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Reiseblog (3/3): SOS in der Welt

27. Februar 2019

In einem Reiseblog berichtete Dr. Birgit Lambertz, stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführerin des SOS-Kinderdorf e.V., von ihrem Besuch in den SOS-Kinderdörfern in Benin und Kamerun. 

SOS in der Welt - Les villages d'enfants Cameroun


11. Februar 2019

Bienvenue au Cameroun

Nach einem kurzen Flug sind wir gut in Douala gelandet, der mit fast drei Millionen Einwohnern größten Stadt in Kamerun. Douala liegt direkt am Golf von Guinea und wirkt mit dem großen Hafen wie das Tor zur Welt, die Hauptstadt Jaunde erreicht man nach ungefähr 200 Kilometern landeinwärts. Im Vergleich zum beschaulichen Benin begrüßt uns Douala als quirlige und lebhafte Großstadt – bei fast 40°C im Schatten.

Kamerun

Im Kinderdorf Douala wurden wir sogleich aufs herzlichste mit einem reichhaltigen, traditionellen Abendessen willkommen geheißen. Die Kinder im Dorfzentrum hatten eigens für den Besuch der Delegation eine Tanzvorführung vorbereitet, die auch klassische Ballettelemente beinhaltete.

Das Kinderdorf Mbalmayo

Am nächsten Tag fuhren wir in das Kinderdorf Mbalmayo, das etwas südlich der Hauptstadt Jaunde liegt. Die Fahrt lässt sich mit gutem Gewissen als echtes Abenteuer bezeichnen: Sechs Stunden Fahrzeit für ungefähr 270 Kilometer, auf einer Straße, die überwiegend aus Schlaglöchern besteht.

Das Kinderdorf Mbalmayo

Kamerun Reise Dr. Birgit Lambertz


Für die anstrengende Fahrt wurden wir im Kinderdorf durch einen großartigen Empfang entschädigt: Eine Tanzgruppe aus Jugendlichen, die auch erfolgreich an nationalen Wettbewerben teilnimmt, begeisterte uns und das versammelte Publikum.

Eine der Kinderdorfmütter aus Mbalmayo

Wie das Kinderdorf und seine Bewohner auch die örtliche Gemeinde prägen und stärken, konnten wir bei einem Rundgang durch die Nachbarschaft erleben. Die Nationale Direktorin von Kamerun, Frau Claude Mpappe, begleitete uns dabei.

Wir lernten einen jungen Mann kennen, der im Kinderdorf aufgewachsen ist und sich inzwischen als Fahrzeugmechaniker selbstständig gemacht hat. Er sagte, er hätte sich schon seit vielen Jahren einen Besuch von SOS-Deutschland in Kamerun gewünscht, um voller Stolz seinen Erfolg präsentieren zu können. Er war daher ganz freudig überrascht, dass wir ihn in seiner Werkstatt besuchten.

Wasserturm im KD Mbalmayo

Ebenso trafen wir zwei Kinderdorfmütter, die nicht mehr im Kinderdorf, sondern in der umliegenden Community leben. Beide haben als zugehende Erzieherinnen ihre Tätigkeit im SOS-Kinderdorf begonnen und wurden anschließend Kinderdorfmütter. Sie sind die ersten, die mit ihren Familien umgezogen sind und sich in die Gemeinde integrieren möchten, denn das Kinderdorf Mbalmayo liegt etwas isoliert von der örtlichen Gemeinschaft. Die Frauen sehen Vor- und Nachteile dieses Modells. Auf der einen Seite braucht es nun mehr Zeit, um die Nachbarn kennenzulernen und neue Freunde zu finden. Auf der anderen Seite kann man sich mehr auf die Kinder konzentrieren und ist autonomer als in der Gemeinschaft im Kinderdorf. Ihren Kindern ist es jedenfalls sehr schnell gelungen, in der Schule neue Freunde zu finden.

Die Hauptstadt Jaunde

Am Tag unserer Abreise hatten wir noch die Möglichkeit, das National Office in der Hauptstadt Jaunde kennenzulernen und von vielen Menschen, die uns auf der Reise begegnet sind, Abschied zu nehmen.

National Director Claude Mpappe

National Director Claude Mpappe

Im Büro der Nationalen Direktorin erwartete uns dieses imposante Bild unseres Gründungsvaters. Die Zeichnung von Hermann Gmeiner wurde von einem ehemaligen Kinderdorfkind angefertigt.

Die MitarbeiterInnen des National Office berichteten uns von ihrer Arbeit vor Ort. Insbesondere die Advocacy-Arbeit, die Kinderschutz und Kinderrechte bei Behörden und anderen gesellschaftlichen Akteuren stärkt, ist in Kamerun von besonderer Bedeutung für das Wohl der Kinder.

Die MitarbeiterInnen des National Office Kamerun

Wir sind tief beeindruckt, wie engagiert sich die KollegInnen von SOS Benin und SOS Kamerun für benachteiligte Kinder und Jugendliche stark machen und damit auch dort den SOS-Kinderdorf-Gedanken leben. Erfüllt von all diesen Eindrücken und Begegnungen fliegen wir zurück nach München. Leider am Ende ohne unser Gepäck, doch das ist eine andere Geschichte…

Die MitarbeiterInnen des National Office Kamerun

Die MitarbeiterInnen des National Office Kamerun