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Tschechische Republik

SOS-Kinderdorf in der Tschechischen Republik

SOS-Kinderdorf begann im Jahr 1969 seine Tätigkeit in der Tschechischen Republik, als der Gründer unserer Organisation, Hermann Gmeiner, in die damalige Tschechoslowakei eingeladen wurde. Die Arbeit von SOS Kinderdorf in der Tschechischen Republik wurde 1974 zwangsweise unterbrochen und konnte erst nach den politischen Veränderungen im Dezember 1989 wieder aufgenommen werden. 

Kinder, die ihre Eltern verloren haben oder nicht länger bei ihren Familien bleiben können, finden liebevolle Aufnahme in einer familiennahen Umgebung, der SOS-Kinderdorf-Familie. Junge Erwachsene können in eigens dafür eingerichtete Häuser ziehen, wo sie durch betreutes Wohnen Unterstützung bis zur Beendigung ihrer theoretischen oder praktischen Ausbildung erhalten.

SOS-Kinderdorf in der Tschechischen Republik

Derzeit unterhält unsere Organisation drei SOS-Kinderdörfer in der Tschechischen Republik. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien in der Tschechischen Republik außerdem an vier Standorten durch Jugendeinrichtungen und Sozialzentren.

Ethnische Minderheiten leiden häufiger unter mangelnden Bildungsmöglichkeiten

In jüngster Zeit hat der Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen aufgrund der großen Zahl der Kinder, die in Heimen aufwachsen, wiederholt Kritik an der Tschechischen Republik geübt. Vor allem Roma-Kinder ohne elterliche Fürsorge werden häufig in staatlichen Waisenhäusern untergebracht. Auch Kinder, deren Eltern an geistigen oder körperlichen Behinderungen leiden, alleinerziehend sind oder einen niedrigen Bildungsstandard haben, sind in besonderem Maße vom Verlust der elterlichen Fürsorge bedroht.

Bei der Beurteilung zur Einschulung werden kulturelle und sprachliche Unterschiede oft nicht genügend berücksichtigt. So werden Roma-Kinder oft nicht gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet, und auch die Qualität der Bildung in den Schulen, die sie besuchen, ist oft niedriger als in anderen Bildungseinrichtungen. Schätzungen zufolge besuchen über 30 Prozent aller Roma-Kinder ohne ausreichenden Grund eine Förderschule.

Wirtschaftliche und politische Situation

Die tschechische Wirtschaft ist seit 1993 stetig gewachsen. Die Mehrzahl der Bevölkerung ist im Dienstleistungssektor beschäftigt, aber auch das produzierende Gewerbe, insbesondere die Automobilbranche, stellt noch immer eine bedeutende Wirtschaftskraft dar.  Nur drei Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft. Auch in 2017 konnte die Tschechische Republik gute Wachstumsraten erzielen, die Arbeitslosenquote war eine der niedrigsten der EU-Länder. Allerdings weicht die Quote der arbeitslosen Jugendlichen mit 13 Prozent erheblich von der Gesamtsituation ab. Auch sind rund 14 Prozent der Beschäftigten in unsicheren Arbeitsverhältnissen tätig.

13

aller Jugendlichen finden keinen Job

14

der Beschäftigten sind in unsicheren Arbeitsverhältnissen tätig

35

aller Roma-Kinder besuchen eine Förderschule

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