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Aktuelles

Beteiligung in der Corona-Krise

7. Dezember 2021

Kinderrechte Gesundheit

„Jugendliche ab 14 sollten selbst über ihre Impfung entscheiden dürfen“

SOS-Kinderdorf fordert Beteiligungsrechte für junge Menschen in der Corona-Krise. 

Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende des SOS-Kinderdorfvereins, fordert: „Junge Menschen ab 14 Jahren sollten selber bestimmen dürfen, ob sie sich impfen lassen. Eine bessere Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie ein gut zugängliches und kostenloses Testsystem für Kinder sind essentiell. Zudem braucht es direkt im Kanzleramt eine Kinderbeauftragte, die auf die Beteiligung und den Schutz von Kindern bei allen Covid-Maßnahmen achtet. Angesichts explodierender Infektionszahlen, gerade in Schulen und Kitas, sowie besorgniserregender und weiter steigender Zahlen von Kindern mit psychischen Auffälligkeiten rufen wir dazu auf, den Schutz, die Perspektiven und die Rechte junger Menschen in der Pandemie nicht länger außer Acht zu lassen. Es ist allerhöchste Zeit für mehr kindgerechte Maßnahmen in der Pandemiebekämpfung!“

Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende SOS-Kinderdorf e.V.

Prof. Dr. Sabina Schutter, Vorstandsvorsitzende SOS-Kinderdorf e.V.

Corona-Krise eine Krise der Kinderrechte

„Viele Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie schränken die Rechte von Kindern stark ein; vor allem das Recht auf Bildung und Gehör und nicht zuletzt der Vorrang des Kindeswohls werden massiv verletzt“, erläutert Schutter. „Wir brauchen endlich ein Krisenmanagement, das die Interessen junger Menschen ins Zentrum stellt und ihnen mehr Mitsprache einräumt!“ Leider wurden junge Menschen auch an der Diskussion über die vierte Welle nicht beteiligt. Aber vor allem in einer Krise habe sie das Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung. Eine Verschärfung von 3G auf 2G beispielweise bedeutet, dass Minderjährige ohne Impfung von vielen für sie wichtigen Angeboten ausgeschlossen werden – ohne dass sie selbst in der Lage sind, diese Situation zu ändern.

„Junge Menschen haben die bisherigen einschneidenden Maßnahmen klaglos mitgetragen und unterstützt. Sie sind jetzt darauf angewiesen, dass andere solidarisch sind und sich impfen lassen. Junge Menschen unter 18 sind zudem abhängig davon, wie ihre Sorgeberechtigten zum Impfen stehen. Ihr Recht auf Selbstbestimmung wird hier massiv verletzt“, kritisiert die Vorstandsvorsitzende. 

Das sind die Forderungen von SOS-Kinderdorf:

  •  Jungen Menschen ab 14 Jahren sollten selber entscheiden dürfen, ob sie sich impfen lassen.
  • Eine breitangelegte und altersgerechte Aufklärungskampagne zum Impfen/Gesundheitsschutz 
  • Zusätzliche Testangebote für junge Menschen unter 18, einfach erreichbar und kostenlos
  • Standarisierte, tägliche Lolli-Tests in Kitas
  • Beteiligungsformate auf allen Ebenen – Kinder in der Krise endlich anhören und einbeziehen!
  • Ernennung einer Kinderbeauftragten direkt im Kanzleramt