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Interview mit Luciana D'Abramo

"Die psychischen Folgen werden enorm sein."

Luciana D’Abramo, SOS-Nothilfekoordinatorin, spricht über die Krise im Libanon und die humanitären Hilfsmaßnahmen.

Luciana D’Abramo

Luciana D’Abramo, SOS-Nothilfekoordinatorin

Wie ist die derzeitige Lage in Beirut?

Luciana: SOS-Kinderdorf wird erst einmal den Schutz der Kinder sicherstellen. Es ist aber auch wichtig, dass Familien nicht getrennt werden. Dieses Risiko steigt, wenn Familien einer Katastrophe wie dieser ausgesetzt sind. Derzeit versuchen unsere Sozialarbeiter herauszufinden, was die dringlichsten Bedürfnisse dieser Familien und Kinder sind, um ihnen so besser helfen zu können.

Das Durchhaltevermögen der libanesischen Bevölkerung ist erstaunlich. Obwohl all das einfach zu viel erscheint, arbeiten die Menschen weiter. SOS-Kinderdorf und andere Organisationen bemühen sich sehr, da zu sein und richtig zu reagieren.

Kinder und Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf wurden glücklicherweise nicht verletzt. Stimmt es, dass Gebäude von SOS-Kinderdorf in Beirut beschädigt wurden?

Luciana: Ja, das stimmt, Gebäude von SOS-Kinderdorf wurden beschädigt. Die Kinder in unseren familienähnlichen Programmen leben aber außerhalb von Beirut. 

Allerdings sind einige der Familien betroffen, die wir schon vor der Explosion mit unseren Familienstärkungsprogrammen unterstützt haben. Ich habe mit Carla, einer unserer Sozialarbeiterinnen gesprochen. Sie hat die Familien, die Nahe des Hafens leben, nach der Explosion sofort angerufen.

Leider haben einige dieser Familien alles verloren. Carla hat uns erklärt, dass es den Menschen die nur ein paar Kratzer abbekommen haben, nicht auch automatisch mental gut geht. Diese Menschen haben gesehen wie Nachbarn und Verwandte gestorben sind oder alles verloren haben. Sie stehen unter Schock. Die psychischen Folgen bei Kindern und Erwachsenen werden enorm sein. Sie werden psychologische Hilfe benötigen.

Essen, ein Dach über dem Kopf, Wasser – all das ist wirklich wichtig. Aber es ist eben auch wichtig, sicherzustellen, dass Kinder und Familien emotional stabil sind. Nur so können wir verhindern, dass Familien getrennt werden und  es zukünftig zu weiteren Krisen kommt. Und genau hier hilft auch SOS-Kinderdorf.

Vor der Explosion befand sich der Libanon in der schlimmsten finanziellen Krise, richtig?

Luciana: Der Libanon hat leider einige finanzielle Krisen hinter sich, aber diese war die schlimmste seit dem Bürgerkrieg in den 90er Jahren. Dies verschlimmert diese soziale Krise natürlich. Stellen Sie sich das vor: schon vor der Explosion mussten diese Menschen ums Überleben kämpfen. Nun haben sie sogar das wenige, das sie noch hatten, verloren.  

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