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gezeichnetes Bild: trauriger Ferdinand
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Wenn Zuhause der gefährlichste Ort ist…

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Ferdinands unsichtbares Leid

Ferdinand*, 10, lebt eigentlich in einer scheinbaren „Vorzeigefamilie“, die gut situiert ist. Der Vater ist Arzt in einer Klinik, die Mutter Hausfrau. Nach außen wirkt alles perfekt. Niemand ahnt, was der Junge für ein Leid aushalten muss. Es spielt sich im Verborgenen ab, hinter den verschlossenen Türen eines schmucken Reihenhauses. Regelmäßig schlägt der Klinikarzt die Mutter, die alles über sich ergehen lässt. 

Ferdinand hasst seinen Vater dafür. Und liebt ihn trotzdem. Weil er sein Vater ist. Die Spannung im Elternhaus ist für den Jungen kaum zu ertragen. Ferdinand wird von seinen Eltern missbraucht. Emotional. Als Prellbock. Die Mutter weint sich bei ihm aus. Er, das Kind, fühlt sich verantwortlich für seine Mutter, die Erwachsene, für deren Seelenheil. Die Rollen sind vertauscht. Ferdinand versucht, seine Mutter zu beschützen. Schließlich fühlt sich Ferdinand sogar verantwortlich dafür, dass sein Vater seine Mutter schlägt. Vielleicht hat er etwas falsch gemacht? Ist er an allem schuld?

In der Schule wird Ferdinand verhaltensauffällig. Die unterdrückte Wut auf den Vater lässt er an Mitschülern aus, prügelt sich. Die Lehrer sind hilflos. Freunde verwundert, was in den einst friedfertigen Jungen gefahren ist. Die Mutter versucht, alles zu vertuschen. Fragen über seine Situation Zuhause blockt Ferdinand ab. Zu seinen Schuldgefühlen kommen Schamgefühle. Er versucht, seine Familie zu schützen, nichts rauszulassen. Bis es nicht mehr geht. Eines Nachts kommt der Vater aus der Klinik und Ferdinand hört, wie seine Eltern sich lautstark streiten. Er geht ins Schlafzimmer. Der Vater haut wie von Sinnen auf die Mutter ein, Ferdinand wirft sich dazwischen, um sie vor den Schlägen zu schützen, wie ein menschliches Schutzschild. Der Vater schubst ihn zur Seite, macht weiter. Ferdinand läuft zum Telefon und ruft die Polizei. Rettet die Mutter. Und auch sich selbst. Und beendet ein jahrelanges Martyrium. Mit Unterstützung von außen schafft es die Mutter, sich von dem gewalttätigen Vater zu trennen. Für die Psyche des kleinen Jungen kommt dieser Schritt viel zu spät: Die Narben haben sich bereits tief in seiner kindlichen Seele eingebrannt.

„Kinder, die jahrelang Vernachlässigung und/oder emotionalen oder körperlichen Missbrauch ausgesetzt sind, entwickeln häufig eine posttraumatische Belastungsstörung“, sagt Christine Exner, Leiterin der Gewaltschutzberatung vom SOS-Kinderdorf Worpswede. Sie weiß aus Erfahrung, dass emotional oder körperlich missbrauchte Kinder sich regelrecht zerrissen fühlen zwischen ihrem eigenen Leid und einem Gefühl der Solidarität mit dem Gewaltausübenden.  Auch Ferdinand befand sich jahrelang in seinem Elternhaus in einem seelischen Ausnahmezustand. Damit Kinder wie Ferdinand an ihren Erfahrungen nicht zerbrechen, hilft SOS-Kinderdorf ihnen mit zahlreichen Angeboten wie Gewaltschutzberatung, Traumatherapie und geschützten Unterkünften.

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf setzt sich mit vielfältigen Angeboten gegen Gewalt in Familien ein. Wir bieten Beratungsangebote für Betroffene, geschützte Unterkünfte für Frauen und Kinder und zahlreiche Therapieangebote. Denn kein Kind soll zuhause Angst haben müssen. 

Beratungszentrum Kinderschutz

In akuten Krisensituationen bieten wir erwachsenen Opfern, Kindern und Jugendlichen schnelle Hilfe.

Erziehungsberatungen und Elternarbeit

Wir stärken Eltern in ihrer Erziehung, um Überforderungssituationen zu minimieren und das Verhältnis zwischen Eltern und Kinder zu stärken.

Fachberatung 

Mitarbeiter, die mit betroffenen Familien arbeiten, können sich psychologische Beratung holen.

Frauenschutzwohnungen

Mit speziellen Beratungsangeboten und Schutzwohnungen unterstützen wir  Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Wir informieren und beraten auch zum Gewaltschutzgesetz.

Präventionsprojekte

Wir arbeiten präventiv mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und Fachkolleginnen, um den Kreislauf der Gewalt frühzeitig zu durchbrechen.

Kinderdorf-Familien und Wohngruppen

Kann ein Kind nicht mehr bei seinen Eltern leben, bieten wir ihm ein liebevolles neues Zuhause

So hilft Ihre Spende

Mit 50 Euro

finanzieren Sie eine Stunde entwicklungspsychologische Beratung für Mütter/Väter mit kleinen Kindern.

Die Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf unterstützen Eltern bei Erziehungsfragen, seelischen Problemen, Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeiten ihrer Kinder, in familiären Krisen, bei Partnerschaftskonflikten sowie Trennung oder Scheidung. Zum Einsatz kommen unterschiedliche beratungs- und therapeutische Zusatzqualifikationen – denn stabile und gestärkte Familien sind der beste Ort für Kinder.

Mit 90 Euro

Eine Spende in Höhe von 90 Euro gewährleistet die 24-h-Rufbereitschaft für eine komplette Woche.

Mit 150 Euro

finanzieren Sie die Kosten eines Elternteils an einem zehnwöchigen STEP Elternkurs. 

Bei diesem Elterncoaching setzen sich die Teilnehmer/innen mit ihrer Rolle als Eltern und ihren Erziehungszielen auseinander. Sie lernen, ihren Aufgaben bei der Erziehung ihrer Kinder gerecht zu werden, indem sie den Kindern altersgemäß Freiräume gewähren, gleichzeitig Vorbild sind, sowie Halt und Orientierung geben.

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