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Cybergrooming
Cybergrooming

So schützen Sie Ihr Kind vor Cybergrooming

2020 wurden laut polizeilicher Kriminalstatistik  77 Prozent mehr Fälle gemeldet, in denen selbst erstelltes pornografisches Material Minderjähriger auf Plattformen online geteilt wurde. In vielen Fällen werden Kinder, überredet oder erpresst, dieses Material zu erstellen. Dann spricht man von Cybergrooming, von dem vor allem Mädchen zwischen 11 und 13 Jahren betroffen sind. Da Kinder während der Coronapandemie nachweislich mehr Zeit im Internet verbrachten, vermutet die Internet Watch Foundation (IWF), dass Kinder in dieser Zeit einer höheren Gefahr ausgesetzt sind.

Was ist Cybergrooming?

Erwachsene nehmen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen über Social Media, Online-Games, etc. auf, geben sich als Gleichaltrige aus und wollen so sexuelle Handlungen provozieren. Die Kinder sind anfangs ahnungslos, da alles mit unverfänglichen Gespräche beginnt. Oftmals locken Täter mit Belohnungen in Form von Geld, Gutscheinen oder Spielwährungen. Nicht selten soll es dann auch im realen Leben zu einem Treffen kommen.

Was sind die Gefahren von Cybergrooming?

Schicken Kinder erst einmal Nacktfotos oder -videos an eine fremde Person, könnte diese das Material weiter im Internet verbreiten. Es dann dort wieder zu löschen, ist beinahe unmöglich. Das Problem ist auch die Verfolgung der Täter. Diese nutzen eine falsche Identität bei der Anmeldung und können so nicht zurückverfolgt werden. Sie können sich sogar gleich wieder einen weiteren Account anlegen. Kommt es dann zu einem persönlichen Treffen, kann die Situation schnell sehr ernst werden.

Cybergrooming

Die Gefahr von Cybergrooming steigt in der Pandemie. Kinder und Jugendliche verbrachten nachweislich mehr Zeit im Internet. Um Kinder und Jugendliche vor Cybergrooming zu schützen ist es wichtig, eine offene Kommunikation zu pflegen.

Wie kann ich mein Kind vor Cybergrooming schützen?

Tipp 1: Pflegen Sie mit Ihren Kindern eine offene Kommunikation. Ihre Kinder sollten wissen, dass sie mit allen Problemen und Anliegen zu Ihnen kommen können. So wird ihr Kind Ihnen sicher auch von neuen Kontakten erzählen, vor allem wenn dieser unangenehm aufdringlich wird oder es sogar zu einem persönlichen Treffen kommen soll.

Tipp 2: Erklären Sie ihrem Kind, dass es keine Freundschaftsanfragen von Personen annehmen sollte, die es nicht persönlich kennt.

Tipp 3: Ihr Kind sollte sich auch nicht mit Personen treffen, die es noch nicht persönlich kennt.

Tipp 4: Sprechen Sie ihr Kind an, wenn Sie den Verdacht haben oder den Hinweis bekommen, dass es Opfer von Cybergrooming geworden ist. Bereiten Sie das Gespräch vor, damit sie selbst ruhig und gefasst bleiben können, auch wenn ihr Kind auf Abwehr geht. Machen Sie sich bewusst, dass es ihm aus Scham und Angst wahrscheinlich schwer fällt, sich anzuvertrauen. Bleiben Sie auf der Seite Ihres Kindes und unterstellen Sie keine „Mitschuld“. Machen Sie Screenshots von Chatverläufen etc., melden Sie diese Person sofort bei der jeweiligen Plattform und blockieren den Kontakt. Außerdem können Sie sich an Beschwerdestellen (https://www.jugendschutz.net/ und https://www.verbraucherzentrale.de/) wenden. 
Nicht nur die Opfer brauchen Hilfe! Sollten Sie den Verdacht hegen, dass ihr Kind andere Jugendliche mit Cybergrooming belästigt: Stehen sie ihm bei! Verurteilen Sie es nicht sondern forschen Sie – in diesem Fall dringend in Zusammenarbeit mit einer Beratungsstelle /Therapeuten – nach den Ursachen. Führen Sie ihm vor Augen, dass es Verantwortung für sein Handeln übernehmen muss – strafen sie es aber nicht mit „Liebesentzug“.

Tipp 5: Hier erklären wir Ihnen, wie sie am besten rechtliche Schritte einleiten können und was sie beachten müssen.

Wie spreche ich mit meinen Kindern über Themen, die mir selbst unangenehm sind (und dich ich am liebsten ausblenden möchte)?“

Wahrscheinlich hat Ihnen das Wort Cybergrooming bislang nicht viel gesagt und es ging Ihnen unbedarft als neues, medienpädagogisches Learning für Eltern über die Lippen. Mit dem Wissen, dass es sich um Missbrauchsabsichten im Internet handelt bekommt das Thema vielleicht eine neue Herausforderung für Sie: Mit Kindern über Sex zu sprechen.

So gelingt es Ihnen Tabuthemen anzusprechen 

Tipp 1: Kinder sollen eigene Bedürfnisse mitteilen

Kinder, die kontinuierlich vom Kleinkindalter bis zur Pubertät mit ihren Eltern über Körperlichkeit und Sexualität sprechen, gehen später verantwortungsvoller mit ihrer eigenen Sexualität um als Jugendliche, bei denen das Thema tabuisiert oder dem Internet überlassen wurde. Begleiten Sie Ihre Kinder dabei, die eigenen Bedürfnisse im Umgang mit Nähe und Distanz kennenzulernen. Das sind Dinge wie:

  • „Du darfst sagen, wenn dir der Begrüßungskuss deiner Tante unangenehm ist.“
  • „Du musst Erwachsenen nie blind gehorchen.“
  • „Es gibt nichts, was du uns als Thema nicht zumuten könntest. Wir hören zu und suchen mit dir Lösungen.“

So gestärkte Kinder sind weniger anfällig, sich zu einer sie erdrückenden Geheimhaltung zu verpflichten oder sich zu sexualisierten Handlungen verleiten zu lassen.

Tipp 2: Aktuelle Anlässe nutzen

Nutzen Sie aktuelle Anlässe, um mit ihrem Kind über Sexualität ins Gespräch zu kommen. Wenn ein Promi zum Beispiel ein Kind bekommt, kann man das zum Aufhänger für das Gespräch über Verhütung verwenden. Die MeToo-Debatte bietet Anlass, um über Nähe und persönliche Grenzen zu sprechen. Wichtig dabei ist: Wenn sich ihr Kind bereits in einer heiklen Situation befindet, ist es für präventive Gespräche zu spät. 

Tipp 3: Informiert sein

Schauen sie sich selbst in z.B. Reportagen Beispiele von Cybergrooming an, damit sie das mögliche Ausmaß tatsächlich einschätzen können. Es kann sein, dass ihr Kind Ihre Erkenntnis nicht wirklich anhören mag – aber nur, weil es mit verschränkten Armen und genervtem Gesicht vor ihnen sitzt bedeutet es nicht, dass es Ihnen nicht zuhört. Sie signalisieren damit: Wir können reden!