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Ausbildung bei SOS-Kinderdorf
Ausbildung in Zeiten der Pandemie

Corona nimmt Chancen

Die Coronapandemie hat die Bildungsungerechtigkeit in Deutschland verschärft. Besonders kämpfen die, die es schon vorher schwer hatten, und oft sind auch mangelnde digitale Kompetenzen ein Problem. Auch Veit* kämpfte mit den neuen Abläufen in seiner Ausbildung – und riskierte dadurch seine Zukunft.

Eigentlich sah es so aus, als hätte Veit* das Ruder noch einmal herumgerissen. Der 19-Jährige galt lange als Problemschüler und erst nach vielen, auch für Veit strapaziösen Schulsituationen wurde bei ihm eine Lernbehinderung diagnostiziert. Für ihn zu spät: Veit beendete die Schule ohne Abschluss.

Erst als die Arbeitsagentur Veit an ein öffentlich gefördertes, gastronomisches Ausbildungsprogramm des SOS-Kinderdorfs vermittelte, gab es für ihn wieder einen Lichtblick. Von Beginn an schlug sich der junge Mann hier gut.

Schwierigkeiten durch die Coronapandemie

Doch dann kam die Coronapandemie. Veits Ausbildungsrestaurant wurde geschlossen und Berufsschulunterricht fand nur noch online statt. Stundenlang vor einem Laptop sitzen, war für Veit eine immense Herausforderung. Und ohne den direkten Kontakt zu Lehrern und Mitschülern verlor er schnell die Motivation. Dazu kamen immer wieder technische Schwierigkeiten, die Veit zusätzlich frustrierten.

Veits Betreuer merkten bald, dass ihnen der junge Mann entglitt. Ins Restaurant kam er häufiger zu spät oder er meldete sich krank. Hausaufgaben machte er nur noch sporadisch und irgendwann blieb er dem Online-Unterricht fern. Sein Abschluss stand auf der Kippe, das wussten die SOS-Mitarbeiter. Um das zu verhindern, erarbeiteten seine Betreuer einen Plan. Fortan bekam der 19-Jährige regelmäßige Anrufe seines Sozialpädagogen, der mit ihm seine Aufgaben durchsprach und mit ihm gemeinsam den Tag durchging. Einzelstunden mit einem Förderlehrer des SOS-Kinderdorfs halfen Veit außerdem dabei, seine digitalen Kompetenzen aufzubauen und den verpassten Stoff nachzuarbeiten. Bald nahm er wieder regelmäßig am Online-Unterricht teil. Und auch wenn der 19-Jährige auch heute noch Nachholbedarf aus der Zeit der Schulschließungen hat, könnte er mit viel Fleiß seinen Abschluss im kommenden Jahr doch noch schaffen.

*Name, biografische Details und Abbildungen zum Schutz der Privatsphäre geändert.