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Die SOS-Kinderdorf-Klinik in Somalia hilft notleidenden Kindern und ihren Familien auch in Krisenzeiten
SOS-Kinderdorf Somalia

Das Leid vertriebener Frauen und Kinder in Somalia

Halima Ahmed Dalel arbeitet seit fünf Jahren als Krankenschwester in der Mutter-Kind-Klinik von SOS-Kinderdorf nahe der Hauptstadt Mogadischu. Ihre Patienten sind Frauen und Kinder aus den 10 großen Vertriebenenlagern, die die Klinik umgeben - etwa 60.000 Menschen leben dort. Halima sagt, das schreckliche Leid, das sie jeden Tag miterlebt, bricht ihr das Herz. War es vorher schon schlimm, so hat sich durch die Corona-Pandemie die Lage noch weiter verschlimmert. Aber Halima gibt nicht auf.

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

"Frauen und Kinder aus den Flüchtlingslagern stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit. Diese Familien sind vor Überschwemmungen, Dürre oder Konflikten geflohen und haben alles verloren. Sie sind verletzlich, verarmt und brauchen medizinische Versorgung. Ich bin selbst Mutter eines Kindes. Von daher ist es mein Ziel, so lange zu arbeiten, bis jedes Kind und jede Mutter gesund ist. Ich empfinde es als meine Pflicht und Verantwortung, ihre Schmerzen zu lindern, so weit ich kann.

Die SOS-Kinderdorf-Klinik in Somalia hilft notleidenden Kindern und ihren Familien auch in Krisenzeiten

Halima untersucht eine Patientin.

Mein Aufgabenfeld ist vielschichtig. So erhalte ich zum Beispiel Anrufe von Müttern, die wegen ausgedehnter Blutungen die Klinik nicht erreichen können. Sowas kann sowohl für das Kind als auch für die Mutter lebensbedrohlich sein. Manchmal bitte ich einen Arzt aus der Klinik, mich zu begleiten. Ich bleibe dann solange vor Ort, bis Mutter und Kind stabil sind.

Ich verteile auch Entbindungssets an werdende Mütter im Lager, um solche Notfallsituationen zu vermeiden. Im Set sind eine Plastiktüte, ein Handtuch und Öl für das Baby, Desinfektionsmittel für die Mutter, zwei Paar Handschuhe, eine Rasierklinge und eine Abbindeklammer für die Nabelschnur.

Dann berate ich Mütter und Frauen, die zu Hause Gewalt erleben. Ein typisches Beispiel: Ein Ehemann schlägt seine Frau, weil sie ohne seine Zustimmung das Gesundheitszentrum besucht hat. Die Frau kommt mit blauen Flecken im Gesicht zu mir. Ich beruhige sie und höre mir ihre Klagen aufmerksam an. In schwierigen Situationen verweise ich sie an eine lokale Organisation, die sich mit geschlechtsspezifischer Gewalt befasst und wo Frauen Rechtsbeistand und Beratung erhalten.“

Was sind so für schwierige Situationen, mit denen Sie konfrontiert werden?

"Ich behandle zahlreiche schwierige Fälle. Kürzlich kam eine Mutter zu mir, die zu Hause ohne jegliche Unterstützung entbunden hatte. Sie blutete immer noch und für ihr kleines Baby hatte sie keine Kleidung. Die Mutter hatte nichts zu essen und war hungrig. Sie war erst vor wenigen Tagen aus einer anderen Region Somalias in das Lager gezogen. Solche verzweifelten Fälle machen mir sehr zu schaffen. Ich musste kurz den Raum verlassen, um mich wieder zu sammeln. Ich behandelte Mutter und Kind und verwies sie an das Gesundheits- und Ernährungsprogramm, wo sie mit Lebensmitteln versorgt werden kann.

Die SOS-Kinderdorf-Klinik in Somalia hilft notleidenden Kindern und ihren Familien auch in Krisenzeiten

Halima berät Frauen in Krisensituationen und klärt über Hygiene- und Gesundheitsthemen auf.

Eine andere Mutter kam hochschwanger mit einem kranken und unterernährten Kind in unser Gesundheitszentrum. Das Kind litt unter Erbrechen, Durchfall und hohem Fieber. Ich überwies sie an eine andere medizinische Einrichtung, wo das Kind zur Behandlung stationär aufgenommen wurde. Mein Ziel ist es, das Leben jedes Kindes in meiner Obhut zu schützen und zu retten.“

Werden Sie für Ihre Arbeit bedroht?

"Ich erhalte immer wieder Drohungen von Ehemännern, die nicht damit einverstanden sind, dass ihre Frauen medizinisch behandelt werden. Ich nehme mir dann die Zeit, ihnen die Bedeutung von Gesundheit und Ernährung für die Mutter und das Kind zu erklären. Viele willigen danach in die Behandlung ein. Leider jedoch nicht alle.“

Was motiviert Sie, unter solchen Bedingungen weiter zu arbeiten?

"Ich muss ständig neue Wege finden mit Krisen- und Notfällen umzugehen. Es gibt keine schönere Belohnung, als zu sehen, wie ich notleidenden Menschen direkt helfen kann. Ich bin zufrieden und glücklich, wenn ich sehe, wie kranke Kinder wieder zu Kräften kommen, und gesundete Mütter sich um ihre Kinder kümmern - selbst unter sehr schwierigen Bedingungen. Ich bleibe stark für die Familien, die zu mir kommen.“