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Aktuelles

Internationaler Tag der Jugend

10. August 2020

Zwei junge Menschen sitzen auf einer Türschwelle und unterhalten sich

In Deutschland sind etwa 37.000 junge Menschen unter 27 Jahren wohnungs- oder obdachlos, davon sind etwa 7.000 noch minderjährig, so das Deutsche Jugendinstitut (DJI).

Kein Zuhause – obdachlose und wohnungslose Jugendliche in Deutschland

In Deutschland sind etwa 37.000 junge Menschen unter 27 Jahren wohnungs- oder obdachlos, davon sind etwa 7.000 noch minderjährig.* SOS-Kinderdorf möchte zum internationalen Tag der Jugend am 12. August auf dieses Thema aufmerksam machen.

Wenn die Probleme Zuhause übermächtig werden

Die Gründe für eine Flucht von zu Hause sind vielfältig und haben meist eine lange Vorgeschichte, erklärt Christel Kohls, Sozialpädagogin im Jugenddienst des SOS-Kinderdorfs Saarbrücken:

„Es gibt Jugendliche, die sehr schlechte Bedingungen zu Hause haben – wenig Wohnraum, Stress zwischen den Eltern, traumatische Erlebnisse oder eine zwanghafte Kontrolle der Eltern.“

Christel Kohls erklärt weiter: „Wenn Eltern drogen- oder alkoholabhängig sind, kann es im Einzelfall besser sein, das Kind von zu Hause rauszunehmen, um nicht in das gleiche Muster zu fallen.“

Zahlreiche Fälle von Vernachlässigung oder häuslicher Gewalt werden dem Jugendamt gemeldet. 2018 gab es 24.939 Fälle akuter Kindeswohlgefährdung. Sabine Maurer, Bereichsleiterin für die Ausbildungsvorbereitung im SOS-Kinderdorf Saarbrücken, berichtet von einem Fall, in dem ein Vater seine drei Töchter massiv vernachlässigt hatte und dem Jugendamt dennoch lange die Hände gebunden waren: „Die Mädchen waren meistens alleine und komplett auf sich gestellt. Immer wenn sich das Jugendamt angekündigt hatte, war der Vater aber da, so dass für das Jugendamt kein dringender Handlungsbedarf zu sehen war.“ In diesen Fällen hat es das Jugendamt nicht leicht, die Lage zu bewerten. Und auch Christel Kohls berichtet: 

„Oft wird bei Problemen eine Erziehungsbeistandschaft in die Familie geschickt. Während diese Person da ist, scheint die Situation in Ordnung, aber danach bricht oftmals alles wieder zusammen.“


Weitere Gründe sind Drogen- oder Gewaltprobleme der Kinder. Manche Eltern sind schlichtweg damit überfordert und sehen keinen anderen Ausweg mehr als die Kinder vor die Tür zu setzen. Wohnungslos kommen manche Jugendlichen bei Freunden oder Verwandten unter, betreiben Couch-Surfing – ohne festen Wohnsitz und ohne Postmeldeadresse. Sie laufen Gefahr sich bei Freunden und Familie hoch zu verschulden oder sich Geld auf anderen – illegalen – Wegen zu beschaffen. Werden Jugendliche gar obdachlos, leben sie auf der Straße, unter Brücken oder in Abrisshäusern – ohne warmen Schlafplatz, regelmäßiges Essen, einem Ort zum Duschen.

Hilfe für wohnungslose Jugendliche im SOS-Kinderdorf Saarbrücken

Jugendlicher mit voll gepacktem Rucksack, Stofftier und Decken geht an Straße entlang

Die Gründe für eine Flucht von Zuhause sind vielfältig: Vernachlässigung, häusliche Gewalt, zwanghafte Kontrolle. SOS-Kinderdorf hilft obdachlosen und wohnungslosen Jugendlichen in Deutschland.

Obdachlose und wohnungslose Jugendliche finden im Jugenddienst des SOS-Kinderdorfs Saarbrücken vor allem eine Anlaufstelle und einen offenen Treff. Hier können Sozialarbeiter mit den Jugendlichen in Kontakt kommen, um weitere Hilfe leisten zu können. 

Wohnungslose Jugendliche benötigen vor allem eine Orientierung, um wieder eine Wohnung, einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden. Diese erhalten sie im Projekt Get on des SOS-Kinderdorf Saarbrücken. Hat ein Jugendlicher aufgrund seiner Wohnungslosigkeit keine Postmeldeadresse mehr, so erhält er diese in Absprache mit dem Jobcenter im SOS-Kinderdorf. Denn nur mit einer Postmeldeadresse können die Jugendlichen nun soziale Hilfen beantragen. Sind Jugendliche noch nicht fähig alleine zu wohnen, bietet das SOS-Kinderdorf Saarbrücken auch ein sogenanntes Wohn-Clearing an, bei dem junge Erwachsene zwischen 18 und 22 Jahren in betreuten Wohnungen leben. 

Ziel ist es die jungen Menschen wieder in ein geregeltes Leben – weg von der Wohnungs- und Obdachlosigkeit – zu führen.

*https://www.dji.de/themen/jugend/strassenjugendliche.html

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