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Caldonazzo

Ferien helfen bei Persönlichkeitsentwicklung

SOS-Kinderdorf-Kinder freuen sich auf Caldonazzo

Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude ist groß. Ungeduldig warten die Jungen und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf in Dießen darauf, dass es endlich losgeht nach Caldonazzo, wo sie zusammen mit Gleichaltrigen aus vielen anderen SOS-Kinderdörfern weltweit Ferien machen dürfen. Für sie bedeuten die Tage in Südtirol nicht nur unvergessliche Erlebnisse, von denen sie noch jahrelang zehren. Sie helfen ihnen auch bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung nach oft schlimmen Vorerfahrungen.

Ferien, erläutert SOS-Bereichsleiter und Sozialpädagoge Christoph Rublack, ist für die Kinder nicht nur ein „Raus aus dem Alltag“, der mit Schule, Lernen, Nachhilfe und Therapie meist sehr durchstrukturiert ist.  Sie vermitteln den Kindern auch völlig neue Sinneseindrücke, etwa im Wasser oder auf Bergen, und bieten die Möglichkeit, nicht nur die Seele baumeln zu lassen, sondern sich auch „neu zu entdecken“.

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1, 2, 3 und los - bei bestem Wetter können die Kinder in Caldonazzo von ihrem Alltag abschalten. 

Kinder aus anderen SOS-Kinderdörfern weltweit treffen

Bei Berg- oder Radtouren lernen Jungen und Mädchen ihre körperlichen Grenzen, aber auch Fähigkeiten kennen und erleben, zu welchen Leistungen sie fähig sind. Gerade für Kinder, die in ihrer Vorgeschichte Dinge oft nicht beeinflussen konnten, ihnen hilflos gegenüberstanden, ist diese Erfahrung der Selbstwirksamkeit enorm „wichtig und förderlich“, betont Rublack.

Außerdem können sie neue Kontakte zu anderen Gleichaltrigen, aber auch Erwachsenen schließen, sich in neuen sozialen Rollen ausprobieren, einmal der Älteste statt immer der Jüngste  sein und umgekehrt. Gerade in Caldonazzo lernen die Kinder und Jugendlichen verschiedene Kulturen kennen, weil die Urlauber dort vielen unterschiedlichen Nationalitäten angehören. Und sie stellen dort fest, wie viele Gleichaltrige in SOS-Kinderdörfern leben und dass sie mit ihren Vorerfahrungen nicht alleine stehen.

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Beim Klettern lernen die Kinder ihre Fähigkeiten kennen und erleben.

Positive Erlebnisse stärken

Die Möglichkeit, nach den Ferien vom Urlaub zu erzählen, gibt den SOS-Kinderdorfkindern ein Stück Normalität, erklärt Rublack. Zumal sie wie alle anderen Kinder noch jahrelang von den Erlebnissen fernab des Alltags zehren und sich mithilfe von Fotoalben lebhaft daran erinnern. Familienfreizeiten, bei denen eine oder zwei SOS-Kinderdorffamilien zum Beispiel an die Ostsee reisen, festigen zudem die Zusammengehörigkeit und das „Wir-Gefühl“ in der Familie. Nehmen Kinder allein an Ferienfreizeiten teil, lernen sie sich als „Kinderdorfkinder“ in einer „normalen“ Umgebung zu behaupten und können sich so oft ganz neu definieren, so Rublack – mit teils ausgesprochen positiven Folgen für ihren Weg zum Erwachsenwerden.

Urlaubszeit bei SOS-Kinderdorf: Ferien in Caldonazzo