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Kleinkind
Familientipps

Tipps für Familien mit Kleinkindern

Hier erhalten Familien mit Kleinkindern Tipps und Trick zu ganz alltäglichen Herausforderungen. Was tun wenn meinem Kind das Essen nicht schmeckt? Was ist zu beachten, wenn mein Kind zum ersten Mal woanders übernachtet?

Mein Kind akzeptiert kein Nein

„Mein Kind akzeptiert kein NEIN von mir...“ – so berichten Mütter und Väter manchmal von ihren alltäglichen Erfahrungen.

Anstatt sich auf den Arm genommen zu fühlen, können Sie sich freuen: Ihr Kind hat entdeckt, dass es einen Zusammenhang zwischen einer Handlung und der Reaktion anderer darauf gibt. Wahrscheinlich ist Ihr Kind gerade so um ein Jahr alt. Wahrscheinlich ist es ähnlich fasziniert von anderen Zusammenhängen, die es gerade entdeckt: es schaltet Licht an und aus, usw. Ihr Kind ist einfach fasziniert von seiner Macht und was es bewirken kann!

Tipp 1: Verständnis entwickeln

 „Er oder sie lacht mich an und macht noch einmal, was ich gerade verboten habe, mit Absicht!“ Dieses Verhalten ist nicht böse gemeint, vor allem kleine Kindern lernen viel durch kopieren und testen die Reaktionen auf ihre Handlung. Für Eltern ist es deshalb wichtig, diese Denkprozesse zu verstehen und Geduld zu haben.

Tipp 2: Situation verändern

Damit Verbote verinnerlicht werden reichen Aussagen nicht, klares Handeln ist erforderlich! Das Kind muss am Besten direkt von der Situation gelöst werden, indem man mit ihm woanders hingeht oder den verbotenen Gegenstand wegnimmt. So versteht das Kind Verbote schneller und besser.

Tipp 3: Standhaft bleiben

Um zu bewirken, dass sich das Kind Verbote merkt, braucht es klare Prinzipien: Verbotenes bleibt verboten. Diese müssen deutlich und konsequent vermittelt werden. Aber Vorsicht: zu viele Verbote engen ein, wichtig sind deshalb Freiräume und Handlungsalternativen.

"Alles meins": Teilen lernen!

In Spielgruppen ist es immer wieder Thema: Die Kinder nehmen sich gegenseitig die Spielsachen weg, streiten sich und hauen sie sich sogar darum. Wir Erwachsene haben oft unangenehme Gefühle wie Scham und Neid und manchmal die Sorge, dass ein Kind sich zum Aggressor entwickelt oder zum Mobbingopfer. 

Die wichtigsten Menschen für ein kleines Kind sind zunächst die Eltern oder die erwachsenen Bezugspersonen, die sie versorgen, danach kommen gleich die Geschwister, mit denen sie zusammen leben.

Kleinkinder interessieren sich auch schon für Gleichaltrige, doch diese Beziehungen sind anders, sie sind „gleicher“. Je nach Temperament verhalten sich Kinder vorsichtig oder draufgängerisch und lernen voneinander. Sie beobachten sich, ahmen sich nach, gehen hintereinander her, lächeln sich an. Sie fangen gemeinsam an zu kreischen, rennen oder klatschen. Sie bieten sich schon mal Spielsachen an, teilen ihr Essen an alle aus, fassen einander ins Gesicht. Das sind alles Formen der Kontaktaufnahme, des Austausches und der Anerkennung. Und das ist ihnen wichtig! Im Alter von etwa zweieinhalb bis drei Jahren entstehen dann auch Freundschaften und wir sehen sie Hand in Hand gehen und gemeinsame Vorhaben ansteuern.

Tipp: Geduld und Gespräche

Wie lernt mein Kind mit anderen zu teilen? Dafür braucht es vor allem zwei Dinge: Geduld und Gespräche. Wenn zwei Kleinkinder in Konflikt sind, hilft es den Gegenstand aus dem Blickfeld aller zunehmen. Dem eigenen Kind zu zeigen wie es durch Bitten oder Bedanken Erfolg haben kann ist ebenso wichtig. Auch der Austausch über Konfliktsituationen zwischen Erwachsenen kann neue Inputs liefern.

Hilfe es schmeckt nicht!

Fragen Sie mal Ihre Eltern, wie oft Sie selbst diesen Satz als Kind gesagt haben. Oft wurde man noch motiviert mit Sätzen wie „noch ein Löffelchen für Oma,...“ oder „woanders müssen Kinder hungern“. Früher mochte man Dinge nicht, die man heute gerne ist und andersrum. Die Geschmäcker sind verschieden und vor allem ändern sie sich.

Tipp 1: Neues braucht Zeit

Kinder brauchen Zeit, sich an neue Dinge zu gewöhnen. Besser ist es deshalb, einem empfindlichen Kind nicht zu schnell zu viele verschiedene Speisen anzubieten. Doch mit Geduld und stetigem Angebot sind sie meistens irgendwann doch bereit für ein neues Menü.

Tipp 2: Satt heißt satt

Auch beim Essen sind die Eltern das große Vorbild! Es gilt: Ablenkung vermeiden und die Grenzen des Kleinkinds respektieren! Lassen Sie es doch einfach mitbestimmen, welche Menge reicht.

Tipp 3: Gemeinsam wird’s gut!

…von Tischdecken bis Gemüse waschen: es gibt viele Möglichkeiten das Kind in den Kochprozess miteinzubinden. Und schmeckt es nicht gleich noch besser, wenn man weiß, dass man mitgeholfen hat?

Tipp 4: Essen erleben!

Wo kommt mein Essen her? Ob es ein Besuch auf dem Bauernhof ist oder eine gemeinsame Einkaufstour, Kinder sind neugierig und wollen wissen, wie ihre Mahlzeiten entstehen. Findet gemeinsam Antworten!

Die erste Nacht ohne Mama!

Wann das richtige Alter ist oder wie das Kind es gut schlafen kann, hängt mit grundlegenden Schlafgewohnheiten zusammen.

Viele Babys brauchen anfangs Hilfestellungen wie singen, vorlesen, wiegen, stillen, Hand halten, um zur Ruhe zu kommen. Doch je mehr Hilfen gegeben werden, umso weniger werden oft die eigenen Fähigkeiten des Babys gefördert, sich zu beruhigen, wie zum Beispiel am eigenen Finger (oder Schnuller) saugen, vor sich hin brabbeln, an der Kleidung zupfen, die Hände und Füße zusammen legen. Eltern sind also gut beraten, nicht zu viel Aufwand zu betreiben, um das kleine Schätzchen zu beruhigen. Sie sollten immer wieder probieren, es auf eigene Weise in den Schlaf finden zu lassen. Hilfreich sind wiederkehrende Abläufe, wie und wo das Kind einschläft, wie der Tag verläuft, welche Zeiten es gibt für Aktivitäten und Mahlzeiten oder wieviel und wie häufig es über den Tag verteilt schlafen kann. Je mehr es bei Tage erlebt, “meine Leute kümmern sich um mich und verstehen mich“ – umso sicherer wird es sich fühlen, umso mehr kann es kleine Wartezeiten aushalten und lernen, mit seinen eigenen Möglichkeiten in den Schlaf zu kommen.

Tipp 1: Sicherheit schaffen

Babys sind nicht zum allein schlafen geboren, sie brauchen Entspannung und das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Maßnahmen wie, Abdunkeln, kleine Rituale und Ruhe erleichtern das Schlafen. Diese Hilfestellungen sollten aber in Maßen bleiben sonst lernt das Baby nicht, sich selbst zu beruhigen. Deswegen gilt es, nicht zu viel Aufwand zu betreiben und das Baby vor sich hin brabbeln zulassen, an der Kleidung zuzupfen, die Hände und Füße zusammen zulegen.

Tipp 2: Gewöhnung an andere Bezugspersonen

Damit die erste Nacht alleine gut gelingt, ist es wichtig auch im Vorfeld das Kind an andere Bezugspersonen und Rituale zu gewöhnen. Auch wenn es dem Kind am Anfang Angst macht: Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es sich auf Sie verlassen kann und Sie wiederkommen. Dann funktioniert das Einschlafen bestimmt bald auch ohne Sie.

Tipp 3: Kleine Helferlein

Es gibt viele „Helferlein“, die dem Kind eine vertraute Situation schaffen, ohne dass die Eltern das Einschlafen bzw. das Einschlafritual begleiten müssen. Kleine Helferlein sind zum Beispiel Stoffe, die nach Vertrautem riechen, z.B. das Schmusetuch oder ein Kuscheltier aus dem eigenen Bett. Bei Übernachtung in fremden Räumen hilft eigene Bettwäsche oder das Reisebettchen. Ältere Kinder ab etwa zwei Jahren können beim Packen des Köfferchens mithelfen. So überlegen sie, was sie für den Übernachtungsbesuch brauchen und stellen sie sich innerlich darauf ein

Unsere Expertin aus dem SOS-Kinderdorf Bremen

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.