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Schulung zum Elternlotsen im SOS-Kinderdorf Hamburg
Elternlotsen

Helfer in der Fremde

Die Gründe das Heimatland zu verlassen sind vielfältig: Arbeit, Familie, Flucht. In Deutschland angekommen, ist es nicht immer einfach, sich einzuleben und sich irgendwann zu Hause zu fühlen. Eine fremde Sprache und Kultur können im Alltag schnell zu Hindernissen führen. Und genau hier setzt das Projekt Elternlotsen des SOS-Kinderdorfs Hamburg an. Sie wollen es Familien erleichtern, in Deutschland an- und zurechtzukommen.

Das Projekt

Ehrenamtliche aus verschiedenen Herkunftsländern, die eine spezielle Schulung erhalten haben, helfen Eltern, die nach Deutschland ausgewandert sind, kleine und große Hürden des Alltags zu meistern. Sie begleiten Familien zu Behörden oder Ärzten, helfen bei der Suche nach einem Kitaplatz oder erzählen vom Leben in Deutschland. „So bauen die Elternlotsen eine Brücke, die Neuangekommenen dabei hilft, sich besser zu integrieren“, erklärt Aleksandra Prill, die für das Projekt im SOS-Kinderdorf Hamburg verantwortlich ist. Aktuell kümmert sie sich um 19 Elternlotsen, die aus zehn Ländern kommen und 18 Sprachen sprechen.

Gemeinsame Erfahrungen teilen

Das Besondere an diesem Projekt sei es, dass die Elternlotsen oft ganz ähnliche Erfahrungen gemacht haben und dieselbe Sprache sprechen wie die Menschen, die sie begleiten: „Die Familien haben dadurch einen ganz anderen Zugang zu ihnen und bauen schnell Vertrauen auf.“

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Auch Geflüchtete engagieren sich inzwischen ehrenamtlich in dem Projekt. Einer von ihnen ist Amir aus dem Iran. Er lebt seit rund 15 Monaten in Deutschland und kann sich noch gut erinnern, wie es war, als er vor eineinhalb Jahren in Deutschland ankam. „Ich wusste nichts über das Leben hier und konnte kein Deutsch. Zuerst wusste ich nicht, wie es weitergehen soll“, erzählt er. Erst als er Freunde fand und einen Sprachkurs machte, lebte sich der 32-Jährige langsam ein. Anderen in einer ähnlichen Lage möchte er den Neustart in Deutschland einfacher machen: 

„Ich glaube, es ist wichtig sich schnell zu integrieren. Als Asylbewerber weiß ich, welche Probleme sich damit ergeben.“ 

Kürzlich hat er die Schulung zum Elternlotsen abgeschlossen und freut sich auf seinen ersten Einsatz. Amir hat sich auch schon überlegt, wie dieser aussehen könnte: „Ich bin der erste und einzige Mann bei den Elternlotsen. Ich könnte ein Ansprechpartner für Väter werden.“

Die deutsche Bürokratie – eine Hürde

Rokhsareh Elternlotsin beim SOS-Kinderdorf Hamburg

Rokhsareh hat in ihrem ersten Jahr als Elternlotsin im SOS-Kinderdorf Hamburg knapp 20 Familien betreut.

Elternlotsin Rokhsareh, die auch aus dem Iran geflohen ist, hat knapp 20 Familien in ihrem ersten Jahr als Ehrenamtliche betreut.  Vielen mache vor allem die Sprachbarriere zu schaffen, erzählt sie: „Deutsch lernen ist nicht leicht und bis die Leute es können, brauchen sie eben jemanden, der sie hier begleitet.“ Auch Angelegenheiten mit Behörden seien für viele eine Hürde. Rokhsareh erinnert sich zum Beispiel an eine Mutter aus Afghanistan, die gleich mit mehreren Plastiktüten voller Briefe und Unterlagen zu ihr kam. Die Elternlotsin kaufte daraufhin erst einmal Ordner und half der Frau, die Papiere zu sortieren. Als sie die Geschichte erzählt, lacht sie. Wie verwirrend die deutsche Bürokratie ist, weiß sie aus eigener Erfahrung: 

„Als ich nach Deutschland kam, hat es mir im Alltag zwar sehr geholfen, dass ich Englisch konnte, aber mit den ganzen Papieren hatte ich trotzdem Probleme.“

Für ihr Engagement bekommt Rokhsareh viel Dankbarkeit von den Eltern. Aber auch so ist das Ehrenamt für sie eine echte Erfüllung: „Helfen ist meine Natur und kommt von Herzen. Wenn mir Menschen von ihren Problemen erzählen, kann ich nicht nur zuhören und nichts tun. Ich möchte immer eine Lösung finden“, sagt sie und lächelt.

Für Projektleiterin Aleksandra Prill sind es auch die vielen scheinbaren Kleinigkeiten, die die Elternlotsen so erfolgreich machen: „Einen Kitaplatz zu finden, ein Dokument richtig auszufüllen oder einen Arztbesuch hinter sich gebracht zu haben, das ist für viele schon viel wert.“

Elternlotsen – ein Projekt des SOS-Kinderdorfs Hamburg