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„Das Soziale ist mein Ding“

7. September 2018

Alexander Feegers mit Fußball auf einem Fußballfeld

Ist mit Begeisterung bei der Sache: Alexander Feegers absolviert den Bundesfreiwilligendienst beim SOS-Kinderdorf Niederrhein

Alexander Feegers (21) ist seit neun Monaten Bundesfreiwilliger („Bufdi“) beim SOS-Kinderdorf Niederrhein.

Wenn Alexander Feegers über das Gelände des SOS-Kinderdorfs Niederrhein in Kleve-Materborn läuft, wird er gleich von den ersten Kindern, die dort leben, mit „high five“ und einem lauten „Hey Alex“ begrüßt.

Alexander kommt aus Weeze und absolviert den Bundesfreiwilligendienst bei der bekannten Kinder- und Jugendhilfeorganisation in Kleve. Nachdem er seine Schreinerlehrer abgeschlossen hatte, war für den 21-Jährigen klar: „Ich will nicht im Handwerk bleiben, sondern in den sozialen Bereich wechseln. Denn Menschen sind mir wichtig.“

Für den Bundesfreiwilligendienst hat sich Alexander ganz bewusst entschieden. „Ich wollte testen, ob mir der soziale Bereich und insbesondere die Arbeit mit Kindern auch wirklich liegen, bevor ich nochmal eine Ausbildung beginne“. Alexander ist ein familiärer Mensch, verbringt seine Freizeit gerne bei seinen Großeltern oder unternimmt was mit seinen Freunden. Dass der soziale Bereich zu ihm passt, haben auch die vergangenen neun Monate als „Bufdi“ gezeigt. Er fühlt sich wohl und hat viel Freude an seiner Tätigkeit. „Das Soziale ist absolut mein Ding.“ Deshalb wird er auch seinen Bundesfreiwilligendienst abkürzen und im August eine praxisintegrierte, dreijährige Ausbildung zum Erzieher beim SOS-Kinderdorf Niederrhein beginnen.

„Ich stehe am Spielfeldrand und gebe Halt“

„Am besten gefällt mir, wenn ich die Entwicklung von den Kindern sehe und wie viel Einfluss man darauf hat. Wenn ich die Jungs zum Beispiel zum Fußball begleite, dann stehe ich am Spielfeldrand, gebe Halt und feuere sie an. Das ist für ‚unsere‘ Kinder extrem wichtig.“ Im SOS-Kinderdorf wachsen Kinder und Jugendliche in einem familiären Umfeld auf, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht mehr um sie kümmern können. Sie wohnen gemeinsam in Kinderdorffamilien oder werden in Wohngruppen rund um die Uhr betreut.

Alexander Feegers hilft bei einer Kinderdorffamilie mit. „Ich komme morgens gegen zehn und bleibe bis abends um sechs Uhr. Meistens beginnt der Tag mit Aufgaben die im Haushalt so anfallen, zum Beispiel helfe ich bei der Wäsche. Im Anschluss besprechen wir im Team alles was anliegt. Danach wird gemeinsam gekocht und wenn die Kinder aus der Schule kommen setzen wir uns alle an den großen Tisch, essen und reden miteinander.“ Bis zu sechs Kinder leben mit ihrer Kinderdorfmutter in einem Haus und werden von zwei pädagogischen Fachkräften unterstützt. Wenn dann noch Besuchskinder vorbeikommen, hat man schnell zehn oder mehr Leute um den Tisch versammelt. „Da fällt auch einiges an Geschirr an. Also heißt es nach dem Essen erstmal für alle Spülmaschine einräumen und Töpfe abwaschen.“

Jedes Kind hat seine eigene Geschichte

Am Nachmittag geht es mit der Hilfe bei der Hausaufgabenbetreuung weiter. „Da frage ich schon mal Vokabeln ab. Bei den größeren Kindern schaue ich nach, ob sie selbständig ihre Aufgaben erledigt haben.“ Im Anschluss stehen Fahrten zu Einzeltherapien oder Freizeitaktivitäten an. „Ich finde es immer faszinierend zu beobachten, wie Kinder auf einen selbst reagieren, wie wichtig der Aufbau von Bindungen ist. Und jedes Kind, das bei uns aufwächst, hat seine eigene Geschichte. Da kann eine von mir harmlos gemeinte Bemerkung beim Kind Wut, Trotz oder Traurigkeit auslösen.“ In solchen Momenten ist Alexander froh, ein professionelles Team um sich zu haben. „Ich bekomme direktes Feedback und Hilfestellung von meinen Kolleginnen und Kollegen – wenn es gut läuft oder wenn ich einen Fehler mache. Das hilft mir selbst, mich weiterzuentwickeln.“

Bei der Suche nach einer Aufgabe im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes hat sich Alexander vor allem im Internet und im Bekanntenkreis informiert. „Ich hab einige Woche recherchiert und Gespräche geführt. Das Konzept des Kinderdorfs hat mich dann überzeugt. Hier kann ich mich um Kinder und Jugendliche aller Altersstufen kümmern und langfristig Beziehungen zu ihnen aufbauen.“

Bundesfreiwilligendienst:

Das SOS-Kinderdorf Niederrhein bietet jährlich mehrere Plätze für den Bundesfreiwilligendienst an. Aktuell sind auch noch Plätze frei. Mehr Informationen gibt es unter https://www.sos-fachportal.de/mitarbeit/freiwilligendienst/bundesfreiwilligendienst

Praxisintegrierte Ausbildung (PIA):

Die Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zur/zum staatlich anerkannten Erzieherin/Erzieher beim SOS-Kinderdorf Niederrhein dauert drei Jahre. Die fachschulische Ausbildung erfolgt in Verbindung mit einer vergüteten Anstellung. An zwei Tagen pro Woche findet Unterricht statt, an den anderen drei Tagen wird in der Praxis gelernt – in Kinderdorffamilien, in Wohngruppen, in der ambulanten Hilfe, der heilpädagogischen Tagesgruppe oder in einer Kita. Die Ausbildungsvergütung beträgt zwischen 900,- und 1000,- Euro. Die PIA-Plätze in diesem Jahr sind allerdings schon alle vergeben. Der nächste Jahrgang startet im Sommer 2019.

Kontakt

Wer Interesse am Bundesfreiwilligendienst oder der praxisintegrierten Ausbildung PIA beim SOS-Kinderdorf Niederrhein hat, kann sich gerne bei Gaby Heiming, stellvertretende Einrichtungsleiterin, unter Telefon 02821/750751 melden.

So erreichen Sie uns

SOS-Kinderdorf Niederrhein
Einrichtungsleitung: Peter Schönrock

Kuhstraße 56
47533 Kleve-Materborn

Telefon: 02821 7530-40*
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