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gezeichnetes Bild: trauriger Ferdinand
Häusliche Gewalt

Wenn Zuhause der gefährlichste Ort ist…

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Häusliche Gewalt

Eigentlich sollte das eigene Zuhause ein Ort sein, an dem Kinder sich sicher und geborgen fühlen. Trotzdem sind Gewalt und Angst für viele von ihnen trauriger Alltag. 4.180 Kinder wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2018 in Deutschland misshandelt, 3.368 davon von einem Verwandten

Doch Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist. Gerade Gewalt in den Familien findet oft von der Außenwelt unbemerkt statt – die Betroffenen sind zu jung, um sich zu wehren oder schweigen aus Scham. 

Aktuelle Befragungen zeigen, dass etwa fünf bis zehn Prozent aller Eltern nicht vor schwerwiegender Gewalt gegenüber ihren Kindern zurückschrecken. Mit verheerenden Folgen: Suchtanfälligkeit, selbstverletzendes Verhalten und Aggressionen sind nur einige Probleme, mit denen Betroffene zu kämpfen haben.

Doch nicht nur wenn Kinder selbst misshandelt werden, leiden sie. Auch Gewalt zwischen Eltern mitansehen zu müssen, traumatisiert. Die Kinder wissen oft nicht, wie sie mit dem Erlebten umgehen sollen. Sie fühlen sich schuldig und ausgeliefert. 

Ferdinands unsichtbares Leid

Kein Kind sollte Zuhause Angst haben müssen

So hilft SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf setzt sich mit vielfältigen Angeboten gegen Gewalt in Familien ein.

  • Beratungszentrum Kinderschutz: In akuten Krisensituationen bieten wir erwachsenen Opfern, Kindern und Jugendlichen schnelle Hilfe.
  • Erziehungsberatung und Elternarbeit: Wir stärken Eltern in ihrer Erziehung, um Überforderungssituationen zu minimieren und das Verhältnis zwischen Eltern und Kinder zu stärken.
  • Frauenschutzwohnungen: Mit speziellen Beratungsangeboten und Schutzwohnungen unterstützen wir  Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind. Wir informieren und beraten auch zum Gewaltschutzgesetz.
  • Präventionsprojekte: Wir arbeiten präventiv mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und Fachkolleginnen, um den Kreislauf der Gewalt frühzeitig zu durchbrechen.
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So können Sie helfen!

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Das können Sie beispielsweise bewirken

82856

50

entwicklungspsychologische Beratung für Mütter und Väter mit kleinen Kindern

82856

90

24-h-Rufbereitschaft für eine komplette Woche

82856

150

Teilnahme eines Elternteils an einem zehnwöchigen STEP-Elternkurs

"Jede Form von Gewalt ist inakzeptabel."

Michael Breiner ist Bereichsleiter des Familienhilfezentrums im SOS-Kinderdorf Kaiserslautern. Hier finden von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche und deren Familien eine Anlaufstelle mit Beratungs- und Therapiemöglichkeiten.

Mit welchen Formen von Gewalt werden Sie bei Ihrer Arbeit konfrontiert?

Mit allen. Zu uns kommen Kinder und Jugendliche, die Zuhause körperlich misshandelt werden, geschlagen oder eingesperrt zum Beispiel. Genauso kommen zu uns Kinder, die emotional misshandelt werden, die ständig erniedrigt werden oder deren Eltern sie für ihre Scheidungsstreitigkeiten instrumentalisieren. Wir haben es auch mit Familien zu tun, in denen Kinder vernachlässigt werden. Dazu kommen Kinder und Jugendliche, die sexuell missbraucht werden. 

Wie definieren Sie bei dieser großen Bandbreite Gewalt?

Natürlich gibt es gesetzliche Definitionen, aber die sind für uns nicht ausschlaggebend. Stattdessen fragen wir: Wie erleben Kinder und Jugendlich die Situationen? Das ist gerade bei emotionaler Misshandlung ein guter Indikator. Bei körperlicher Gewalt ist für uns klar: Jede körperliche Attacke ist eine Misshandlung, auch wenn es eine einmalige Sache ist. Wenn ein Kind den oft zitierten Klaps auf den Po bekommt, der ja angeblich nicht schaden soll, kann das für uns eine körperliche Misshandlung sein. Immer dann, wenn Kinder etwas für sich als belastend erleben, liegt eine Misshandlung vor.

Wie arbeiten Sie mit Familien, in denen es zu Gewalt kam?

Das erste Gespräch findet in der Regel mit einem oder beiden Elternteilen statt, später holen wir auch das Kind dazu. Wir schauen, ob in der Familie Veränderungen möglich sind und das Kind weiter zu Hause leben kann. Mit Eltern funktioniert es zum Beispiel gut, sie die Position des Kindes einnehmen zu lassen. Wir fragen, wie es bei ihnen zu Hause war, als sie im Alter ihres Kindes waren. Viele erzählen dann, dass sie selber Gewalt erlebt und darunter gelitten haben. Bis zu einem bestimmten Punkt ist es auch wichtig, Verständnis für die Situation der Eltern zu haben. Die wenigsten Eltern schädigen ihr Kind mit Absicht. Und wenn bei den Eltern Einsicht gelingt, ist es ein guter Weg, das Verhalten zu ändern.

Welche langfristigen Folgen hat Gewalt für die Betroffenen?

Unabhängig von der Form der Misshandlung wissen wir, dass Betroffene oft das Gefühl der Selbstwirksamkeit verlieren, also das Gefühl Dinge beeinflussen zu können und Kontrolle über das eigene Leben zu haben. Auch in der Beziehungsgestaltung kommt es zu Schwierigkeiten. Enge Bindungen werden nur schwer eingegangen, und das Risiko für  Kinder und Jugendliche mit Gewalterfahrungen später auch Gewaltbeziehungen zu suchen, ist erhöht. Das heißt, sie werden in Partnerschaften erneut misshandelt oder üben selbst Gewalt aus. Grundsätzlich sind die Folgen aber nicht immer dieselben und hängen von vielen Faktoren ab, zum Beispiel dem Alter des Kindes oder Dauer und Häufigkeit der Gewalterfahrung.

Wir sind SOS-Kinderdorf

SOS-Kinderdorf macht sich seit 60 Jahren für die Bedürfnisse, Anliegen und Rechte von Kindern stark. Nach den SOS-Kinderdörfern sind in Deutschland und in der ganzen Welt viele weitere SOS-Angebote für Kinder und Jugendliche, Mütter und Familien entstanden. Unterstützen Sie unsere Arbeit, indem Sie spenden oder eine Patenschaft übernehmen. SOS-Kinderdorf geht mit Ihren Spenden besonders verantwortungsbewusst um. Seit vielen Jahren wird SOS-Kinderdorf dafür mit dem DZI-Spenden-Siegel ausgezeichnet.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gemäß § 27 a Umsatzsteuergesetz: DE 129519008

Benötigen Sie Hilfe?

info@sos-kinderdorf.de
Telefon: 089 12 60 61 62

Mo. - Do. von 9:00 - 15:30 Uhr und Fr. von 9:00 - 13:00 Uhr