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SOS-Kinderdorf Liberia hilft notleidenden Menschen auch in Krisenzeiten
Corona in Liberia

Klinikleiter James D. Lewis im Interview

Da die Infiziertenzahlen in der ganzen Welt zunehmen, bleibt viel über die Infektionsketten von COVID-19 in Afrika unbekannt. Viele befürchten, dass die Folgen des Virus angesichts der hohen Armut, der schwachen Gesundheitssysteme und der überfüllten städtischen Gebiete besonders verheerend sein könnten. Andere hoffen, dass Afrika mit seinem wärmeren Klima, seiner jugendlichen Bevölkerung und seiner Erfahrung im Kampf gegen Infektionskrankheiten in der Lage sein wird, das Schlimmste der Pandemie zu verhindern. 

SOS-Kinderdorf in Liberia hilft notleidenden Menschen in der SOS-Klinik

James D. Lewis, Leiter der SOS-Klinik in Monrovia

"Ich bin immer noch optimistisch", sagt Dr. James D. Lewis, Leiter der SOS-Klinik in Monrovia. Ihn und sein Team hatte die Regierung Liberias erst kürzlich gebeten, in den kommenden Wochen und Monaten für die Betreuung der COVID-19-Patienten bereit zu sein.

„Wir standen an vorderster Front während der Ebola-Krise, die das Land zwischen 2014 und 2016 heimsuchte und mehr als 11.000 Menschen in Westafrika tötete, darunter 4.810 in Liberia. Wir waren in der Lage, Ebola zu überwinden und so glaube ich, werden wir auch das Virus besiegen.

Das Entscheidende am Corona-Virus ist, dass es fast wie eine unsichtbare Krankheit ist. Mit Ebola infizierte Patienten sind schnell zu diagnostizieren, da sie Blut erbrechen. Das Blut würde aus allen Körperöffnungen kommen. Sie wären sehr schwach, lethargisch; sie könnten nicht einmal laufen. Jemand müsste ihnen helfen, sich zu bewegen. Mit dem Corona-Virus ist das viel schwieriger. Man kann infiziert sein und normal herumlaufen. Vielleicht weiß man nicht einmal, dass man es hat. Das macht es gefährlicher und schwieriger zu entdecken.

Ich glaube, die Menschen haben immer noch diese Vorstellung, mit angemessener Hygiene und sanitären Einrichtungen diese Situation bewältigen zu können. Vor diesem Hintergrund bin ich optimistisch. Eine Lektion, die wir alle aus der Ebola gelernt haben, war, dass die meisten Menschen die Bedeutung von Hygiene und sanitären Einrichtungen verstanden haben. Eine faszinierende Sache, an die ich mich erinnere, ist, dass Kinder im Alter von sechs Jahren ihre Freunde daran erinnerten, sich die Hände zu waschen und sauber zu halten, damit sie kein Ebola bekommen.

Im Moment haben die Menschen keine allzu große Angst vor dem Corona-Virus. Man sieht immer noch Leute in engen Gruppen oder unmittelbarer Nähe zueinander sitzen. Bars und manchmal sogar Nachtclubs sind geöffnet. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir zu wenig Tests durchgeführt haben, um die Gesamtzahl der Infizierten zu ermitteln. Weil die Tests langsam vonstatten gehen, glauben die Menschen, dass Covid-19 in Liberia nicht weit verbreitet ist. Ich denke, wenn wir freiwillige und Massen-Tests durchführen würden, würde die Zahl der Fälle erheblich steigen. Dann würden die Menschen die Tragweite erfassen und die Lage ernster nehmen.

Angesichts der vielen gefährdeten Familien in den Slums von Monrovia - einschließlich derer im Familienstärkungsprogramm - fordern wir sie auf, ihre Sozialkontakte stark zu begrenzen und sich auf die Familie zu konzentrieren.

Gegenwärtig haben wir in der Klinik keine Diagnose-Kits. Wir sind nur auf die klinischen Parameter angewiesen, wie z.B. die Anamnese des Patienten. Wir überprüfen Vitalparameter wie die Temperatur und sehen, ob die Patienten husten oder eine laufende Nase und Halsschmerzen haben. Ohne Tests ist es jedoch sehr schwierig. Das Ärzteteam ist dennoch bester Laune. Wir sind solche Zustände gewöhnt, also warten wir einfach ab und bereiten uns auf jede Eventualität vor. Wir sind vorbereitet.“

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