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Philippinen

SOS-Kinderdorf auf den Philippinen

Vulkanausbruch auf den Philippinen - SOS-Kinderdorf wurde evakuiert

Seit Montag Früh spuckt der Vulkan Taal auf den Philippinen Lava und Asche. Die Aschewolken sind bis zu 15 Kilometer hoch und reichen bis Manila. Da die Behörden vor einem großen, explosiven Ausbruch warnen, haben sich bereits 45.000 Menschen in Sicherheit bringen müssen. Auch die über 70 Kinder aus dem SOS-Kinderdorf Lipa wurden gemeinsam mit ihren SOS-Kinderdorfmüttern in Sicherheit in das SOS-Kinderdorf Manila gebracht. „Im Kinderdorf zu bleiben wäre ein zu großes Risiko gewesen“, erklärt Leiter Johnald M. Lasin.

 Kinder und Mitarbeiter ins SOS-Kinderdorf Manila evakuiert

Zum Schutz waren in den letzten Tagen bereits alle Menschen im SOS-Kinderdorf Lipa aufgefordert worden, in ihren Häusern zu bleiben sowie feuchte Handtücher zum Schutz vor dem Ascheregen vorzubereiten. Zudem wurden ausreichend Vorräte angelegt, sollte die SOS-Einrichtung einige Zeit von der Außenwelt abgeschnitten sein. Die Vorsichtsmaßnahmen wurden auch in allen Jugendeinrichtungen außerhalb des Kinderdorfes umgesetzt.

Familien in Lipa City, die von SOS-Kinderdorf Philippinen im Rahmen des SOS-Familienstärkungsprogramms unterstützt werden, befinden sich außerhalb der Gefahrenzone und wurden nicht evakuiert, fügt Lasin hinzu. „Die Familien in den Gemeinden sind bisher alle in Sicherheit und können die staatlichen Angebote nutzen. Unsere Mitarbeiter helfen aber bei Evakuierungen aus den vom schweren Aschefall zerstörten Gebieten“, ergänzt er.

Regierungsangaben zufolge hat die Aktivität des Vulkans mittlerweile leicht nachgelassen. Dennoch gilt weiterhin Alarmstufe vier, was bedeutet, dass jederzeit mit einem "explosiven Ausbruch" zu rechnen ist. Bewohner in einem Umkreis von 17 Kilometern um den Vulkan müssen das Gebiet verlassen.

nothilfe

So können Sie helfen!

SOS-Kinderdorf ist seit den 1960-er Jahren auf den Philippinen tätig. Viele Kinder und Familien leben immer noch unter erbärmlichen Bedingungen. Unsere Organisation setzt sich durch das Angebot von Kindertagesstätten, medizinischen Zentren, Familienstärkungsprogrammen und einem liebevollen Zuhause für Kinder und junge Menschen für die Linderung der Not ein. Nach dem Taifun Haiyan begann SOS-Kinderdorf rasch mit Nothilfe für betroffene Familien.

SOS-Kinderdorf auf den Philippinen

Derzeit unterhält unsere Organisation acht SOS-Kinderdörfer auf den Philippinen. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien auf den Philippinen außerdem auch an acht Standorten durch Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Mitarbeiterschulungszentren, Berufsausbildungszentren und Sozialzentren.

Steigende Anzahl von Menschen, die in Armut leben

Die Bewohner der Philippinen haben in den vergangenen Jahrzehnten viele soziale, politische und wirtschaftliche Reformen durchlebt. Jahrzehntelange Konflikte, darunter zahlreiche Kämpfe gegen Separatisten und Guerillas, haben tausende von Menschenleben gefordert, noch viele mehr zu Binnenflüchtlingen gemacht und die Entwicklungschancen des Landes beeinträchtigt. Armut und Ungleichheit sind nach wie vor die Hauptursache für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Das Land weist massive Defizite bei einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung auf. Nahezu jeder Zehnte leidet an Unterernährung, über die Hälfte der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sicheren Trinkwasserversorgungsanlagen.

Wirtschaftliche und politische Situation

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklungen mit einem Wirtschaftswachstum von über sechs Prozent haben die Veränderungen nicht zu einem Rückgang des Armutsniveaus geführt – rund 20 Prozent der Philippiner leben nach wie vor unterhalb der staatlich festgelegten Armutsgrenze. Aufgrund der wachsenden Bevölkerungszahlen gibt es sogar einen Anstieg der Gesamtzahl der Menschen zu verzeichnen, die in Armut leben. Rund ein Fünftel der Bevölkerung ist von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betroffen. Die Hälfte arbeitet dauerhaft in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, ohne soziale Absicherung. Die niedrigen Löhne reichen oft nicht, um der Armut zu entkommen. 

21

der Bevölkerung gelten als arm

35

der Bevölkerung sind in unsicheren Arbeitsverhältnissen beschäftigt

11

der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren müssen Kinderarbeit verrichten