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Ein Neustart für Fanny

„Meine Bauch-Mama kommt mich manchmal besuchen“

Eigentlich hatte Fanny* einen guten Start ins Leben. Sie war ein kräftiges kleines Mädchen mit blonden Haaren, das sich ganz normal entwickelte. Obwohl Fannys Mutter gerade erst ihren 18. Geburtstag gefeiert hatte und die beiden in ein Mutter-Kind-Heim ziehen mussten, wuchs Fanny zu einem besonders freundlichen Kind heran. Jeder im Heim mochte sie. Oft passten andere junge Frauen auf sie auf, wenn ihre Mutter ausging, um sich mit ihrem Freund zu treffen.

Fanny SOS-Kinderdorf

Wie jedes Baby hatte Fanny allerdings auch anstrengende Seiten. Eine Zeit lang weinte sie so viel, dass ihre Mutter eine Schreibaby-Ambulanz aufsuchte. Organisch war Fanny vollkommen gesund. Trotzdem fühlte sich die Mutter zunehmend überfordert. Nachts gab sie das Kind oft in die Obhut von Betreuerinnen, um durchschlafen zu können. Immer öfter hatte sie den Gedanken, „Fanny nicht zu packen“, wie sie sagte.

Einmal hatte Fanny einen roten Fleck am Kopf. Sie habe sich am Gitterbettchen gestoßen, erklärte ihre Mutter. Einmal fand eine Mitbewohnerin das Baby allein im Zimmer weinend auf dem Teppichboden. Sie habe im großen Bett geschlafen, sei über die Bettkante gerollt und hinuntergefallen, sagte die Mutter, als sie von ihrem Stadtbummel zurückkam. Den Betreuerinnen fiel auf, dass sie beim Fläschchengeben plötzlich den Blickkontakt zu ihrer Tochter mied.

Bald darauf entschied sie: Sie wolle Fanny abgeben und „zurück ins alte Leben“.

Fannys Mutter ist kein schlechter Mensch.

Ihr Vorsatz, der Tochter trotz schwieriger Umstände eine gute Mutter zu sein, war aufrichtig. Doch auch sie hatte nie ein stabiles Familienleben kennen gelernt. Mit 16 war sie dem Jugendamt zum ersten Mal aufgefallen. Mit 17 wurde sie mit Fanny schwanger. Die Beziehung zu Fannys Vater stand auf wackligen Füßen und zerbrach bald.

Heute ist Fanny sechs Jahre alt und lebt in einem SOS-Kinderdorf. Sie hat eine Kinderdorfmutter, die sie seit ihrem ersten Lebensjahr betreut und vier Kinderdorf-Geschwister. 

„Tragfähige Beziehungen sind das A und O, wenn ein Kind wie Fanny aufgefangen werden und ein sicheres neues Zuhause finden soll.“ 

SOS-Pädagoge

Wer Fanny in der Schule oder beim Spielen mit ihren Freunden erlebt, sieht ein selbstbewusstes Mädchen. Dass ihre Kinderdorfmutter nicht ihre „Bauch-Mama“ ist, weiß Fanny. „Meine Bauch-Mama kommt mich manchmal besuchen“, erzählt sie fröhlich. „Der Kontakt zur leiblichen Mutter ist trotz der schwierigen Vorgeschichte stark“, bestätigt der Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf: „Fanny freut sich auf diese Besuche. Die Mutter ist jetzt viel reifer, sie hat eine Ausbildung abgeschlossen und sich ein stabiles Leben aufgebaut. Wir werden sorgfältig prüfen, ob Fanny zu ihr zurückkehren kann. Die Chancen stehen jedenfalls gut.“

*Namen und biografische Details zum Schutz der realen Personen geändert.

Fanny SOS-Kinderdorf


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Die Einbeziehung der Herkunftsfamilie bereits vor der Fremdunterbringung der Kinder ist immens wichtig. Das Wissen um einen verständnisvollen Umgang beider Seiten ist für das Kind hilfreich.

Regelmäßige Besuche und Gespräche sowie die Teilnahmean wichtigen Ereignissen (z. B. Geburtstag) sindvon großer Bedeutung für Kind und Eltern. Die Eltern-Kind-Beziehung ist und bleibt lebenslang von großer Bedeutung für die Identität eines Menschen. Nicht alle Kinder bleiben bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in ihrer SOS-Kinderdorffamilie. In den seltensten Fällen findet gar kein Kontakt mehr mit der Herkunftsfamilie statt. 

Oberstes Ziel: Die Rückkehr der Kinder in ihre leibliche Familie.