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Armut in Deutschland

Was bedeutet Armut in Deutschland?

Wenn man mit dem Begriff Armut konfrontiert wird, denkt man an Entwicklungsländer, hungernde Menschen, große Not. In Deutschland von Armut zu sprechen, scheint für viele befremdlich. Und es gibt tatsächlich einen Unterschied: In Deutschland spricht man von relativer Armut. Das heißt, jemand gilt als arm, wenn er oder sie weniger finanzielle Mittel zur Verfügung hat als der Durchschnitt der Bevölkerung. Hier geht es also vor allem um soziale Ungleichheit und selten um existenzielle Armut.

Wann gilt man in Deutschland als arm?

Von Armut gefährdet ist man in Deutschland, wenn man weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung hat. Das mittlere Einkommen ist ein Durchschnittswert. Im Schnitt sollte eine vierköpfige Familie (mit zwei Kindern unter 14 Jahren) in Deutschland zum Beispiel rund 2.627 Euro monatlich zur Verfügung haben.*

Kinderarmut in Deutschland – was bedeutet das?

In Deutschland sind über 21 Prozent aller Kinder und Jugendlichen oft für mehrere Jahre von Armut bedroht – das sind 2,8 Millionen Kinder.** Verzicht und Mangel haben langfristige Folgen.

Fehlende Chancengerechtigkeit

Oft bedeutet Armut für Kinder Ausgrenzung und Chancenungleichheit. Sie sind öfter übergewichtig, da eine ausgeglichene Ernährung mit den wenigen finanziellen Mitteln schwerer möglich ist. Kleidung muss unter Umständen so lange – auch kaputt – getragen werden bis Geld für Neuanschaffungen – meist Secondhand Kleidung – da ist. Zu oft muss ein paar Schuhe genügen und im Winter reicht das Geld dann vielleicht nicht für warme Winterschuhe. Freizeitbeschäftigungen, mit Freunden ins Kino oder Schwimmbad gehen, finden gar nicht oder nur selten statt. Einladungen zu Geburtstagen müssen abgesagt werden, da einfach kein Geld für das Geschenk da ist. Gerade in der Kindheit und Jugend ist es wichtig, Anschluss zu Gleichaltrigen zu haben. Doch leider führen diese materiellen Ungleichheiten nur allzu oft zu Ausgrenzung und vor allem zu Scham bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen.

Aber auch in der Schule und im späteren Berufsleben haben sie nicht die gleichen Chancen wie andere Kinder. Nur 8 Prozent der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben Eltern, die als höchsten Schulabschluss einen Hauptschulabschluss oder gar keinen allgemeinbildenden Schulabschluss besitzen.***

Wir stehen für Chancengleichheit

Einer Bertelsmann Studie zufolge machen sich über 35 Prozent der Kinder um die finanzielle Situation der Familie sorgen.**** Kinder sollten sich keine Sorgen, um die finanziellen Mittel der Familie machen müssen. Kein Kind sollte aufgrund seiner Herkunft ausgegrenzt werden. Jedem Kind sollten gleichermaßen faire Chancen offen stehen. Deshalb hat SOS-Kinderdorf es sich zur Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft zu unterstützen – und das ganz nach ihren individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Wir stärken Familien, engagieren uns gegen Kinderarmut und helfen in der Bildungsarbeit. Chancengerechtigkeit ermöglicht Kindern ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Quellen:
* Stand August 2022: Statistisches Bundesamt: Armutsgefährdungsschelle und Armutsgefährdung
** Bertelsmann Stiftung: Kinderarmut – eine unbearbeitete Baustelle
*** Stand 2021
**** Bertelsmann Stiftung: Factsheet Kinderarmt in Deutschland

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