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Mutter Assanatou und ihre Töchter
Ausland

Starke Eltern, starke Kinder

Im zentralafrikanischen Kamerun unterstützt das SOS-Familienstärkungsprogramm seit 2004 bedürftige Familien dabei sich nachhaltig eine eigene Existenz aufzubauen. Wie gut das funktioniert, aber auch wie viel Arbeit dahinter steckt, erfährt man bei einem Besuch in der Stadt Mbalmayo.

Als Assanatous Mann starb, ist für die junge Frau eine Welt zusammengebrochen. Sie hatte nicht nur einen geliebten Menschen verloren, sie wusste auch, welches Schicksal ihr und ihren drei Kindern drohte. Denn Assanatous Mann war alleine für das Einkommen verantwortlich gewesen, sie selber hatte keine Ausbildung und die Familie ihres verstorbenen Mannes fühlte sich nicht zuständig für die Versorgung. In Kamerun, sind solche Geschichten keine Seltenheit. „Frauen, die ihren Mann verlieren, fangen wieder bei null an. Für sie gibt es keine Unterstützung. Das ist hier einfach so“, stellt die heute 37-Jährige nüchtern fest.

Ausweg aus der Krise

Assanatou versuchte ihre Familie mit dem Verkauf von Feuerholz und mit den Erträgen eines kleinen Beetes in ihrem Hof über Wasser zu halten. Manchmal gelang ihr das gut. Doch manchmal, wenn die Kinder krank wurden oder eine Reparatur am Haus anfiel, wusste sie nicht, wo sie das Geld für solche Ausgaben nehmen sollte. Als Assanatou wieder einmal nicht weiter wusste, erzählt ihr ihre Schwägerin von dem Familienstärkungsprogramm des nahegelegenen SOS-Kinderdorfes in Mbalmayo. „Zuerst konnte ich mir nicht vorstellen, dass es so ein Programm wirklich gibt“, erzählt Assanatou. Doch sie bewirbt sich trotzdem und wird angenommen. Seither bekommt die verwitwete Mutter Unterstützung: mit Schulbüchern für die Kinder, Hilfe bei der medizinischen Versorgung, aber auch mit Trainings für Assanatou, zum Beispiel zur Kindererziehung oder zum Führen eines Geschäftes. Auch einen Mikrokredit von umgerechnet 250 Euro bekommt die Mutter. Mit dem Geld baute sie sich einen kleinen Kiosk direkt an ihrem Wohnhaus auf und verkauft Dinge des täglichen Bedarfs wie etwa Seife, Kerzen oder Kekse. Mit den Erträgen und einigen Hühnern erwirtschaftet sie inzwischen ein stabiles Einkommen, wodurch sich das Leben der Familie bereits merklich verbessert hat.

Viel mehr als Geld

„Beim Familienstärkungsprogramm geht es um viel mehr, als nur darum Leuten Geld zu geben“, erklärt Jean-Roger Ndebi. Gemeinsam mit seinem Kollegen Louis Démosthène Doussam ist er für das Programm in Mbalmayo zuständig. Hauptsächlich kümmert sie sich um alleinerziehende Frauen, denen wie Assanatou nach dem Verlust eines Partners Armut und gesellschaftlicher Abstieg drohen. Aber auch alleinstehende Väter sind Teil des FSPs, genauso wie ältere Waisen, die sich nach dem Tod der Eltern um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen, oder Familien, die von HIV/Aids betroffen sind. Gemeinsam mit vier Freiwilligen betreuen Ndebi und Doussam derzeit 59 Familien mit 216 Kindern. „Wichtig ist es, den Menschen zu vermitteln, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen sind, dass jede Familie in Schwierigkeiten geraten kann und dass es immer Lösungen gibt“, sagt Doussam.

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