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Sophie
Vernachlässigung in Deutschland

Vernachlässigung zerstört Kinderseelen

2021 gab es 36.245 Inobhutnahmen.* Im Durchschnitt muss alle 13  Minuten ein Kind in Deutschland zu seinem Schutz aus der Ursprungsfamilie genommen werden.** Am häufigsten wurden Kinder und Jugendliche 2021 wegen dringender Kindeswohlgefährdungen in Obhut genommen.

Die Sommerjacke im Winter, mangelnde Hygiene, ein fehlendes Pausenbrot – es sind oft kleine Dinge, die zeigen, dass ein Kind vernachlässigt wird. Die Folgen prägen Kinder dennoch ein Leben lang.

Wie ist so etwas in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, überhaupt möglich? Die wahre Tragödie zeigt sich in vollem Maße beim Blick auf die Einzelschicksale dieser Kinder – wie das der kleinen Sophie*.

Dank Ihrer Spenden können wir vernachlässigte Kinder akut und präventiv unterstützen:

  • Vernachlässigte Kinder, die ins SOS-Kinderdorf kommen, benötigen viel Zeit und Fürsorge, um sich dauerhaft von den traumatischen Erlebnissen zu erholen. Um unbürokratisch und schnell helfen zu können, sind wir auf Spendengelder angewiesen. Damit können wir Kinder individuell durch Spiel-, Psychotherapie oder tiergestützter Pädagogik unterstützen.
  • Damit Kinder erst gar nicht aus der Familie genommen werden müssen, hilft SOS-Kinderdorf vorbeugend. Mit offenen und ambulanten Angeboten werden Eltern in Erziehungsfragen beraten, um Überforderungssituationen zu minimieren und das Verhältnis zwischen Eltern und Kind stärken.
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Das können Sie beispielsweise bewirken

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10

gesunde Zwischenmahlzeiten für ein Kind für eine Woche

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Ausflugsfahrt für ein Kind

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50

Hefte, Bücher und Schreibutensilien für ein benachteiligtes Kind in der Nachmittagsbetreuung

82856

70

Hilfe für zwei Kinder im Monat mit offenen Angeboten

82856

300

Therapiematerialien für die aufsuchende Familienberatung

82856

500

Unterstützung einer Familie mit ambulanten Angeboten für einen Monat

Vernachlässigung wirkt sich auf Kinder ähnlich schlimm aus wie körperliche Gewalt.


Wie Vernachlässigung ein Kinderleben prägt

Dr. Vincent Richardt, Leiter des Ressorts Pädagogik bei SOS-Kinderdorf, im Gespräch über Vernachlässigung.

Wie sieht der Alltag eines vernachlässigten Kindes aus?

Es gibt nicht ‚die eine‘ Geschichte. Aber letztendlich ist Vernachlässigung eine Art Unterlassung. Etwas, was gemacht werden muss, wird nicht gemacht. Eltern versorgen ihre Kinder nicht ausreichend, geben ihnen nicht genug zu essen oder Kleidung, die nicht warm genug ist. Ganz banale Grundbedürfnisse werden nicht erfüllt.

Ein weiteres Anzeichen von Vernachlässigung ist, dass die Kinder nicht beaufsichtigt sind. Wenn andauernde und schwere Vernachlässigung auffällt, führt es dazu, dass die Kinder zu ihrem Schutz aus der Familie genommen werden müssen. Und dann gibt es noch die emotionale Vernachlässigung. Da können Kinder betroffen sein, die alles Nötige bekommen, was sie zum Leben brauchen. Sie kriegen aber keinen Zuspruch, kein Lob, keine Anerkennung. Dieser emotionale Mangel äußert sich dann in verschiedener Weise, indem die Kinder z.B. sehr früh depressiv, aggressiv oder auffällig werden.

Warum vernachlässigen Eltern ihre Kinder?

Die Gründe für Vernachlässigung sind ganz unterschiedlich.

Wenn Eltern z.B. aus eigenen Schwierigkeiten heraus nicht in der Lage sind, den Kindern das zu geben, was sie brauchen, weil sie mit eigenen Problemen zu kämpfen haben oder psychisch krank sind. Das sind die Fälle, bei denen Eltern ihre Kinder vernachlässigen, weil sie überfordert und erschöpft sind. Oft nehmen dann Geschwister eine Art Elternrolle ein. Die Älteren versuchen die Jüngeren zu versorgen, solange bis Mama oder Papa wieder dazu fähig sind.

Da ist es gut, dass wir mit ambulanten Erziehungshilfen, mit offenen Angeboten und verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten diesen Familien helfen. Wenn wir wissen, dass für die Mutter wieder eine schwierige Phase bevorsteht, können wir einspringen und ihr konkrete Unterstützung zukommen lassen oder ihr dabei helfen, eine Therapie zu beginnen.

Vernachlässigung wird oft von Generation zu Generation weitergegeben. Was tun Sie dagegen?

Erfahrungen, die man selbst als Kind gemacht hat, sind sehr tief verwurzelt, sodass die Gefahr groß ist, dass man sich bei den eigenen Kindern ähnlich verhält. Wir können mit unseren Kinder- und Jugendhilfen einen guten Beitrag leisten, damit sich die Vernachlässigung nicht 1:1 wiederholt. Die Kinder bauen, wenn sie z.B. bei uns wohnen, persönliche, positive Beziehungen auf und sind dann im Stande, diese Erlebnisse auf neue Beziehungen zu übertragen. Unser Ansatz liegt aber auch im präventiven Bereich bei den Eltern, damit es erst gar nicht zur Vernachlässigung kommt. Wir unterstützen junge Eltern und reflektieren gemeinsam mit ihnen, wie die Erfahrungen und die eigene Biografie verarbeitet sind. Das ist ganz wichtig, um neu starten zu können.

*hiervon ausgerechnet sind rund 11.278 Inobhutnahmen aufgrund der Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge.
**Hinweis: Die Zahl „13 Minuten“ bezieht sich auf den Durchschnitt der Inobhutnahmen der letzten fünf Jahre (ohne die Zahl der Inobhutnahmen minderjähriger Flüchtlinge) und ist abgerundet. Anhand der Daten aus 2021 lässt sich nicht ausschließen, dass durch die allgemeinen Kontaktbeschränkungen und die Einschränkungen im Schul- oder Kitabetrieb in dem Jahr ein Teil der Kinderschutzfälle unentdeckt geblieben und die Dunkelziffer dadurch gewachsen ist.