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Projekte und Einrichtungen 2020

Gemeinsam durch den Tag

1. Dezember 2020

Gemeinsame Betreuung von Alt und Jung: Das Modellprojekt „Altersrand“ im SOS-Mütterzentrum – Mehrgenerationenhaus Salzgitter geht in seine letzte Phase.

Es sollte mehr sein als der gelegentliche Besuch zum Singen im Altenheim. Wir wollten echtes Kennenlernen, das Vertrauen schafft. Bei uns decken Kinder und Alte zusammen den Tisch, reden, streiten, helfen sich gegenseitig und sind so unbefangen wie in einer Familie“: So beschreibt Projektleiterin Hildegard Schooß den Ansatz des Modellprojekts „Wir schauen über den Altersrand – gemeinsame Betreuung von Kindern und Alten“. Von Schooß, Sozialunternehmerin sowie Gründerin und langjährige Leiterin des SOS-Mütterzentrums/Mehrgenerationenhauses Salzgitter, stammt auch die Idee zu dem Projekt. „Jung und Alt hat es gutgetan, Einsamkeit verschwand und Lebenswissen wurde weitergegeben“, sagt sie.

Bereits im Jahr 2017 begannen die Vorarbeiten, Ende 2020 war das von der Initiative Skala und dem niedersächsischen Sozialministerium geförderte Projekt offiziell abgeschlossen. Geblieben ist eine Fülle von Erkenntnissen in Form von Beobachtungen, Aufzeichnungen und Interviews aus der langen intergenerativen Praxis.

Projekt Altersrand SOS-Mehrgenerationenhaus Salzgitter

Neue Begegnungen und Erlebnisse: Beide Generationen hatten viel Freude an den alltäglichen gemeinsamen Aktionen. Jung und Alt benötigen zugleich allerdings auch genügend Freiraum für sich.

Das intergenerative Angebot im Mütterzentrum wird auch künftig fortgesetzt

Das Projektteam setzte sich zusammen aus den begleitenden Wissenschaftlerinnen sowie den Mitarbeiterinnen der Kindergartengruppe und des Altenservice im SOS-Mütterzentrum. Das interdisziplinäre Team war eigens für diese ungewohnte neue Aufgabe geschult worden. Im Projektverlauf betreute es bis zu 40 Kinder und alte Menschen täglich. Diese nahmen über 350 Mahlzeiten gemeinsam ein, 200 Mittagskreise wurden miteinander gestaltet, Dutzende verschiedener Spiele gespielt und über 70 Kreativ-Angebote umgesetzt. Laufend wurde reflektiert, manches Bewährte erhalten, anderes umgestaltet, ergänzt oder verworfen. „Die begeisterten Reaktionen der beteiligten alten Menschen, ihrer Angehörigen, der Eltern der Kinder sowie der Kinder selbst bestätigen uns darin, diese institutionelle intergenerative Betreuungsform nach den Beschränkungen durch Corona wieder aufzunehmen“, sagt Schooß.

Wichtig war, neben den gemeinsamen Aktivitäten beider Generationen, genügend Freiraum, um Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen oder sich zurückzuziehen. Die besondere Architektur des Mütterzentrums fördert diese offenen Strukturen: Die großen Räume mit Nischen und einer Küche gehen ohne Flure ineinander über, die Türen sind unverschlossen.

Ein Werk-Buch bietet Tipps und Infos zur intergenerativen Betreuung

Die vielen Wochen im Homeoffice nutzte das „Altersrand“-Team, um ein Werk-Buch zu erstellen, das wie ein Nachschlagewerk und auch als Curriculum genutzt werden kann. Es wendet sich an alle, die sich für die intergenerative gemeinsame Betreuung von Jung und Alt in Institutionen interessieren, bietet Informationen und Unterstützung beim Planen und Umsetzen dieses neuartigen Konzepts. Vor allem soll es Trägern und Fachleuten Mut machen, diesen Schritt hin zu einem intergenerativen Angebot in ihren Einrichtungen zu wagen.

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