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Kinderdorf Bremen
Das Kinderdorf in der Stadt

Ein Anker für Familien

Mit gesenktem Kopf stellte Mia ihr Fahrrad am Nachmittag vor dem Mehrgenerationenhaus von SOS-Kinderdorf im Düsseldorfer Stadtteil Garath ab. Sie wirkte blass und abgemagert. „Wir unterhielten uns über ihre kleinen Geschwistern, die in den Kindergarten unserer Einrichtung gehen und auf die Mia oft aufpassen muss“, erinnert sich Cora Müller von SOS-Kinderdorf. „Dann blickte sie mich beschämt an und erzählte mir, dass sie den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte.“

Cora Müller konnte Mias Situation an diesem Nachmittag mit einem Kakao und einem dickbelegten Käsebrot lindern. Aber auf Dauer ist so eine spontane Hilfe nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vielen Kindern sozial benachteiligter Familien geht es so wie Mia. Geregelte Mahlzeiten fallen aus, ebenso das gemeinsame Essen am Familientisch. Meist fehlt es schlicht an Geld. Aber manche Eltern wissen auch gar nicht, welche Ernährung Kinder und Jugendliche für ein gesundes Aufwachsen brauchen.

Nicht alles, was satt macht, ist gesund

Stark verarbeitete Nahrungsmittel und Fertigprodukte bestimmen den Speiseplan vieler Kinder. Sie fühlen sich gesättigt und doch fehlen ihnen essentielle Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Für ein gutes Aufwachsen eine schlechte Voraussetzung – ständiger Mangel an Vitaminen kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Betroffene Kinder sind oft kleiner als Gleichaltrige, nicht selten sind sie auch in ihrer geistigen Entwicklung verzögert. Ernährungswissenschaftler nennen dies „versteckten Hunger“. Leider nur ein Bespiel, wie sich Kinderarmut in Deutschland äußert. Aus Armut und mangelndem Wissen entstehen neue Probleme – manchmal ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Kinderarmut in deutschen Städten

Auch in Deutschland gibt es Kinderarmut.

SOS-Kinderdorf geht dorthin, wo die Probleme entstehen

Um betroffenen Familien und Kindern zu helfen, verstärkt SOS-Kinderdorf seinen Einsatz in den Großstädten. Jetzt schon nutzen täglich mehrere Hundert Menschen jeweils die Angebote der SOS-Familienzentren, wie in Berlin-Moabit oder im Mehrgenerationenhaus Düsseldorf-Garath. Sie besuchen Ernährungsworkshops und Erziehungsberatungen, profitieren vom Mittagstisch oder nehmen Musikunterricht. Das Café mit Familientreff und die Kindertagesstätten sind ebenfalls wichtige Anlaufstellen.

Kinderdorffamilie, Kindertagesstätte und Nachbarschaftstreff unter einem Dach

Weitere SOS-Familienzentren sind in Planung. Bis 2019 wird zum Beispiel im Kaiserstraßenviertel in Dortmund ein SOS-Kinderdorfzentrum entstehen, das eine Kindertagesstätte, eine Kinderdorffamilie, eine Klärungsgruppe und eine Begegnungsstätte unter seinem Dach vereint.

„Mit dem SOS-Kinderdorfzentrum wollen wir einerseits etwas für den jeweiligen Stadtteil tun. Dazu gehören zum Beispiel die Kita, das Begegnungszentrum und verschiedene Kursangebote. Andererseits dient unser Engagement natürlich den Kindern. Sie sollen in gesunder und natürlicher Umgebung leben und aufwachsen können”, erklärt Einrichtungsleiterin Gabriele Polle.

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SOS-Kinderdorffamilien im urbanen Raum

"Das neue Konzept von SOS-Kinderdorf sieht vor, Kinder und Familien dort zu begleiten, wo sie leben und gegebenenfalls Probleme entstehen", erklärt Gabriele Polle. So wie in Dortmund sind weitere städtische Kinderdörfer in Planung.

Auch im Hamburger Stadtteil Dulsberg entsteht in den kommenden Jahren ein städtisches SOS-Kinderdorf, in dem es Platz für drei neue Kinderdorffamilien geben wird.

Erfahrungen des dort schon seit über 40 Jahren ansässigen SOS-Familienzentrums bilden die Grundlage für die Planungen. „Wir wollen Kinder, die in Hamburg geboren sind, nicht aus ihrer vertrauten Umgebung herausreißen. Sie sollen in ihrer Heimatstadt bleiben können“, sagt Einrichtungsleiter Torsten Rebbe.

Kinder und Jugendliche aus belasteten Familien behalten so ihr bisheriges persönliches Umfeld in Schule, Freundeskreis oder Sportverein.

Den Kontakt zur leiblichen Familie verbessern

Früher hat man die Kinder eher aus ihren Familien herausgenommen und ist davon ausgegangen, dass sie nicht wieder zu ihren Eltern zurückkehren könnten. Heute legt SOS-Kinderdorf in der pädagogischen Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Ursprungsfamilie. Dabei unterstützen Sozialpädagogen, Therapeuten und Psychologen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern hilft den Kindern bei der Bewältigung von Krisen - die Nähe zu ihren leiblichen Eltern ist auch eine Chance, gemeinsam als Familie wieder zusammenzuwachsen.

Das neue Konzept macht Schule

SOS-Kinderdorf geht neue Wege, auf der Basis von über sechzig Jahren Erfahrung und mit einem strategischen Plan, der weit in die Zukunft greift. Zentrales Ziel ist auch in den nächsten Jahren, Kindern in Not ein glückliches Zuhause zu geben, benachteiligten jungen Menschen und ihren Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und ihnen eine stabile Zukunftsperspektive zu geben. Kinder brauchen Familie – das ist und bleibt das Kernanliegen von SOS-Kinderdorf.

Zuhause in der Großstadt

Mia geht heute mit ihrer Mutter zum offenen Mittagstisch von SOS-Kinderdorf in Düsseldorf-Garath. Auch ihre Geschwister essen in der Tagespflege der SOS-Einrichtung einmal täglich ein gesundes und leckeres Gericht. Und sie sind nicht allein: Bis zu 200 Mittagessen gibt die Großküche pro Tag aus. Auch Kochkurse für Kinder und Eltern werden angeboten. „Wir gehen zusammen auf den Markt, bereiten saisonale Gerichte zu, die preiswert und lecker sind“, sagt Cora Müller. „Und die Kinder lieben es!“

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