Aktuelles

Unterstützung für Bremer Familien

2. Mai 2019

Kindern ihr Zuhause bewahren

von Ulrike Troue / Weser Kurier

Die heilpädagogische Tagesgruppe im SOS-Kinderdorf Bremen bietet die Chance, Kinder vor einer drohenden Trennung von ihrem Zuhause zu bewahren. „In dieser teilstationären Maßnahme wird die Familie insgesamt betrachtet und unterstützt“, erklärt Bereichsleiterin Silke Höppner.

Die Kinder, die vom Jugendamt in diese Gruppe entsandt werden, leiden laut Höppner unter Lern- und Verhaltensproblemen. Darüber hinaus belasten schwerwiegende Konflikte das Familienleben. In der heilpädagogischen Tagesgruppe, die ihre Räume in der ersten Etage im SOS-Kinderdorfzentrum in der Alten Neustadt hat, werden die Kinder von Montag bis Freitag jeweils von 13 bis 17.30 Uhr von vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern individuell betreut und gefördert. Dieses teilstationäre Angebot soll auch die Eltern entlasten.

Silke Höppner leitet die heilpädagogische Tagesbetreuung im SOS-Kinderdorf Bremen

Silke Höppner leitet die heilpädagogische Tagesbetreuung im SOS-Kinderdorf Bremen

Die insgesamt neun Mädchen und Jungen im Alter ab sechs Jahren kommen direkt nach der Schule dorthin. „Sie werden nach dem Mittagessen intensiv bei den Schularbeiten unterstützt“, berichtet Bereichsleiterin Silke Höppner. Da es mehrere Gruppenräume gibt, könnten die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt auf die Bedürfnisse der Kinder nach Ruhe, Struktur und auch Bewegung eingehen, ehe diese am frühen Abend wieder nach Hause zurückkehren. Durch das Miteinander in der altersgemischten Gruppe lernen die Kinder zudem das Austragen und Aushalten von Konflikten. „Und manche Kinder werden groß in dieser Gruppe“, merkt Höppner an, die Gruppenmitglieder kennt, die bis zum 14. oder 15. Lebensjahr dabei geblieben sind.

Auch die Familien werden einbezogen

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagesgruppe ist die intensive Arbeit mit den Familien. An jedem Freitag gibt es nach Silke Höppners Aussage ein Familiencafé, alle zwei Wochen mit einem Aktivangebot. Auch Ausflüge gehören zum Programm. „Und im Team gibt es extra eine Elternberatungsstelle“, erklärt die Fachfrau. Durch konkrete Hilfen bei der Erziehung und im Alltag würden die Mütter und Väter unterstützt und in ihren Kompetenzen gestärkt.

„Die heilpädagogische Tagesgruppe gibt es seit 2008“, berichtet Silke Höppner. Sie sei gut vernetzt im Quartier, findet die Bereichsleiterin. „Da ist etwas Stabiles gewachsen“, sagt sie mit Blick auf die Schulen, die sie als verlässliche Kooperationspartner schätzt, und die Nähe zu Beratungsstellen, Therapeuten oder auch dem Gesundheitsamt. Wertvoll seien außerdem die Angebote im SOS-Kinderdorfzentrum, die die Gruppe regelmäßig nutze. Vor diesem Hintergrund ist es der Bereichsleiterin wichtig, dass die heilpädagogische Tagesgruppe weiterhin im Quartier angesiedelt bleibt. Allerdings hält sie den Auszug der stationären Maßnahme aus dem SOS-Kinderdorfzentrum für einen unausweichlichen Schritt.

Als Gründe dafür gibt Silke Höppner an, dass das Außengelände fehle, damit die derzeit vornehmlich jüngeren Kinder in der Gruppe sich austoben oder auch einmal abschalten könnten. Der vorhandene Toberaum im SOS-Kinderdorfzentrum sei halt sehr klein und häufig auch von anderen Kindern mit beschlagnahmt. Darüber hinaus herrsche im großen Gebäudekomplex an der Friedrich-Ebert-Straße 101 durch die vielen Kinder drumherum eine gewisse Unruhe.

„Ein Garten wäre wunderbar"

„Wir sind bereits auf diverse Makler zugegangen, aber es hat sich nichts ergeben“, ­bedauert Sylvia Schikker als Projektmanagerin Marketing von SOS-Kinderdorf Bremen. „Wir sind langfristig an einer Vier- bis Fünfzimmerwohnung in der Neustadt mit 150 bis 170 Quadratmetern interessiert, und es ist für die Gruppe einfach ungünstig, je länger es dauert“. „Ideal wäre eine Erdgeschosswohnung mit Garten“, beschreibt Silke Höppner ihr nach eigenen Worten „kleines Wunschkonzert“ für ein neues Domizil näher. Dass es gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein soll und auch Freizeitmöglichkeiten in der Nähe liegen sollten, sind weitere Idealvorstellungen, die die Bereichsleiterin aufzählt und gleichzeitig betont, dass natürlich nicht alles passen könne.

Großzügige Flure, eine etwa 35 Quadratmeter große Wohnküche mit Platz für einen ­Esstisch für zehn Personen, wobei Esszimmer und Küche auch getrennt liegen könnten, die aber nebeneinander liegen sollten, und drei etwa 30 Quadratmeter große Zimmer, in denen gespielt, Hausaufgaben gemacht und getobt werden könnte, hält sie für optimale Voraussetzungen für das neue Domizil der heilpädagogischen Tagesgruppe. Dass dafür einige Umbauten wahrscheinlich sind, ist der pragmatischen Bereichsleiterin durchaus klar, die gerne auch einen Stellplatz für einen Pkw hätte. „Und man kann auch einen Hof gut umgestalten, da sind wir kreativ“, versichert Silke Höppner. 

Weitere Informationen

Wer für die heilpädagogische Tagesgruppe im SOS-Kinderdorf Bremen in der Neustadt ein neues Quartier wüsste oder eine entsprechende Wohnung vermieten möchte, kann sich per E-Mail an Silke.Hoeppner@sos-kinderdorf.de oder auch Karin.Mummenthey@sos-kinderdorf.de wenden.

Ihre Ansprechpartnerin

Silke Höppner

Silke Höppner
Bereichsleiterin Pädagogik

SOS-Kinderdorf Bremen
Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Friedrich-Ebert-Straße 101
28199 Bremen

Telefon 0421 59712-19
silke.höppner@sos-kinderdorf.de