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Aktuelles

SOS-Geschwisterhaus offiziell eröffnet

27. Mai 2020

SOS-Kinderdorf Bremen eröffnet Inobhutnahmestelle für Geschwisterkinder

Jedes Jahr werden bundesweit mehr Kinder und Jugendliche von Jugendämtern in Obhut genommen. 2018 waren es über 40.000. Geschwister werden dabei häufig getrennt voneinander untergebracht, was eine zusätzliche Belastung für die Minderjährigen darstellt. Mit dem SOS-Geschwisterhaus eröffnet das SOS-Kinderdorf Bremen seine erste Inobhutnahmestelle, damit Geschwister auch in dieser herausfordernden Zeit zusammen bleiben können.

Jacken und Schuhe haben im Flur ihren festen Platz.

Jacken und Schuhe haben im Flur ihren festen Platz.

2018 wurden über 40.000 Minderjährige von Jugendämtern in Deutschland in Obhut genommen*. Auch in Bremen steigt die Anzahl seit Jahren kontinuierlich. Hier waren es 2018 658 Inobhutnahmen**. Sexueller Missbrauch, Gewalt, Verwahrlosung - Gründe für eine Inobhutnahme gibt es viele. Immer ist das Kindeswohl so akut gefährdet, dass der zuständige Mitarbeiter des Jugendamtes das Kind zunächst aus der Familie nimmt und es bis zur Klärung des weiteren Verbleibs in einer Inobhutnahmestelle unterbringt. Handelt es sich um mehrere Geschwister, kommt es leider häufig vor, dass diese getrennt voneinander untergebracht werden müssen. Für die Kinder stellt dies eine hohe zusätzliche Belastung dar.

„Im SOS-Geschwisterhaus Bremen können wir ab dem 11. Juni bis zu zehn Kinder und Jugendliche in Obhut nehmen“, berichtet Silke Höppner. Sie ist als Bereichsleiterin für die neue Inobhutnahmestelle zuständig und hat viele Jahre selbst als Casemanagerin und Amtsvormund im Jugendamt gearbeitet. Mit dem Geschwisterhaus möchte das SOS-Kinderdorf dazu beitragen, dass Geschwister während der Inobhutnahme zusammen bleiben können.

Jedes Kind hat in dem hellen und lichtdurchfluteten Haus ein eigenes Zimmer. „Das ist uns sehr wichtig, denn so können sich die Kinder zurückziehen und zur Ruhe kommen“, erzählt Höppner. Für den Fall, dass Geschwister auch einmal gemeinsam in einem Zimmer schlafen möchten, ist aber ebenfalls vorgesorgt, denn die Betten lassen sich durch einen Auszug verdoppeln. Der größte Raum und Mittelpunkt des Hauses ist die offene Küche mit einem großen Esstisch. Hier stehen bereits Kinderstühle und auch eine Kinderküche wartet auf kleine Köche. „Wir nehmen Kinder ab zwei Jahren auf und betreuen Krippen- und Kindergartenkinder auch vormittags hier im Haus“, erzählt Höppner, während sie den großen Spielflur und das Außengelände mit zahlreichen Bobbycars und Dreirädern zeigt. „Die Kinder sollen sich bei uns gut aufgehoben fühlen, auch wenn die Aufenthaltsdauer im Idealfall sehr kurz ist“. Wenn es die Entfernung und die familiären Umstände zulassen, dann gehen Schulkinder weiterhin in ihre bisherige Schule. Ist dies nicht möglich, werden sie in der Nähe des Geschwisterhauses beschult. 

Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer.

Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer.

Mindestens zwei pädagogische Fachkräfte sind immer im Dienst, rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Am Vormittag und vom Abendessen bis zur Bettruhe sind es sogar mindestens drei Personen, denn das Team des SOS-Kinderdorfes möchte sicherstellen, dass keines der Kinder zu kurz kommt. „Bei uns stehen einzig und allein die Bedarfe der Geschwister im Fokus“, so Dr. Lars Becker, Leiter des SOS-Kinderdorfes Bremen. Insgesamt besteht das Team aus 18 pädagogischen Mitarbeitern sowie drei Hauswirtschaftskräften.
 

Mit dem Geschwisterhaus engagiert sich das SOS-Kinderdorf Bremen nun an 14 Standorten mit 19 Hilfsangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien. „Wir eröffnen das SOS-Geschwisterhaus Bremen, weil wir davon überzeugt sind, dass Geschwisterkinder eine Ressource füreinander sind, gerade in herausfordernden Lebenssituationen“, so Becker.

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