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Zwei Mädchen formen mit den Händen gemeinsam ein Herz
SOS-Kinderdorffamilien

Wie kommt ein Kind ins Kinderdorf?

17 SOS-Kinderdörfer gibt es mittlerweile in Deutschland, in denen mehr als 500 Kinder aufwachsen, die entweder zu Waisen geworden sind oder aus verschiedenen Gründen nicht bei ihrer leiblichen Familie bleiben können. Welche Kinder und junge Menschen einen neuen Ort zum Leben in einem SOS-Kinderdorf finden, hängt allerdings nicht nur allein davon ab, ob es freie Plätze in Kinderdorffamilien oder SOS-Wohngruppen gibt.  

Ausgangspunkt ist immer das örtliche Jugendamt, das eine Anfrage an SOS-Kinderdorf richtet. Im zweiten Schritt wird geprüft, ob es einen freien Platz gibt und ob der Schützling zur jeweiligen Familie passt. Dabei spielen neben der familiären Vorgeschichte auch Alter und Geschlecht eine entscheidende Rolle. In den Kinderdorffamilien wird Wert darauf gelegt, dass die Kinder ein unterschiedliches Alter haben, während es in Wohngruppen dagegen in der Regel besser ist, wenn die Jugendlichen ungefähr gleichaltrig sind. Für eine positive Gruppendynamik sollten außerdem in etwa gleich viele Jungen und Mädchen in einer Wohngruppe oder Familie leben.

Geschwister

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist, ob das in Frage kommende Kind Geschwister hat. Fast 90 Prozent der in einem deutschen SOS-Kinderdorf lebenden Kinder haben Geschwister und vorrangiges Ziel von SOS-Kinderdorf ist es, diese nicht zu trennen, sondern gemeinsam aufwachsen zu lassen - sofern keine gravierenden Gründe dagegen sprechen. Geschwister können einander, gerade nach einer solch schwierigen Trennungssituation, Halt geben. Zudem bieten die SOS-Kinderdörfer aufgrund ihrer Struktur Geschwistern einen gemeinsamen Lebensort – entweder unter einem Dach oder zumindest nahe beieinander.

Kennenlernen

Wenn eine passende Familie gefunden wurde und alle Formalitäten erledigt sind, kommt es zu einem ersten Austausch zwischen allen Beteiligten im Kinderdorf, um sich kennenzulernen und eine mögliche weitere Zusammenarbeit zu besprechen. Auch das Kind hat – abhängig vom Alter – dabei die Möglichkeit, sich von dem Dorf und den anderen Kindern, die in der Familie leben einen Eindruck zu machen. Ob es zur Aufnahme kommt, wird bei einer abschließenden letzten Auswertung beschlossen.


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