Zum Warenkorb 0

Zum Warenkorb hinzugefügt:

Schutzgebühr:

Zum Warenkorb
Auswirkungen des Krieges für Kinder in der Ukraine

“Die Kinder sind sehr verängstigt”

Oksana Nasybulina ist Psychologin im SOS-Kinderdorf Browary in der Ukraine. Sie betreut Pflegefamilien von SOS-Kinderdorf im umkämpften Gebiet rund um Kiew und spricht im Interview über die verheerenden Auswirkungen des Krieges für die Kinder. 

Frau Nasybulina, Sie betreuen vor Ort Pflegefamilien, die im SOS-Kinderdorf Browary in der Region Kiew geblieben sind, und sind auch im Kontakt mit evakuierten Pflegefamilien im Westen des Landes. Was erleben Sie vor Ort?

„Im Moment bin ich in einem Keller und Raketen fliegen über uns hinweg. Ich bin hier mit meinen beiden Söhnen – vier und zwölf Jahre alt. Einige unserer Pflegefamilien sind in Browary geblieben, andere konnten nach Truskawez in den Westen gebracht werden.”

Oksana Nasybulina, Psychologin SOS-Kinderdorf Ukraine

Oksana Nasybulina, Psychologin SOS-Kinderdorf Ukraine

Wie geht es den Kindern?

„Die Kinder sind sehr verängstigt. Die Pflegeeltern berichteten uns, dass die Kinder erst anfingen, massig Süßigkeiten zu essen. Dann nässten sich einige Kinder ein, erbrachen sich und hatten Angst. Die Kinder zeigten unterschiedliche körperliche Reaktionen. Ein Junge, so seine Pflegemutter, zog sich an, ohne dass ihn jemand dazu aufforderte, und stand einfach mit Stiefeln bekleidet da, so als ob er jeden Moment weglaufen muss. Ein anderer Junge geht beispielsweise nicht mehr ohne seine Pflegemutter auf die Toilette, obwohl er schon im pubertären Alter ist. Lieber wartet er nachts geduldig, weil er solche Angst hat.”

Wie gehen die Eltern damit um?

„Für die Erwachsenen ist es sehr schwer. Die Kinder können über ihre Ängste sprechen. Die Pflegeeltern hingegen fühlen sich verantwortlich und erlauben sich nicht, ihre Gefühle zu zeigen und den Kindern dadurch noch mehr Angst zu machen. Das ist eine große Belastung für die Eltern.”

Wie helfen Sie den Familien psychologisch vor Ort?

„Ich habe mit den Kindern Gespräche geführt und Atemübungen, verschiedene Spiele
und Übungen gemacht. Dann haben wir uns mit dem Gefühl der Angst auseinandergesetzt. Ich habe sie nicht in das Gefühl hineingeführt, sondern es wie ein Spiel gestaltet und sie gebeten, zu beschreiben, was sie vor, während und nach der Angst gefühlt haben. So konnte jedes Kind zu Wort kommen.”

Öffnen sich die Kinder dafür?

„Zuerst waren sie etwas verschlossen, aber dann öffneten sie sich und jedes Kind begann über seine Ängste zu sprechen. Sie erzählten, wie sie die Explosionen erlebten und wie besorgt sie darüber waren, wie sehr sie Angst hatten, sich gegenseitig oder ihre Pflegeeltern zu verlieren, dass sie körperlich verletzt und behindert werden könnten. Es gibt so viele verschiedene Ängste... Aber die Kinder redeten, redeten und redeten.” 

Nach diesem Telefonat, am 01. März, konnte eine weitere Gruppe der Pflegefamilien das Kinderdorf verlassen und nach Polen evakuiert werden. Bisher konnten insgesamt 131 betreute Familien mit Kindern sowie Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf aus der Ukraine in Sicherheit gebracht werden.” 

Hinweis: Das Telefonat fand am 01. März statt und berücksichtigt keine neueren Entwicklungen.  


Wenn Sie für die Hilfeleistungen in der Ukraine spenden möchten, geben Sie im Freitextfeld des Spendenformulars den Zusatz „Ukraine“ ein.

spenden

So können Sie helfen!

Spenden

Jetzt spenden

Das können Sie beispielsweise bewirken

82856

30

ein Lebensmittelpaket für eine Familie

82856

60

sofortige psychologische Hilfe für eine Mutter und ihr Kind

82856

80

Kleidung für einen Jugendlichen

Alles zur aktuellen Lage in der Ukraine

Allgemeiner Hinweis
Im Ausnahmefall kann es nach öffentlichen Spendenaufrufen zu einem bestimmten Zweck zu der Situation kommen, dass für den konkreten Spendenzweck entweder zu viel Geld gespendet wurde oder wegen der projektbezogenen äußeren Umstände die Gelder nicht oder nicht zeitnah für den konkreten Spendenzweck eingesetzt werden können. Diese werden dann für ein vergleichbares Projekt, jedenfalls aber für satzungsmäßige Zwecke eingesetzt.