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Wenn es Eltern nicht gut geht: Wie den Kindern erklären?
Wenn es Eltern nicht gut geht

Wie erkläre ich das meinem Kind?

Wenn es den Eltern nicht gut geht, merken Kinder das sofort. Gründe, weshalb es Eltern nicht gut geht, gibt es viele – gerade in der derzeitigen Corona-Pandemie. Individuell ist aber, wie sich das äußert. Manche Menschen fahren viel schneller aus der Haut, die anderen ziehen sich in sich zurück. Kinder merken natürlich, dass die Eltern sich anders verhalten – können sich die Ursache dafür aber nicht erklären. Das Fatale daran ist: Kinder geben häufig sich selbst die Schuld dafür und leiden darunter oftmals still. Wir geben Tipps, wie Sie in der Familie damit umgehen können, wenn es Ihnen nicht gut geht.

Tipp 1: Negative Gefühle zulassen

Verdrängen Sie Ihre negativen Gefühle nicht, sondern lassen Sie diese zu. Aus der Sicht Ihres Kindes sind Sie ein „Superheld“: Sie wissen, können, dürfen und schaffen alles. Diese idealisierte Sicht ist besonders in den ersten Jahren der Kindheit bedeutsam, damit sich Ihr Kind geborgen fühlt und sich traut sich auszuprobieren. Das kann es aber nur, wenn es sich darauf verlassen kann, dass Ihre Stärke echt ist. Haben Sie deshalb den Mut, Ihre Gefühle und Schwächen zu zeigen. Leben Sie Ihrem Kind vor, wie es selbst mit Belastungen umgehen kann. Und vor allem: Fallen Sie nicht selbst auf Ihr Super-Ich herein und gestehen sich Ihre Gefühle ein!

Tipp 2: Offen sein

Im nächsten Schritt ist es wichtig, dass Sie offen mit ihrem Partner sprechen. Hilfreich kann es aber auch sein, sich Freunden oder der Familie anzuvertrauen, wenn es sich richtig für Sie anfühlt. Sortieren Sie vor so einem Gespräch Ihre Gedanken und klären Sie Ihre Erwartungen. Erhoffen Sie sich z. B. konkrete Unterstützung in belastenden Alltagsroutinen? Dann ist es hilfreich, diesen Wunsch ohne Vorwurf zu benennen. Auch gute Freunde und Partner können nicht Gedanken lesen. Oder haben Sie nur ein nebulöses Gefühl von Wut, Traurigkeit, Angst oder Ohnmacht? Dann ist Reden schon mal ein guter, befreiender Anfang. Sobald Sie beginnen, Ihre inneren Bilder in Worte zu fassen, werden die eigentlichen Themen dahinter schon greifbarer und einfacher zu bewältigen.

Tipp 3: Kindgerecht erklären

Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass Ihre Anspannung und Belastung nicht nach zwei, drei Tagen wieder vorbei sein wird ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind darüber reden. Bereiten Sie sich auf dieses Gespräch vor. Am besten, indem Sie sich mit Ihrem Partner oder einer vertrauten Personen vorher darüber austauschen. Seien Sie bei dem Gespräch mit Ihrem Kind ehrlich – überfordern Sie es aber nicht mit Einzelheiten. Zugegeben, das ist ein schmaler Grat. Egal, wie Sie es angehen (Sie kennen Ihr Kind am besten und werden es schon gut machen!) – bei Ihrem Kind sollte diese Botschaft ankommen: Du hast nichts damit zu tun. Du musst nichts besonderes für mich tun – ich kümmere mich darum, dass es mir besser geht. Ich habe erwachsene Menschen um mich, die mich unterstützen und mir helfen. 

Tipp 4: Ehrlich und offen bleiben

Wenn Ihr Kind immer wieder Fragen hat, nehmen Sie sich Zeit diese offen und ehrlich zu beantworten. Teilen Sie Ihre Gefühle und Gedanken. Seien Sie ehrlich, dass Sie vielleicht nicht wissen, wann es Mama oder Papa wieder besser geht. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass Sie einen Plan haben. Und wenn Sie noch keinen haben, lassen Sie sich einen einfallen. Seien Sie unkonventionell, denn es gibt immer mehr als einen Weg. Hauptsache Sie beginnen loszulaufen! 

Tipp 5: Kinder sollten Kinder bleiben

Trotz aller Offenheit und Ehrlichkeit müssen Kinder weiter Kinder sein dürfen. Es ist nicht ihre Aufgabe, sich um die Befindlichkeit von Eltern zu kümmern. Schnell geben sich Kinder die Schuld, dass es Mama oder Papa nicht gut geht. Egal wie erwachsen Ihr Kind auch scheinen mag: Diese gefühlte Verantwortung ist eine gefährliche Überforderung, die Ihr Kind in der Entwicklung hemmt.  Versuchen Sie Ihrem Kind weiter eine unbeschwerte Kindheit zu geben. Vielleicht kann Ihr Kind zum Spielen zu einem Freund oder einer Freundin. Oder Ihre Familie kann Sie bei der Betreuung der Kinder unterstützen. Oder noch besser: Vielleicht finden Sie gemeinsame Aktivitäten, die auch Ihnen Stabilität und Momente der Unbeschwertheit geben: Ballspielen auf der Wiese vor dem Haus, ein Spaziergang in der Sonne, eine Eltern-Kind Yoga-Einheit, ein ruhiges Abendritual mit Tee und Vorlesen, usw.

Tipp 6: Hilfe holen

Holen Sie sich Hilfe bei Beratungsstellen, bei Freunden oder der Familie, wenn Ihnen alles über den Kopf wächst oder Sie einfach Zeit für sich brauchen. Das ist in Ordnung. Psychische Erkrankungen sind sehr ernst zu nehmen. Sie zu erkennen und sich Unterstützung zu holen, ist wichtig für die ganze Familie. Lassen Sie sich nicht von Sätzen wie „ach, es geht doch allen gerade irgendwie schlecht“ nicht verunsichern. Es gibt kein Maß dafür, wie viel Eltern aushalten „müssen“. Es ist Ihre Gesundheit. Und nur wenn es Ihnen gut geht, kann die Familie wieder ihr Gleichgewicht finden. Oder anders gesagt: Die wahre Superkraft ist es, sich Hilfe zu holen.