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Irak

SOS-Kinderdorf im Irak

SOS-Nothilfeprogramm Khanke in Dohuk

Im August 2014 überfiel der Islamische Staat die religiöse Minderheit der Jesiden in der Sindschar-Region im Nordirak. Hunderttausende wurden aus ihren Dörfern vertrieben, misshandelt, vergewaltigt und entführt. Geschätzte 400.000 dieser Flüchtlinge leben heute in der Region Dohuk in Flüchtlingscamps. 2016 wurde aus diesem Grund ein SOS-Nothilfeprogramm zur Unterstützung jesidischer Flüchtlinge ins Leben gerufen.

In unserem Nothilfeprogramm Khanke in Dohuk helfen wir den Familien dabei, wieder im Leben Fuß zu fassen. Speziell ausgebildete Psychologen betreuen Kinder im Alter von acht bis 18 Jahren und helfen ihnen, die erlittenen Traumata zu überwinden. SOS-Kinderdorf unterstützt außerdem alleinerziehende Mütter bei berufsbildenden Maßnahmen, um zukünftig eigene Einkommen zu erwirtschaften und so für die Familie sorgen zu können. So bieten wir beispielsweise Lese- und Rechtschreibkurse an. In unseren Nothilfe-Kindergärten betreuen wir Kinder und ermöglichen ihnen, durch spielerische Aktivitäten ein Stück Normalität in einem sicheren Umfeld zu erleben. Ein weiterer Fokus liegt in der Schulung der Bevölkerung vor Ort. Wir bilden zum einen gezielt weitere Psychologen in der Einzeltherapie für Kinder aus, des Weiteren arbeiten wir intensiv mit Lehrern und führen Schulungen durch, die helfen, traumatische Belastungszeichen besser erkennen sowie geeignete Maßnahmen ergreifen zu können.

Aktuell betreuen wir:

  • 800 jesidische Kinder im Alter zwischen 8 und 18 Jahren
  • 1.000 jesidische Mütter und Mädchen im Teenager-Alter
  • 1.700 geflüchtete Elternpaare innerhalb und außerhalb des Camps
  • 500 gefährdete Menschen in der Gemeinde

Wirtschaftliche und politische Situation

Die Autonome Region Kurdistan hat eine Bevölkerung von 5,5 Millionen Einwohnern. Der Nordirak gilt als das Kernland der Jesiden, einer ethnisch kurdischen Kulturgruppe. Sie praktizieren die Religion des Jesidentums, einem alten kurdischen Glauben, der durch den Zoroastrismus beeinflusst ist. Vor August 2014 lebten rund 700.000 Jesiden in und um der Stadt Sindschar und in der gleichnamigen Bergregion; rund 200.000 Jesiden haben sich anderswo in der Welt angesiedelt.

Als der Islamische Staat im nördlichen Irak Fuß fasste, brachte er einen repressiven, intoleranten Lebensstil nach dem Gesetz der Scharia zu den Bewohnern dieser Provinz.
Am 3. August 2014 erfolgte einen brutalen Angriff mit der Besetzung der Region Sindschar, der einen chaotischen Exodus aller Jesiden aus dem Gebiet auslöste. Die Dschihadisten starteten mit verabscheuungswürdiger Gewalt einen Feldzug der ethnischen Säuberung, der als Völkermord gilt.

Männer und Jugendliche über 14 Jahren wurden in Massen ermordet; Jungen ab dem Alter von fünf Jahren entführt und zu Kindersoldaten ausgebildet. Frauen wurden erschossen, vergewaltigt, versklavt. Die Vereinten Nationen glauben, dass rund 3.500 Jesiden, meist Frauen und Kinder, vom Islamischen Staat entführt wurden und sich davon noch immer viele in Gefangenschaft befinden. Die Überlebenden sind tief traumatisiert.

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