Der Tsunami hat Vieles zerstört
Nothilfe in Indonesien

SOS-Kinderdorf in Indonesien startet Nothilfe

Nach dem Tsunami: die Kinder auf Sulawesi brauchen Hilfe

Infografik Katastrophenhilfe

Nach den schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi droht den Kindern weitere Gefahr. Fälle von Kinderhandel gebe es in Indonesien täglich, so Gregor Nitihardjo, Leiter von SOS-Kinderdorf Indonesien. Nach Schätzungen werden in Indonesien jährlich 100.000 Kinder Opfer von Kinderhandel. Viele werden zur Prostitution gezwungen oder als Arbeitssklaven in der Landwirtschaft und in Fabriken eingesetzt. Besonders gefährlich ist die Situation für unbegleitete Kinder.

Familien und Kinder warten auf Hilfe

Durch das Erdbeben und dem  Tsunami wurden etwas 70.000 Menschen obdachlos gemacht, darunter mindestens 20.000 Kinder. Nach den ersten unmittelbaren Nothilfeprogrammen hat SOS-Kinderdorf Indonesien mit den wichtigen, nachhaltigen Projekten für betroffene Kinder und Familien begonnen. 

SOS-Kinderdorfmitarbeiter helfen in den Child Care Centern den Kindern und Familien.

SOS-Kinderdorfmitarbeiter helfen in den Child Care Centern den Kindern und Familien.

Ein Kinderbetreuungszentrum (Child Care Center) dient zurzeit knapp 40 Kindern als Notunterkunft. Diese Nothilfekindertagesstätte gibt den Kindern einen sicheren Ort zu, an dem sie das traumatische Ereignis mit Hilfe von speziell geschulten SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern verarbeiten können. Doch von den örtlichen SOS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern wird befürchtet, dass es noch viel mehr Bedarf gibt, betroffenen Familien in der Region zu helfen. Daher ist es jetzt dringend notwendig, mehr Kinderbetreuungsplätze zu schaffen. In Palu sollen so schnell wie möglich Betreuungsplätze für 400 Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren eingerichtet werden.

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  • Nach dem Tsunami: SOS-Kinderdorf hilft mit Kinderschutzzentren in Indonesien
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So können Sie helfen!

Schnell und unkompliziert: so hilft SOS-Kinderdorf in Indonesien

Besonders wichtig: Kinderschutz und Traumaheilung

Um Kinder in der unübersichtlichen Situation vor Ort vor Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und Gewalt zu schützen, werden in Palu Betreuungsplätze für 400 Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren eingerichtet. Das Child Care Center wird zunächst für 3 Monate in Betrieb sein. Langjährige Erfahrungen von SOS-Kinderdorf in Nothilfegebieten zeigen, dass Kinder traumatische Erlebnisse besser bewältigen können, wenn sie in einer vertrauensvollen Umgebung geschützt sind und intensiv betreut werden.

Ausreichende und gesunde Ernährung

Um einer Unterernährung der betroffenen Kinder vorzubeugen, werden aufgenommene Kinder eine ausgewogene und gesunde Ernährung erhalten. Besonderen Schutz erhalten stillende Müttern mit ihren Säuglingen.    

Unterricht und Lernmaterialien

Um den aufgenommenen Kindern weiterhin gute Bildung zu ermöglichen, wird SOS-Kinderdorf Indonesien im Child Care Center einen grundlegenden Schulunterricht und weiterführende Kurse anbieten.

Trinkwasser und Hygiene

In allen Gebäuden werden für Kinder und ihre Familien sauberes Trinkwasser und Toilettenanlagen zur Verfügung gestellt.

Schulungen für Betreuer

Um die SOS-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter für die besonderen Anforderungen in der Nothilfesituationen zu schulen, werden intensive Lehrprogramme durchgeführt, um die Helfer vor Ort insbesondere in Fragen der Kinderbetreuung und der Kinderrechte auszubilden.


SOS-Kinderdorf startet Nothilfe in Indonesien

Die Menschen auf Sulawesi haben alles verloren - besonders die Kinder leiden

SOS-Kinderdorf ist seit vielen Jahren in Indonesien aktiv

SOS-Kinderdorf ist seit Beginn der 1970-er Jahre in Indonesien tätig. Unser erstes Projekt wurde in Lembang nahe Bandung auf West-Java ins Leben gerufen. Die Arbeit unserer Organisation hat sich den jeweiligen Bedürfnissen der indonesischen Bevölkerung angepasst. In einigen Regionen wurden Nothilfeprogramme gestartet, um den Opfern von Naturkatastrophen und bewaffneten Konflikten zu helfen. Aus der Nothilfe werden häufig langfristige Programme. SOS-Kinderdorf unterstützt derzeit Kinder, Jugendliche und Familien an acht verschiedenen Standorten in Indonesien.

Unzählige Kinder sterben an leicht behandelbaren Krankheiten

Nach offiziellen Schätzungen leben zehn Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Dies wirkt sich besonders auf die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft aus - über ein Drittel aller Kinder sind unterernährt. Viele sterben an leicht behandelbaren Krankheiten, weil die Familien sich den Arztbesuch nicht leisten können. Aufgrund der wirtschaftlichen Notlage gehen viele Kinder nicht zur Schule, sondern müssen stattdessen arbeiten. Schätzungen zufolge verrichten circa sieben Prozent der Kinder zwischen fünf und 14 Jahren Kinderarbeit. Jedes fünfte Kind verlässt die Grundschule vorzeitig. 

Wirtschaftliche und politische Situation

Die abwechslungsreiche natürliche Schönheit und kulturelle Vielfalt des Landes machen Indonesien zu einem beliebten Ziel für Touristen. Auch ist das Land reich an Rohstoffen und zählt zu den Hauptexporteuren von Kohle, Gold und Kupfer. Dennoch können knapp 40 Prozent der Bevölkerung kaum von ihrem Einkommen leben. Die Armut ist vor allem in den ländlichen Gebieten weit verbreitet. Die Infrastruktur auf dem Land ist stark veraltet - Schätzungen zufolge haben lediglich 72 Prozent der Menschen Zugang zu ordentlichen sanitären Einrichtungen. Der Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem ist in den Städten ebenfalls besser als in den ländlichen Regionen. 

SOS-Kinderdorf in Indonesien

Derzeit unterhält unsere Organisation acht SOS-Kinderdörfer in Indonesien. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien in Indonesien außerdem auch an acht verschiedenen Standorten durch Jugendeinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Mitarbeiterschulungszentren und Sozialzentren.

Daten und Fakten

  • 36,4 Prozent aller Kinder sind chronisch unterernährt
  • 19,3 Prozent aller Jugendlichen sind arbeitslos
  • 11 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze