft zu finden. Während die Zahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, abnimmt, steigt die Zahl der Geflüchteten weltweit an. Dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge hat die Zahl der geflüchteten Menschen mit über 70 Millionen Ende letzten Jahres einen neuen Höchststand erreicht. 

Geflüchtete aus dem Iran

In der sogenannten Flüchtlingskrise, die 2015 in Deutschland ihren Anfang fand, verdoppelte sich die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland innerhalb eines Jahres. Auch SOS-Kinderdorf reagierte auf diese neue Lage. IIn Düsseldorf wurde beispielsweise die Turnhalle des SOS-Jugendtreffs übergangsweise zur Flüchtlingsunterkunft. Es wurden Wohnungen gesucht und angemietet, um unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten ein neues sicheres Zuhause zu geben. Der 15-jährige Nuri* flüchtete 2015 alleine aus dem Iran nach Deutschland. Die Familie des gebürtigen Afghanen floh bereits in den Iran. Dort sollte er nun als Soldat im syrischen Bürgerkrieg dienen – die Alternative war die Abschiebung zurück nach Afghanistan. Für Nuris Vater war beides undenkbar: „Da hat er mich nach Europa geschickt“, erzählt Nuri. Heute geht es Nuri gut. Er konnte ein neues Leben beginnen, macht eine Ausbildung, möchte danach sein Fachabitur machen und studieren. Ein Abschiebungsverbot schützt ihn vor der Abschiebung nach Afghanistan. Hier mehr erfahren.

* Name zum Schutz der Person geändert

Zum Nichtstun verdammt

Doch nicht allen Geflüchteten ist es möglich diesen Weg zu gehen. Abbubakar flüchtete 2014 mit gerade einmal 15 Jahren aus Burkina-Faso nach Deutschland – alleine. Sein Vater wurde von Rebellen getötet, das Dorf, in dem er lebte, wurde niedergebrannt. Seine Mutter schickte ihn aus Angst fort. 2014 kam er nach Landsberg am Lech und wohnte dort bis 2018 in einer Wohngruppe des SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. Nachdem er in einer Baufirma ein Praktikum absolvierte, sollte er als Hilfsarbeiter übernommen werden und einen Ausbildungsplatz bekommen. Als minderjähriger Geflüchteter durfte Abbubakar problemlos in Deutschland bleiben, doch als der nun 21-Jährige einen Asylantrag stellte, wurde dieser abgelehnt. Seine einzige Hoffnung: Artikel 25 des Aufenthaltsgesetzes, das besagt, dass gut integrierte Jugendliche und junge Erwachsene eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Seit einem Jahr ist er nun von Monat zu Monat lediglich in Deutschland geduldet. Hier mehr erfahren.

Stadtteilmütter und IKO-Café in Salzgitter

SOS-Kinderdorf bietet weitere Angebote an, damit geflüchteten Menschen ein guter Start in ein neues sicheres Leben in Deutschland gelingt. Die Stadtteilmütter im SOS-Mütterzentrum Salzgitter unterstützen geflüchtete Menschen dabei, im deutschen Alltag anzukommen. Sie helfen bei Formularen, begleiten geflüchtete Menschen zu Behördengängen, zum Arzt, bei Einkäufen und vieles mehr. Das IKO-Café im SOS-Mütterzentrum Salzgitter bietet weiteren Raum für Austausch.

Helfen anzukommen

Im SOS-Kinderdorf Bremen werden Flüchtlingskinder in Vorklassen auf die Schule in Deutschland vorbereitet. Hier können sie vor allem auch Deutsch lernen. Außerdem können sie sich dort auch jenseits von Sprache mithilfe eines Kunsttherapeuten lernen auszudrücken. Dieses Projekt benötigt Ihre Unterstützung. Helfen Sie Kindern einen guten Start in Deutschland zu ermöglichen. Jetzt spenden.

Mehr erfahren