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Tipps: Streit zwischen Geschwistern
Familientipps

Streit zwischen Geschwistern

Streit zwischen Geschwistern ist zwar für Eltern oft anstrengend, aber dennoch in jedem Alter ganz normal. Aber wie viel Streit ist normal und sollten Eltern schlichten? Wir geben Ihnen Tipps.

Warum streiten sich Geschwister?

Es ist ganz normal, dass sich Geschwister streiten, denn sie haben sowohl positive als auch negative Gefühle füreinander und manchmal sogar beide gleichzeitig. In der Familie lernen wir zuerst, wie wir miteinander auskommen können und Streit gehört da eben dazu. So formen wir unsere eigene Meinung und auch unsere Rolle in der Familie und üben für später in der Gesellschaft. Andererseits zeigen Geschwister auch zuweilen großen Zusammenhalt, z.B. gegen die Eltern, gegen Menschen außerhalb der Familie, sind einander Unterstützung und Vorbilder oder gründen Firmenimperien …

Wie viel Streit ist normal?

Menschen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Diese zu verhandeln und Kompromisse zu schließen, müssen wir erst lernen. Zuerst geht es darum, dass wir uns selbst (er-)kennen und behaupten. Kleine Kinder können ihre Impulse noch nicht beherrschen. Ihre Enttäuschung, Wut, Traurigkeit, aber auch Freude und Lust an etwas lassen sie in der Regel sofort als Handlung heraus. In Worten zu sagen, was freut, stört, bedrückt, etc. lernen Kinder noch bis zum Schulalter und darüber hinaus. Täglicher Streit ist normal, ihn zu lösen aber auch! Schauen Sie gelegentlich, was Ihre Kinder da schon alleine schaffen!

Was können Eltern tun, wenn Geschwister sich ständig streiten?

Eltern sollten jedes Kind für sich selbst und die eigenen Eigenschaften wertschätzen, möglichst nicht vergleichen und damit ein Kind auch nicht herabsetzen. Manchmal brauchen Geschwister eine Pause voneinander, Spielgesellschaft von Gleichaltrigen, ganz eigene Hobbys nur für sich und generell eine eigene Rückzugsecke nur für sich. 

Wie können Eltern reagieren, wenn die Kinder streiten?

Eltern können spiegeln: „Ihr könnt euch heute aber schlecht einigen, ihr wollt alle …dasselbe haben oder…. was verschiedenes spielen.“ Sie können darum bitten, dass es leiser zugehen sollte oder die Kinder fragen, wer denn hier überhaupt noch miteinander sein möchte. Damit bleibt der Streit unter den Kindern und in deren Verantwortung zu lösen. Das geht natürlich nicht mit Babys. Deren Interessen müssen die Eltern formulieren, aber das muss nicht parteilich sein. Ein Beispiel: das Krabbelkind haut immer den Duplo-Turm des Dreijährigen um. Sie können dem größeren Kind erklären, dass es ein schützenswertes Interesse hat für den Turm, aber das Baby dies noch nicht versteht. Überlegen Sie gemeinsam, was helfen würde, bauen Sie zusammen eine Barriere oder erklären Sie das Laufgitter zum Bauplatz.

Wann müssen Eltern eingreifen?

Sie sollten sich möglichst nur einmischen, wenn Verletzungsgefahr droht, mutwillige starke Zerstörung passiert oder wenn das eigene Bedürfnis nach Ruhe dauernd gestört wird. Dann ist Trennung der Streitparteien oft das Mittel der Wahl, alle beruhigen sich erst mal in ihrer eigenen Ecke, später wird eine Lösung diskutiert und eventuell eine Widergutmachung erforderlich. Bitte fragen Sie sich, was Ihre Kinder brauchen und was Sie selbst. Müde Kinder kann man  nicht erziehen. Erkennen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder (Hunger, Durst, Müdigkeit, Mangel an Anerkennung, Kontaktbedürfnis). 

Wie können Eltern einen Streit schlichten?

Sie sollten höchstens Vorschläge machen und die Kinder entscheiden lassen. Sie können vorschlagen sich mit dem Spielzeug abzuwechseln oder helfen zu erklären, dass man manche Spielsachen eben nicht teilen möchte bzw. erst gefragt werden möchte. Sie können auch Blitzableiter für große Wut anbieten, die nicht als körperliche Gewalt gegen das Geschwister ausarten soll, wie zum Beispiel gegen Kissen schlagen oder treten oder Wut weg-rennen.

Wie können Eltern, Streit zwischen Geschwistern vermeiden?

Streit vermeiden ist an sich nur erforderlich, wenn es Dauerstreit gibt, wenn eins der Kinder ganz unglücklich ist damit oder Ihre Nerven dauernd strapaziert sind. Fragen Sie sich bitte auch ehrlich, welche Rolle in dem Streit Sie selbst und Ihre Bedürfnisse spielen: Sie brauchen Ruhe nach der Arbeit; Sie haben den Kopf mit anderen Dingen voll; Sie streiten in der Partnerschaft auch so heftig; es erinnert Sie an frühere eigene Geschwisterkonflikte. Oder hat eins der Kinder schon eine festgefahrene Rolle in der Familie (die Schöne, die Kluge, der Fleißige, der Aufpasser)? Dann muss sich etwas ändern! Sprechen Sie miteinander darüber! Tauschen Sie sich mit anderen Eltern über Erfahrungen aus. Suchen Sie sich Hilfe und Beratung.

Unsere Expertin

Ulrike Glingener

Ulrike Glingener ist Dipl.-Sozialpädagogin in der Frühberatungsstelle Süd des SOS-Kinderdorf Bremen und ist dort seit über 20 Jahren beschäftigt.

Sie hat Erfahrungen in der Erziehungsberatung und Familienhilfe, im Familienkrisendienst, als PEKIP®-Gruppenleiterin für Eltern-Baby/Kind-Gruppen. Ulrike Glingener ist zudem SPIN® Video-Home-Trainerin und in der entwicklungspsychologischen Beratung tätig.