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Projekte und Einrichtungen 2020

Trotz vieler Hürden präsent

23. März 2020

Trotz vieler Hürden präsent

Ausgleich im „Schulgarten“: An der Düsseldorfer Gemeinschaftsgrundschule Deutzer Straße widmeten sich die Kinder in der Notbetreuungsgruppe mit der SOS-Schulsozialarbeiterin intensiv dem Heranziehen und der Pflege der Pflanzen.

Die Corona-bedingte Vollbremsung des Schulbetriebs betraf auch die Angebote, die der SOS-Kinderdorf e. V. rund um die Schule unterhält. Zwei Beispiele zeigen: Um- und Neudenken war gefragt.

Wie geht es jetzt weiter?“ Viele Fragen treiben Schülerschaft, Eltern und Mitarbeitende der SOS-Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Hohe Wacht in Saarbrücken um, als die Schule Ende März 2020 wegen der Corona-Pandemie schließt. Auch Martina Lüttel, als Schulsozialarbeiterin bei SOS-Kinderdorf Düsseldorf an der Gemeinschaftsgrundschule Deutzer Straße aktiv, fragt sich: „Ist das wirklich möglich? Schulschließung?“ Die geschlossenen Schulen stellen nicht nur viele Familien vor häufig sehr belastende Herausforderungen: Sie bedeuten zugleich eine Vollbremsung für alle Angebote, die der SOS-Kinderdorfverein rund um die Schule unterhält.

Auch der Kontakt zu den Familien reißt ab

Nicht zuletzt entfällt die Nachmittagsbetreuung, die der Verein bundesweit an mehreren Schulen umsetzt. Fördermaßnahmen wie die Streitschlichterausbildung, gewaltfreie Kommunikation und Einzelförderungen liegen auf Eis. Geplante Veranstaltungen für die gesamte Schule werden abgesagt. Schlagartig bricht der Kontakt zu den Kindern und ihren Familien ab. Und das in einer Situation, in der klar ist: Gerade jetzt brauchen sie Hilfe, wächst ihr Bedarf an Unterstützung und Abwechslung.

Schritt für Schritt arbeiteten die SOS-Kinderdorfeinrichtungen daher daran, wieder einige Angebote umzusetzen. Mitarbeitende der Schulprojekte von SOS-Kinderdorf Saarbrücken halten über eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse Kontakt zu den Familien, schicken ihnen unter anderem ermutigende Botschaften. Die Düsseldorfer SOS-Schulsozialarbeiterin Lüttel ergänzt: „Die Notwendigkeit und der Wille, den Kontakt zu halten, erforderten, sich in moderner Kommunikation weiterzuentwickeln. Telefon- und Videokonferenzen hielten Einzug – im Kollegenkreis, später auch bei digitalen Elternabenden.“

Schließlich läuft die Notbetreuung an

Sobald möglich, eröffnen unter strengen Auflagen Notbetreuungen für die Schulkinder. „Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln, Aufnahmekriterien und räumliche Umsetzung waren eine Herausforderung“, sagt SOS-Mitarbeiterin Tanja Spang, Koordinatorin der Saarbrücker Schulprojekte. Sie hebt die sehr gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung hervor: „So konnten wir schließlich bis zu 30 Kinder in der Notbetreuung aufnehmen und mit einem warmen Mittagessen versorgen.“ Kindern, die keinen Notbetreuungsplatz erhielten, schickten die Fachkräfte einen Grußbrief, ein Rätsel und eine Bastelanleitung. Durch einen von außen zugänglichen Briefkasten können die Kinder sogar antworten.

In Düsseldorf kehrt Lüttel bald aus dem Homeoffice an die ungewohnt ruhige Schule zurück. „Diese regelmäßige Anwesenheit erwies sich als sinnvoll. Immer wieder konnte ich Eltern bei Fragen helfen. Manchmal reichte schon ein mutmachendes Gespräch. Durch Telefonate mit Elternteilen und Kindern konnte ich aktive Kontakte wieder aufnehmen und pflegen.“ An Kinder, deren Angebote ausfallen, verschickt Lüttel Briefe mit Materialien zum Weiterarbeiten. Als sich die Notbetreuung füllt, erweist sich der „Schulgarten“ als ideales Projekt: Jetzt ist es möglich, dort länger in kleinen Gruppen zu arbeiten. So werden Vorhaben wie das Aufstellen eines Hochbeets endlich wahr – und die Kinder haben Freude an der Arbeit mit den Pflanzen.

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