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SOS-Kinderdorf unterstützt benachteiligte Kinder und Jugendliche in Tunesien
Tunesien

SOS-Kinderdorf in Tunesien

Die tunesische Revolution, die im Dezember 2010 ausgebrochen war, zog die Aufmerksamkeit der Medien aus der ganzen Welt auf sich. Die Protestbewegung vertrieb den tunesischen Präsidenten und beendete so seine jahrzehntelange Herrschaft. Die Proteste läuteten den Beginn eines neuen Zeitalters ein. SOS-Kinderdorf ist jedoch schon seit den 1980-er Jahren in Tunesien aktiv und unterstützt bedürftige Kinder und Jugendliche neben unseren SOS-Kinderdörfern im Rahmen von Kindertagesstätten und Bildungsangeboten. 

Samia geht ihren Weg

Samia kam als drittes Kind in Hibas SOS-Familie. Sie war damals vier Jahre alt und hatte ihr bisheriges Leben in einem Waisenheim verbracht. Als uneheliches Kind geboren, hatte ihre Mutter sie nach der Geburt im Krankenhaus zurückgelassen. Im Waisenhaus hatte niemand die Zeit gehabt, sich adäquat um sie zu kümmern, ihr Liebe und Zuneigung zu geben. Als Samia in das SOS-Kinderdorf Siliana kam, konnte sie kaum reden, sie war sehr verschlossen und hatte regelmäßige Wutausbrüche. Das kleine Mädchen konnte nicht alleine essen und trug immer noch Windeln.

Nach einigen Monaten im SOS-Kinderdorf zeigte die ruhige, friedliche und liebevolle Atmosphäre der SOS-Familie erste Erfolge. Die temperamentvolle Samia wurde wesentlich entspannter und begann sich zu öffnen. Ihre SOS-Mutter Hiba widmete ihr viel Zeit, spielte und redete mit ihr. Zusammen mit dem pädagogischen Team des SOS-Kinderdorfes wurde beschlossen, dass Samia bereit für den Besuch des SOS-Kindergartens wäre. Sie war ganz begeistert, liebte es dort zu malen, zu singen und mit den anderen Kindern rumzutoben.

Mit sechs Jahren wurde Samia eingeschult. Dort traten jedoch schon bald erste Probleme auf. Sie konnte sich nur schwer konzentrieren und dem Unterricht folgen, war unruhig und zeigte vermehrt Auffälligkeiten. Kurz darauf wurde bei ihr eine Lern- und Entwicklungsverzögerung diagnostiziert. Samia erhielt in der Folgezeit Therapiestunden bei einem Psychologen und wechselte auf eine Schule, die auf hyperaktive Kinder spezialisiert war. 

Mittlerweile ist Samia zehn Jahre alt. Auch wenn sie sich in manchen Dingen immer noch schwer tut, ist sie zu einem ausgeglichenen und zufriedenen Mädchen herangewachsen, der nichts mehr Spaß macht, als ihre Familie zum Lachen zu bringen. Mit Hilfe der Unterstützung ihrer SOS-Mutter und des ganzen SOS-Teams wird auch sie ihren Weg gehen und die Traumata der Vergangenheit überwinden.

SOS-Kinderdorf in Tunesien

Derzeit unterhält unsere Organisation vier SOS-Kinderdörfer vor Ort. SOS-Kinderdorf unterstützt Kinder, Jugendliche und Familien in Tunesien an vier Standorten auch durch Kindergärten, Jugendeinrichtungen, Mitarbeiterausbildungs- und Sozialzentren.

Hunderte uneheliche Kinder werden jährlich von ihren Müttern verlassen

Im Vergleich zu den meisten anderen afrikanischen Nationen ist Tunesien ein relativ stabiles Land. Seit der Unabhängigkeit ist die Lebenserwartung kontinuierlich gestiegen und die Säuglingssterblichkeitsrate gesunken. Das Pro-Kopf-BIP ist seit den 1970-er Jahren um jährlich circa drei Prozent gestiegen. Nichtsdestotrotz sind die Lebensumstände vieler Menschen alarmierend. Obwohl Armutsbekämpfungsprogramme erste Erfolge aufweisen, leben tausende von Menschen nach wie vor auf den untersten Stufen der sozioökonomischen Leiter, die meisten von ihnen auf dem Land. Ein großes Problem stellt die Zahl der unehelich geborenen Kinder dar. Da Single-Mütter in Tunesien traditionell geächtet werden, sehen viele sich gezwungen, ihre Kinder zu verlassen.

Wirtschaftliche und politische Situation

Tunesien liegt in Nordafrika und grenzt an Algerien und Libyen. Die Landwirtschaft, die Industrie und der Dienstleistungssektor stellen die wichtigsten Säulen der tunesischen Wirtschaft dar. Die wachsende Zahl der Touristen vom europäischen Festland hat dem Tourismussektor vor allem in den Badeorten zunehmend an Bedeutung verliehen. Darüber hinaus ist Tunesien aufgrund der niedrigen Stundenlöhne auch ein beliebter Produktionsstandort für europäische Firmen. Trotz der insgesamt guten Entwicklung stellt die hohe Jugendarbeitslosigkeit in weiten Teilen des Landes ein erhebliches Problem dar. 

36

der Jugendlichen sind arbeitslos

14

von 1000 Kinder sterben vor ihrem fünften Geburtstag

10

aller Kinder sind unterernährt

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