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Aktuelles

Es ist #Zeitfürmehr Zukunftsperspektiven!

München, 10. September 2021

Tag der Wohnungslosen 2021

Zum Tag der Wohnungslosen weist SOS-Kinderdorf auf prekäre Lage junger Menschen ohne festen Wohnsitz hin und fordert: Es ist #Zeitfürmehr Zukunftschancen!

SOS-Kinderdorf fordert zum Tag der Wohnungslosen: Es ist #Zeitfürmehr Zukunftsperspektiven!

Etwa 37.000 junge Menschen unter 27 Jahren waren zwischen 2015 und 2017 obdach- oder wohnungslos, über 6.000 davon waren minderjährig*. Als hauptsächlicher Auslöser für Wohnungslosigkeit gelten familiäre Konflikte und der Wunsch, der belastenden häuslichen Situation zu entfliehen. Die Coronapandemie hat diesen sowieso schon stark belasteten jungen Menschen weiter zugesetzt.

Wohnungslose Jugendliche kommen oft bei Freunden unter. Sie wohnen meist nicht auf der Straße, haben aber auch keinen festen Wohnsitz. Dieser ist aber essentiell, um staatliche Hilfen wie beispielsweise Kindergeld zu erhalten. Ohne feste Strukturen und entsprechende Hilfsangebote ist es kaum möglich, einen Weg aus der Wohnungslosigkeit zu finden – und damit auch die Chance auf einen Neuanfang zu erhalten. Durch die Coronakrise brachen für die jungen Menschen sehr viele dieser Hilfsangebote von heute auf morgen weg. Ausgangsbeschränkungen, Kontaktreduzierungen und Hygienemaßnahmen – ohne festen Wohnsitz sind diese so gut wie nicht einzuhalten.

Unterstützungsbedarf deutlich gestiegen seit der Pandemie

Christel Kohls ist Soziologin und pädagogische Mitarbeiterin im SOS-Kinderdorf Saarbrücken; sie betreut Angebote, die sich direkt an Jugendliche ohne festen Wohnsitz wenden. „Wohnungslose junge Menschen spielen in der gesellschaftlichen und politischen Debatte überhaupt keine Rolle. Dabei befürchten wir auf Grund der gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie noch einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen in den kommenden Jahren. Schon jetzt stellen wir fest, dass der Unterstützungsbedarf bei den von uns betreuten Jugendlichen seit Beginn der Pandemie deutlich gestiegen ist“, erklärt sie.  Erst Anfang 2020 wurde von offizieller Stelle beschlossen, die Zahl der Wohnungslosen erstmalig überhaupt offiziell zu erfassen.

Junge Menschen mehr in den Blick nehmen

SOS-Kinderdorf fordert, dass junge Menschen von der Politik mehr in den Blick genommen werden. Und das gilt vor allem auch für obdach- und wohnungslose Jugendliche, deren Zahl nicht einmal offiziell erfasst wird. „Zukunftschancen heißt nicht für alle das Gleiche. Junge Menschen wachsen in vielfältigen Lebenssituationen auf und bringen unterschiedliche Potenziale, Herausforderungen und Belastungen mit. Wichtig ist, dass alle jungen Menschen ihre Chance erhalten. Das kann für Jugendliche ohne Wohnung bedeuten, erst einmal eine feste eigene Wohnung zu haben und von dort einen Einstieg in eine Ausbildung zu finden. Es braucht passgenaue und rechtskreisübergreifende Angebote, um diesen vielfältigen Lebenssituationen gerecht zu werden“, fordert Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins.

*Erhebungen des Deutschen Jugendinstituts

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