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SOS-Kinderdorf hilft notleidenden Kindern und ihren Familien in Afrika während der Corona-Krise
Ein Kontinent hält den Atem an

Afrika macht sich auf eine Katastrophe gefasst

Trotz der relativ geringen Zahl von Infektions- und Todesfällen leidet Afrika bereits unter den Auswirkungen der globalen Corona-Pandemie. Bereits vorher gefährdete Familien sind nun aufgrund von Quarantäne und wirtschaftlichen Rückschlägen akut bedroht.

Justine Lungu, SOS-Kinderdorf-Experte für die Stärkung von Familien in Subsahara-Afrika, warnt vor einem dramatischen Anstieg gefährdeter und verlassener Kinder sowie Familien, die Unterstützung benötigen. Er drängt darauf, sich bereits jetzt auf die Nachwirkungen der Pandemie vorzubereiten.

Was macht Familien in der Subsahara-Region besonders anfällig für Covid-19?

Justine Lungu: „Viele der Menschen, mit denen wir arbeiten, leben an überfüllten Orten, in Townships oder Slums. In einem Haus wohnen vielleicht 5 bis 10 Menschen in einem Raum. Wenn Sie also von social distancing sprechen, ist das kaum machbar.

Viele dieser Familien haben nur begrenzt Zugang zu Wasser. Wenn Sie also sagen: "Waschen Sie Ihre Hände", stellt sich die Frage: "Wie?“ Auch Seife zum Händewaschen ist für diese Menschen ein Luxusgut. Sie haben dringendere Bedürfnisse, und das macht sie noch anfälliger.

Und schließlich haben diese Menschen keinerlei Rücklagen. Sobald sie etwas Geld verdient haben, kaufen sie davon sofort Lebensmittel. Sie leben von der Hand in den Mund. Wenn Sie ihnen also sagen: "Es gibt einen Lockdown, geht nicht raus, bleibt in euren Häusern", dann verurteilen Sie sie tatsächlich zu Tod durch Quarantäne. Diese Familien erhalten in der Regel keine staatlichen Sozialleistungen. Lebensnotwendige Grundbedürfnisse werden nur unzureichend oder gar nicht gedeckt.“

Was sind die möglichen Auswirkungen der globalen Pandemie auf diese Familien?

Justine Lungu: „Als direkte Folge von Covid-19 befürchten wir eine steigende Zahl an Kindern, die eine alternative Betreuung benötigen. In Situationen, in der die meisten Menschen ihren Arbeitsplatz verloren haben und wirtschaftlich benachteiligt sind, führt dies normalerweise zu einem Anstieg von Kindesaussetzung. In Afrika werden viele Kinder nach dem Tod ihrer Eltern von den Großeltern betreut, die zur Risikogruppe zählen. Auch hier sehen wir eine große Gefahr. Die schlechte wirtschaftliche Situation in Verbindung mit einem unzulänglichen Sicherheitsnetz, kann dazu führen, dass die Großfamilie diese Kinder möglicherweise nicht aufnehmen kann.

Außerdem stellen wir bereits jetzt eine Zunahme der Familien fest, die um Aufnahme in unsere Familienstärkungsprogramme bitten. Bis heute gehen wir davon aus, dass sich die Zahl der Familien, die gefährdet sind und Unterstützung benötigen, verdreifachen wird. Aber wenn sich Covid-19 wirklich ausbreitet, wird die Situation noch schlimmer werden. Viel schlimmer als das, was wir in Europa erleben. Unsere Regierungen verfügen nicht über die finanziellen, personellen und infrastrukturellen Kapazitäten, um einem solchen Szenario zu begegnen.“

Was kann getan werden, um die Folgen einzudämmen?

Justine Lungu: „Wir müssen schon jetzt mit den Vorbereitungen für die Zeit nach Corona beginnen. Was passiert, nachdem wir den Lockdown aufgehoben haben? Wie bewältigen wir die Übergangszeit? Wie helfen wir den Menschen, wieder in ihr Leben zurückzufinden? Um die Normalität in Familien und Gemeinschaften wieder herzustellen, rechnen wir mit mindestens 3 Jahren. Wir werden unsere Programme weiter ausbauen müssen. Während und unmittelbar nach der Covid-19-Pandemie sind ähnliche Interventionen wie beim Katastrophenmanagement erforderlich. Was tun Sie, wenn es ein Erdbeben gibt? Was tun Sie nach dem Krieg? Wir nutzen unsere Erfahrung im Umgang mit anderen Notfallsituationen. Aber wir müssen jetzt mit den Vorbereitungen für die Zeit nach Covid-19 beginnen.“

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