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Chile
SOS-Kinderdorf in Chile

SOS-Kinderdorf in Chile

Waldbrände in Chile

Über 120 Menschen sind nach Angaben der chilenischen Behörden durch die aktuellen Waldbrände gestorben. Die Touristenregion um die Städte Valparaíso und Viña del Mar ist besonders betroffen. Der Präsident Gabriel Boric spricht von der „größten Tragödie“ in der Region seit dem Erdbeben 2010. Dort wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, um weitere Ressourcen mobilisieren zu können. Rund 15.000 Häuser seien beschädigt oder zerstört worden. Die Regierung befürchtet, dass die Opferzahl noch weiter steigt. Die Forstbehörde registrierten im ganzen Land 180 Brände auf einer Fläche von insgesamt mehr als 29.000 Hektar.
Alle Kinder, Programmteilnehmende und Mitarbeitende von SOS-Kinderdorf Chile sind in Sicherheit. An den Standorten Quilpué und Ciudad del Sol, die sich in unmittelbarer Nähe der Feuer befinden, wurden insgesamt 16 Kinder und sieben Mitarbeitende für ein paar Tage in eine andere Gemeinde evakuiert. Mittlerweile sind sie wieder in ihre Häuser zurückgekehrt. Die Familien von zwei Programmteilnehmenden verloren ihre Häuser. Zwei Mitarbeitende am Standort Quilpué haben ebenfalls ihr Zuhause und Familienmitglieder verloren. Aktuell koordiniert SOS-Kinderdorf Hilfe für die Betroffenen.
Stand: 14.02.2024

Warum SOS-Kinderdorf in Chile tätig ist

Seit 1965 unterstützt SOS-Kinderdorf in Chile Kinder und Jugendliche, die ohne elterliche Betreuung aufwachsen müssen oder Gefahr laufen, diese zu verlieren.
Kleine Kinder in Chile sind einem hohen Risiko von häuslicher Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Der schwankende Weltmarktpreis für Kupfer hat direkte Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten für Angestellte und die Einkommensmöglichkeiten für Selbständige. Das hat angesichts der Inflation und steigender Lebenshaltungskosten zu wachsenden sozialen Unruhen geführt. Viele Kinder sind gezwungen, die Schule in jungen Jahren zu verlassen, um eine Arbeit zu finden, die zum Haushaltseinkommen beiträgt. Der Erwerb einer Grundschulbildung hat dadurch an Bedeutung verloren und den Armutskreislauf der Kinder aus einkommensschwachen Haushalten fortgeschrieben. 

Bildung


In Chile schließt etwa eines von fünf Kindern die Grundschule nicht ab. Diese Zahl ist nicht im ganzen Land gleich, da das Bildungsniveau sehr unterschiedlich ist. Chile hat derzeit mit die niedrigsten öffentlichen Ausgaben für Bildung. Das führt dazu, dass viele Schulen unterfinanziert sind. Infolgedessen ist der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung begrenzt und hängt von der sozioökonomischen Stellung der Familie ab.

Naturkatastrophen


Das Erdbeben im Jahr 2010 verwüstete viele Gebiete Chiles. Die Regierung schätzt, dass zwei Millionen Menschen direkt betroffen waren und mehr als 400.000 Häuser und Gewerbeimmobilien zerstört wurden. Mit der Instandsetzung der Infrastruktur wurde so schnell wie möglich begonnen, doch die Ungleichheit bei den Dienstleistungen für benachteiligte Stadtteile war eklatant. Hunderte Familien mussten in Behelfsunterkünfte umziehen, und viele leben bis heute unter schlechten Bedingungen.
   

Chile

Die Republik Chile ist das südlichste Land der Welt, liegt in Lateinamerika und hat 19,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Es ist eines der am stärksten industrialisierten Länder Lateinamerikas und der größte Kupferproduzent der Welt. Die Kupferproduktion macht 50 Prozent der Ausfuhren aus, und folglich ist Chile anfällig für die Schwankungen der weltweiten Kupferpreise. Chile ist zwar eines der wirtschaftlich wohlhabendsten Länder Lateinamerikas, weist aber auch die größte Kluft in der Vermögensverteilung auf.

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