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Nazan Eckes

Pauken und Büffeln mit Nazan Eckes

Die SOS-Kinderdorf-Botschafterin besucht Bildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Düsseldorf

SOS-Kinderdorf-Botschafterin und RTL-Moderatorin Nazan Eckes besuchte jetzt das Bildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Düsseldorf. Bei der Hausaufgabenbetreuung unterstützte sie die zehn anwesenden Kinder und Jugendlichen, gab Einblicke in ihren persönlichen Werdegang und machte den Schülern Mut für bevorstehende Klausuren.

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Die türkischstämmige Moderatorin wuchs selbst in einem Arbeiterhaushalt im Rheinland auf und lernte frühzeitig die große Bedeutung von Bildung für den sozialen Aufstieg kennen. „Aufgrund meiner eigenen Geschichte liegt es mir besonders am Herzen, dass alle Kinder die gleichen Chancen auf ein selbstständiges Leben bekommen. SOS-Kinderdorf setzt sich seit vielen Jahren genau dafür ein, daher engagiere ich mich als Botschafterin“, sagte die Moderatorin.

Hausaufgabenhilfe schafft Chancengerechtigkeit

Das offene Angebot der Hausaufgabenbetreuung im SOS-Kinderdorf Düsseldorf richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 17 Jahren aus sozial benachteiligten Familien, darunter viele mit Migrationshintergrund. Neben dem Einsatz von professionellen Betreuern bedarf es ehrenamtlichen Engagements, damit von Montag bis Donnerstag zusammen gelernt werden kann. Selbst zweifache Mama, war Nazan Eckes ihr Besuch im Bildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Düsseldorf ein persönliches Anliegen: „In vielen Kindern erkenne ich mich selbst wieder. Meine Eltern sind türkische Einwanderer und mir war immer klar, dass ich nur dann eine echte Chance im Leben habe, wenn ich eine fundierte Schul- und Berufsausbildung absolviere. Jedes Kind verdient es, auf seinem Lebensweg unterstützt zu werden. Und diese Hilfe bekommen sie durch Angebote wie das Bildungszentrum hier im SOS-Kinderdorf Düsseldorf.“

Nazan Eckes engagiert sich seit 2006 als Botschafterin für SOS-Kinderdorf. Die Kinderhilfsorganisation setzt sich seit langem dafür ein, dass alle Kinder gerechte Chancen auf eine gute Zukunft erhalten – und zwar unabhängig von ihrem Elternhaus. Ausgerechnet im wohlhabenden Deutschland gibt es hier noch viel zu tun: Die Aufstiegschancen armer Kinder in der Bundesrepublik sind erschreckend gering. Noch immer entscheidet die wirtschaftliche Situation des Elternhauses viel zu häufig über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen.

Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben

Der SOS-Kinderdorf e.V. setzt sich für positive Lebensbedingungen für alle Kinder und Jugendlichen ein. Dazu gehört, ihre Rechtsstellung zu stärken – insbesondere fordert SOS-Kinderdorf angemessene Beteiligungs-, Schutz- und Förderrechte für alle Kinder. Es ist eines der Kernanliegen der Organisation, Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Rechte zu erlangen und wahrzunehmen. Für SOS-Kinderdorf sind junge Menschen Experten in eigener Sache: Der Verein legt in seiner pädagogischen Arbeit großen Wert darauf, dass Kinder ihre Rechte kennen und sie an den sie betreffenden Entscheidungen beteiligt werden. Zu den Beteiligungsstrukturen in den SOS-Einrichtungen gehören etwa Kinderdorfräte, Kinder- und Jugendparlamente, Beteiligungsmentoren und vereinsweite Kinderkonferenzen.

SOS-Kinderdorf ergreift Partei für Kinder, Jugendliche und Familien, insbesondere für sozial benachteiligte. So fordert der Verein seit langem die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz und setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die gleichen Chancen erhalten, ihre Potentiale auszuschöpfen.

Pauken und Büffeln mit Nazan Eckes

SOS-Kinderdorf-Botschafterin und RTL-Moderatorin Nazan Eckes besuchte das Bildungszentrum des SOS-Kinderdorfs Düsseldorf.

Nazan Eckes im Interview

Nazan Eckes im Interview

Nazan Eckes gehört zu den gefragtesten Moderatorinnen Deutschlands. Die Mütter von zwei Söhnen hat schnell festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, die vielen Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Zum Glück kann sie sich immer auf ihre Familie verlassen, die sie im Alltag unterstützt. Die schöne Moderatorin weiß, wie wichtig es ist, eine liebevolle Familie mit Eltern und Geschwistern zu haben, die sich gegenseitig unterstützen. Gerade Kinder und Jugendliche brauchen jemanden, der für sie da ist und ihnen Halt gibt.

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Als SOS-Botschafterin setzt sich Nazan Eckes dafür ein, dass Kinder in Geborgenheit aufwachsen und den Bildungsweg einschlagen können. Dabei liegt ihr das SOS-Kinderdorf Düsseldorf besonders am Herzen, mit dem sie gemeinsam direkt vor ihrer Haustür etwas bewegen kann. In einem Gespräch hat uns Nazan erzählt, wie es für sie war, multikulturell aufzuwachsen, und warum sie sich als SOS-Botschafterin engagiert.

Du bist eine erfolgreiche Moderatorin. Hattest Du schon als Kind von einer Fernsehkarriere geträumt?

Ich hatte keinen konkreten Berufswunsch. Aber ich wusste immer, dass ich eigenständig sein will. Ich bin in einer deutsch-türkischen Gesellschaft aufgewachsen und die Frauen um mich herum waren immer sehr abhängig von ihren Männern. Das habe ich schon als kleines Kind registriert und wusste damals schon, dass ich das später nicht haben möchte. Ich wollte mein eigenes Geld verdienen, mein eigenes Leben führen und einen Job haben, der mir Spaß macht. Deswegen habe ich schon sehr früh großen Ehrgeiz entwickelt.

Wie haben Deine Eltern Dich auf diesem Weg unterstützt?

Meine Eltern waren mein Antrieb. Sie selbst hatten in unserer Heimat keinerlei Chancen. Meine Mutter hätte nach der Grundschule gern die weiterführende Schule besucht. Aber erstens wollte das ihre Familie nicht und zweitens hätte sie die finanziellen Möglichkeiten gar nicht gehabt. Mein Vater kam als Gastarbeiter nach Deutschland und fing sehr früh an zu arbeiten. Daher wollten meine Eltern, dass meine Geschwister und ich die Chance nutzen, um etwas aus unserem Leben zu machen. Ihnen war es vor allem wichtig, dass wir einen Bildungsweg einschlagen. Ich und meine beiden Geschwister haben unsere beruflichen Wünsche verwirklicht und daran haben unsere Eltern einen großen Anteil.

Du wirst im Alltag ganz stark von Deiner Familie unterstützt. Wie wichtig ist das für Dich und deine Karriere?

Im Alltag hilft mir das sehr. Meine Mutter passt auf meine Kinder auf, wenn ich arbeite. Oftmals nehme ich meine Söhne auch mit. Dann hilft mir meine Schwester: Sie ist in diesem Fall nicht nur meine Managerin, sondern auch Tante und Babysitterin. Und das ist natürlich Gold wert. Gar keine Frage: Es würde sicher auch anders gehen, Beruf und Karriere unter einen Hut zu bringen. Aber so bleiben meine Söhne in der Familie, während ich arbeite. Ich weiß, dass es ihnen an nichts fehlt und das ist mir einfach sehr wichtig.

Trotz einer glücklichen Kindheit: Gibt es etwas, was Dir selbst als Kind gefehlt hat?

Ja, zwei Dinge. Zum einen haben wir unsere Großeltern nie wirklich kennengelernt. Ein Opa war schon tot, als ich auf die Welt kam, der andere ist leider verstorben, als ich ein Jahr alt war. Unsere Omas kannten wir nur aus dem Urlaub, weil sie in der Türkei lebten. Und das hat mir als Kind immer gefehlt. Ich war wahnsinnig neidisch, wenn andere Kinder mir von ihren Großeltern erzählt haben. Und was mir auch ein bisschen gefehlt hat, war die Zugehörigkeit zu meiner Heimat. Ich wusste als Kind nicht, ob ich jetzt mehr türkisch oder deutsch bin. Ich habe nirgends so richtig dazu gehört. Ich habe zwar darunter nicht gelitten, aber ich habe schon früh gemerkt, dass bei mir irgendwas anders ist als bei meinen Mitschülern, die damals ausschließlich deutsch waren. Kulturelle Unterschiede wie Weihnachten feiern oder eben nicht – die spürt man schon mit vier bis fünf Jahren und muss lernen, damit umzugehen.

Wie wichtig ist Dir, dass Dein Kind multikulturell aufwächst?

Wir haben uns auf jeden Fall dafür entschieden, dass unser Sohn zweisprachig und auch bi-kulturell aufwachsen soll. Ich spreche mit ihm immer Türkisch und mein Mann immer Deutsch. Und was die Kultur und die Religion betrifft, haben wir keinen Masterplan. Wir stellen ihm beide Kulturen vor und wollen ihm beide Religionen vermitteln. Und später soll er sich selbst für eine Religion entscheiden, zu der er sich zugehörig fühlt.

Du bist SOS-Botschafterin. Was bedeutet SOS-Kinderdorf für Dich?

SOS-Kinderdorf ist eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die keine Unterschiede macht, woher man kommt. Diesen Grundgedanken finde ich toll. Das Angebot von SOS-Kinderdorf ist heute so vielfältig. Es ist nicht mehr nur eine Einrichtung für bedürftige Kinder. Es ist eine Struktur, die sich aktuellen Gegebenheiten anpasst und überall Hilfe leistet, wo Bedarf besteht. Egal, ob du einen Migrationshintergrund hast, mit gesundheitlichen Problemen kämpfst oder ob du in der Schule einfach keinen Anschluss findest – SOS-Kinderdorf nimmt sich jedem Problem an und versucht zu helfen. Das ist so eine wichtige und wertvolle Arbeit für die Gesellschaft.

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