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Brand in Flüchtlingslager Moria
Griechenland

SOS-Kinderdorf in Griechenland

In der Nacht zum Mittwoch zerstörten mehrere Brände das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos komplett. Die Feuer sind mittlerweile gelöscht. 12.000 Menschen sind obdachlos, darunter auch unbegleitete Kinder. SOS-Kinderdorf hat bereits mit ersten Hilfsmaßnahmen begonnen und Decken und Matratzen verteilt. In Zusammenarbeit mit den griechischen Behörden wird die aktuelle Lage momentan beurteilt und weitere Schritte geplant.

„Wir sind schockiert über die schreckliche Situation im Flüchtlingscamp Moria. Zusätzlich zu den inhumanen Zuständen im Camp, den traumatischen Fluchterfahrungen und der Angst vor der Pandemie im Lager, kämpfen die Menschen nun auch noch gegen die Zerstörung durch das Feuer“, erklärt Dr. Birgit Lambertz, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von SOS-Kinderdorf e.V.

Menschen harren teilweise seit Jahren in dem Lager aus. Sie seien erschöpft, müde und verzweifelt. Die Kinder seien teilweise stark vernachlässigt, da Eltern vielfach depressiv und hoffnungslos seien und ihre Kinder kaum unterstützen könnten, so SOS-Nothilfekoordinatorin Popi Gkliva in Griechenland. Sie fügt hinzu: „Die Grenze des Ertragbaren ist schon lange erreicht.“ 

SOS-Kinderdorf fordert Kinder aus Moria unverzüglich Schutz zu gewähren!

SOS-Kinderdorf fordert die politischen Entscheidungsträger dazu auf, zu reagieren und vor allem den Schutzlosesten, den Kindern, Zuflucht zu bieten! Alle unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten müssen aus dem Lager evakuiert werden, alle Familien mit Kindern brauchen sofortige Hilfe. Außerdem weist SOS-Kinderdorf ausdrücklich auf das besondere Schutzrecht von Flüchtlingskindern hin, das in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist. „Dieser Schutz ist in der momentanen Situation aber bei weitem nicht gewährleistet“, so Dr Birgit Lambetz.

Die Einrichtungen des deutschen Kinderdorfvereins sind bereit, in der aktuellen Notlage zu helfen und in Abstimmung mit den örtlichen Jugendämtern Plätze zur Unterbringung evakuierter Kinder und Jugendlicher bereitzustellen.

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SOS-Kinderdorf in Griechenland

SOS-Kinderdorf ist seit 1975 in Griechenland tätig. Infolge der Finanzkrise, die Ende der 2000-er Jahre begonnen hatte, haben wir unsere Arbeit im Land intensiviert. Unsere 11 Familienstärkungsprogramme, die beiden Jugendprogramme und die vier SOS-Kinderdörfer, die familiennahe Betreuung leisten, unterstützen über 2.200 Kinder und junge Erwachsene. Seit 2015 führen wir außerdem Nothilfeprogramme für in Griechenland eintreffende Flüchtlingsfamilien und –kinder durch.

Derzeit unterhält unsere Organisation vier SOS-Kinderdörfer in Griechenland. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien in Griechenland außerdem auch an 10 Standorten durch Jugendeinrichtungen, Sozialzentren und Nothilfeprogrammen.

Griechische Familien leiden unter Arbeitslosigkeit und Armut

Die griechische Wirtschaft geriet Ende 2009 in eine schwere Krise. Die wirtschaftlichen und politischen Veränderungen hatten verheerende Folgen für die Mehrheit der griechischen Familien. Aufgrund von Steuererhöhungen, der steigenden Arbeitslosigkeit und der Kürzungen der Sozialleistungen führte die Armutsbelastung zu einer Zunahme an Scheidungen, Depressionen und Selbstmorden. 

Auch heute noch liegt die offizielle griechische Arbeitslosenrate bei knapp 20 Prozent, die Jugendlichen trifft es dabei besonders hart. Nur etwa jeder zweite findet noch einen Job. Viele Menschen haben seit Jahren kein festes Einkommen und können sich nur schwer dringend benötigte Medikamente und ärztliche Behandlungen leisten.

Wirtschaftliche und politische Situation

Zu Beginn des Konjunktureinbruchs im Jahr 2010 zählte die Staatsverschuldung zu den höchsten unter den Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU). Die griechische Regierung erhielt Rettungspakete von der EU und dem Internationalen Währungsfonds. Bedingung dafür war die Einführung einer Reihe von Sparmaßnahmen, darunter Kürzungen der öffentlichen Ausgaben und Steuererhöhungen. 

Die Lage wurde jedoch nicht besser. Bis 2016 war die Wirtschaft auf ein Viertel ihrer früheren Leistung geschrumpft, und die Staatsverschuldung auf über 300 Milliarden Euro gestiegen. Allmählich zeichnet sich eine leichte Besserung ab. Nach wie vor jedoch liegt das Hauptaugenmerk der Regierung auf der Bewältigung der Schuldenkrise.

40

aller Jugendlichen finden keinen Job

27

der Menschen arbeiten in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen

19

der Gesamtbevölkerung sind arbeitslos