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Tipps: Wie spreche ich mit meinem Kind über Krieg?
Familientipps

Wie können Eltern mit ihren Kindern über den Krieg sprechen?

Der Krieg in der Ukraine hat die Welt zutiefst schockiert. Nicht nur in den Medien ist das Thema allzeit präsent, auch in der Familie, im Freundeskreis, Kindergarten oder der Schule wird darüber gesprochen. Unsere Experten aus dem SOS-Kinderdorf Bremen, Dr. Lars Becker, Einrichtungsleiter, und Sozialpädagogin Ulrike Glingener aus der Frühberatungsstelle erklären, wie Eltern mit ihren Kindern über den Krieg sprechen und mit Ängsten umgehen können. 

Tipp 1: Ehrlich und proaktiv kommunizieren 

Kinder spüren, wenn Erwachsene etwas beschäftigt. Nehmen Sie die Fragen Ihres Kindes zum Krieg ernst. Mit Gegenfragen können Sie herausfinden, worum es Ihrem Kind geht: Hat es Angst? Ist es einfach nur neugierig? Hat es Bilder gesehen, die es belasten? Richten Sie den Blick auf das Interesse Ihres Kindes und geben Sie auf die Fragen eine kurze und klare Antwort. Bleiben Sie dabei ehrlich: Wenn es momentan keine Antwort auf die Frage gibt, ist auch ein „Ich-weiß-es-nicht“ in Ordnung. Sie können Ihr Kind beruhigen, in dem Sie ihm erklären, was sie tun, um es zu schützen – beispielweise informiert zu bleiben. Sie kennen Ihr Kind und wissen daher am besten, wie detailliert die Antworten sein sollten: Kennt Ihr Kind das Konzept von Tod und Leben, können Sie den Tod von Soldaten offen benennen; ansonsten reicht der Hinweis, dass die Menschen sich gegenseitig sehr weh tun.

Tipp 2: Ängste ernst nehmen 

Ängste werden kleiner, wenn wir merken, dass wir nicht alleine sind! Wenn Ihr Kind Sorgen hat, versuchen Sie diese wahrzunehmen und nicht auszureden. Fragen Sie, was Ihr Kind befürchtet und was ihm helfen würde, sich sicher zu fühlen. Auch Sie als Eltern dürfen ihre eigenen Ängste kindgerecht ausdrücken, indem Sie erklären, dass auch Sie sich mal Sorgen machen. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Kind bei Ängsten Sicherheit geben. Bei Kleinkindern können Sie das „magische Denken“ bewusst nutzen: So passt das Kuscheltier nachts auf das Kind auf und hilft auch gegen schlechte Träume. Erinnern Sie Ihr Kind daran, dass uns viele Menschen unterstützen und in der Not helfen: Polizei, Feuerwehr, der Erste-Hilfe-Kasten im Haus oder der Krankenwagen mit Rettungssanitäter. Wenn Sie selbst aktiv werden wollen – sei es durch die Teilnahme an Demos oder durch Spenden – können Sie Ihr Kind dabei einbinden. Zeichnen Sie beispielsweise gemeinsam mit Ihrem Kind ein PEACE-Bild und hängen es dann sichtbar auf.

Tipp 3: Medien bewusst konsumieren

Prüfen Sie, welche Medien sich für Ihr Kind eignen! Viele Tageszeitungen haben eine Kinderseite und im TV gibt es Sendungen mit Kindernachrichten, z.B. tivi-logo. Wichtig ist, dass Sie die Zeitung oder die Sendung gemeinsam ansehen, um Fragen im Nachgang beantworten zu können.  

Tipp 4: Den Blick auf das Positive richten

Drehen Sie das Gespräch über den Krieg am Ende ins Positive, indem Sie sich und Ihr Kind ablenken. Das kann beispielweise eine gemeinsam Aktion ein, wie das oben erwähnte Malen eines Friedenszeichen. Das stärkt die Zuversicht Ihres Kindes, dass sich Probleme lösen lassen. So können Sie auch ein Vorbild sein: Lenken Sie die Gedanken bewusst auf etwas anderes oder überlegen gemeinsam, wie Sie zusammen Solidarität zeigen können.