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Tipps: Richtig nein sagen
Familientipps

Richtig nein sagen

Vielen Menschen fällt es schwer nein zu sagen. Gerade in der Familie gegenüber den Liebsten ist das oft besonders schwer. Doch nein sagen schützt auch vor Überlastung. Außerdem ist es für Kinder wichtig zu lernen, mit einem „nein“ umgehen zu können.

Karen Silvester, Referentin für Kinderfragen bei SOS-Kinderdorf, erklärt wie Eltern richtig nein sagen.

Tipp 1: Nein sagen ist ok und wichtig

Wer „nein“ sagen kann, sagt „ja“ zu sich selbst. Oftmals sagen wir zu etwas ja, auch wenn wir wissen, dass es gegenläufig zu unseren Bedürfnissen ist. „Mama, darf Mona heute bei mir  übernachten?“ Eigentlich denken Sie: „Es ist mitten in der Woche – auf keinen Fall.“ Das wird für alle eine schlaflose Nacht und ein quengeliger nächster Tag – ich brauche Ruhe! Allerdings wird es auch anstrengend, dem Trotzanfall der Tochter beizukommen. Am Ende der Kopfkinovorstellung sagen Sie „ja, mein Schatz“ und ignorieren, dass auch Ihre Kraft und Geduld Grenzen hat. Der kurzfristige Frieden hat langfristig fatale Folgen: Erschöpfung, Überforderung, Streit bis hin zu depressivem Erleben: „Meine Bedürfnisse sind nicht wichtig. Ich bin nicht wichtig.“ Deshalb ein klares „Ja“ zu den eigenen Bedürfnissen und ein: „Gerne kann Mona übernachten. Am Freitag!“  

Tipp 2: „Nein, weil …“ – offener Dialog

Nichts ist fataler, als wenn beim Aushandeln von Grenzen mit Kindern aus einem „nein“ erst ein zaghaftes „naja, aber …“ und dann ein „na gut“ wird. Kinder, die etwas durchsetzen möchten, haben oft verblüffende Argumente und kennen, die notwendigen Manipulations-Knöpfe, die die klarste Entschlossenheit zu einer kläglichen Kapitulation dahin schmelzen lässt. „Mama, darf Mona bei mir übernachten, weil wir spielen gerade so schön und ihre Mama hat es schon erlaubt?“ Kinder äußern klar und deutlich ihre Bedürfnisse – und das sollten Sie auch tun: „Nein, Mona kann heute nicht bei dir übernachten, weil ich heute müde bin. Gerne kann Mona am Wochenende bei dir übernachten, weil ich da ausgeruhter bin.“ Bleiben Sie bei einer einfachen Erklärung, die ihr Kind nachvollziehen kann. Geben Sie ihm einen Grund, für das nein, das es „nachfühlen“ kann. Und vor allem: Weichen Sie nicht von ihrem „nein“ und somit Ihrem Bedürfnis ab. Kinder lernen über das Erleben. Erlebt es „ich muss nur genug quengeln, dann darf ich das schon“ wird es ihr „nein“ bald überhören oder als unerheblich zur Kenntnis nehmen. 

Tipp 3: Der Ton macht die Musik

Kinder können mit einem klaren Nein umgehen. Schwieriger wird es, wenn das Nein emotional aufgeladen und mit Herabwürdigungen gespickt ist: „Nein, du bekommst keine echte Tasse – du bist zu tollpatschig und machst es eh nur wieder kaputt.“ Diese Sorte von „nein“ beschädigt die Selbstwirksamkeit von Kindern, die über das Ausprobieren lernen. Manche – in ihrer Tragweite zu akzeptierende – Experimente müssen schief gehen dürfen. wie zum Beispiel eine zerbrochene Tasse. Sollte Ihnen die Tasse aber tatsächlich sehr wichtig sein oder das Kind ist für das Experiment gerade zu abgelenkt, probieren Sie doch folgendes aus: Atmen Sie durch, begeben sich auf Augenhöhe mit ihrem Kind und sagen mit ruhiger Stimme: „Bist du dir sicher, dass es gerade eine gute Idee ist aus einer echten Tasse zu trinken? Nimm jetzt den Becher – aus der Tasse kannst du trinken, wenn du in Ruhe am Tisch sitzt.“ Sollten Sie jedoch im Gegensatz zu solchen Situationen ein schnelles „nein“ brauchen, das ihr Kind vor einer Gefahr schützt, die es gerade nicht kommen sieht: Nutzen Sie besser ein Signalwort wie „Stopp“ oder „Halt“, das sie sich für echte Notfälle aufbewahren.