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Wie Kindern Trennung erklären
Familientipps

Wie erkläre ich meinem Kind, dass wir uns trennen?

Mit der Trennung der Eltern ist für die Kinder plötzlich alles anders. Natürlich gibt es keinen allgemeingültigen Weg, wie sie Ihrem Kind die Trennung erklären können. Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, wie die Eltern diese schwierige Situation der Kinder erleichtern können.

Tipp 1: Bereiten Sie sich gemeinsam auf das Gespräch mit Ihrem Kind vor

Sobald Sie sich für eine Trennung entschieden haben, sollten Sie mit Ihrem Kind darüber sprechen. Schaffen Sie eine ruhige  Atmosphäre und stimmen Sie sich im Vorfeld mit Ihrem Ex-Partner ab, wie Sie Ihrem Kind die Trennung erklären können und wie Sie auf schwierige Fragen reagieren. 

Sie sollten sich auf folgende Fragen vorbereiten:

  • Bin ich Schuld daran, dass ihr euch trennt?
  • Liebst du mich nicht mehr?
  • Wo werde ich wohnen?
  • Werde ich Papa/Mama dann nur noch ganz selten sehen?
  • Warum willst du uns verlassen?

Nehmen Sie sich Zeit für das Gespräch und bleiben Sie beide auch danach ansprechbar.

Tipp 2: Seien Sie Ihrem Kind gegenüber so ehrlich und deutlich wie möglich

Das Kind hat die Konflikte zwischen den Eltern längst mitbekommen und kann dies meist nicht einordnen. Nun ist es wichtig, das Sie dem Kind offen und ehrlich sagen, was los ist ohne den anderen Elternteil zu beschuldigen. Dabei kommt es nicht darauf an auf jedes Detail einzugehen. Wichtig ist, dass das Kind mit beiden Eltern über die Trennung sprechen kann und die Fragen des Kindes alters- und situationsangemessen beantwortet werden. Je nach Alter könnten Sie Ihrem Kind beispielsweise sagen: „Wir lieben uns nicht mehr so wie früher und haben deshalb entschieden uns zu trennen.“ 

Tipp 3: Sagen Sie Ihrem Kind, dass beide Eltern weiter präsent bleichen 

Ihr Kind braucht nun möglichst viel Klarheit und Sicherheit. Deshalb muss Ihr Kind wissen, dass Sie es immer lieben werden und beide weiter für das Kind da sind. Sagen Sie beispielsweise Ihrem Sohn/Ihrer Tochter in einer freundlichen und liebevollen Atmosphäre: "Mama und Papa werden sich trennen. Wir wissen, dass du darüber traurig bist, dass dir der Papa (oder die Mama) fehlen wird. Aber wir haben es so beschlossen. Dennoch werden wir beide weiter für dich da sein und dich lieb haben."

An dieser Stelle sollten Sie dem Kind  klar machen, dass es Unterschiede gibt in der Liebe zwischen Erwachsenen und der Liebe zwischen Eltern und ihrem Kind. Die Eltern-Kind-Beziehung bleibt bestehen, auch wenn man sich mal streitet. Das ist sehr wichtig, um dem Kind die Angst zu nehmen, dass es ebenfalls verlassen werden könnte.

Tipp 4: Entlasten Sie Ihr Kind  von Schuldgefühlen 

Sprechen Sie bei Ihrem Kind auch an, dass es in Ordnung ist, über die Trennung traurig und wütend zu sein. Dies dürfen und sollen die Kinder auch ausdrücken. Versichern Sie Ihrem Kind, dass es keinerlei Schuld an der Trennung hat und nehmen Sie dem Kind die Sorge, dass es etwas falsch gemacht hat.

Tipp 5: Geben Sie Ihrem Kind Orientierung und Sicherheit

In der Trennungsphase fühlen sich Kinder oft sehr verunsichert. Nun braucht Ihr Kind viel Klarheit, wie es weitergeht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind drüber was sich verändert und insbesondere was bleibt, wie es war. Betonen Sie, dass Sie die Zukunft für Ihre Kinder trotz der schmerzhaften Veränderungen weiterhin so schön gestalten wollen, wie es geht. Die Kinder müssen in diesem schwierigen Moment, auf ihre Zukunft vertrauen können und darauf, dass ihnen beide Eltern erhalten bleiben. Informieren Sie Ihr Kinder über die Entscheidungen, die bereits getroffen wurden. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich bemühen werden, gemeinsam für alle Beteiligten gute Lösungen zu finden.

Tipp 5: Beziehen Sie Ihr Kind mit ein

Versuchen Sie Ihr Kind so gut wie möglich in die Überlegungen, wie es in der Zukunft weitergehen soll, miteinzubeziehen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, was Sie als nächstes vorhaben und wie sich Ihr gemeinsamer Alltag in nächster Zeit vermutlich gestalten wird. Hören Sie sich dabei auch die Vorstellungen, Wünsche und Sorgen Ihres Kindes an und beziehen Sie es altersgemäß in Ihre Planungen mit ein (z.B. Gestaltung des neuen Zimmers, Planung der Besuchskontakte, ...). Hierbei sollten die Bedürfnisse des Kindes im Mittelpunkt stehen. 
 

Unsere Expertin

Maria Stock

Maria Stock ist Leiterin der SOS-Familien- und Erziehungsberatungsstelle und der Fachstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt im SOS-Kinderdorf Ammersee. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin, systemische Familien- und Hypnotherapeutin  und  verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Familien, Kindern, Jugendlichen, Migranten und traumatisierten Menschen.